Dresden/Dortmund, 22. November 2011 (ADN). Die Stadt Dresden verkaufte vor fünf Jahren 48.000 Wohnungen und wurde damit schlagartig schuldenfrei. 1,7 Milliarden Euro flossen ins Rathaus an der Elbe. Die US-amerikanische Investorengruppe Fortress übernahm damit den gesamten kommunalen Wohnungsbestand in Elbflorenz. Die „Experten“ und Wirtschaftswissenschaftler lobten den Mut der Sachsen, die klugerweise mit dem eingenommenen Geld sparsam umgegangen sind.  Außerdem wird ein weiterer „Goldregen“ in Höhe von rund einer Milliarde Euro erwartet. Quelle ist ein Rechtsstreit mit dem Wohnungskäufer, der vertragswidrig die vereinbarte Sozialcharta zugunsten der Mieter missachtet.

Dresden ist eine Ausnahme. In der Regel folgt bei solchen Privatisierungen in den meisten Städten und Gemeinden bald das böse Erwachen. So wie in Dortmund. Dort gingen – ebenfalls im Jahre 2006  – rund 650 Wohnungen an einen dänischen Immobilienfonds.  Der war und ist nicht in der Lage, die Gebäude vernünftig zu erhalten und zu pflegen. Der Käufer befindet sich inzwischen uner der Befehlsgewalt von Banken.

Solche Beispiele sind viel zahlreicher als das in Dresden, wo im Übrigen noch nicht alle Messen gesungen sind. Zudem hat die sächsische Metropole durch den Deal die Einflussnahme auf die Gestaltung der Stadt verloren. Das geschieht jetzt in den USA. Von Selbstverwaltung also keine Spur. Das amerikanische Gängelband lenkt die Geschicke in Dresden, und längst nicht nur dort. Die derzeitige kommunale Selbstbestimmung ist eine Farce. ++ (nö/mgn/22.11.11 -21)