Köln/Mainz, 21. Dezember 2011 (ADN).  Die bevorstehende obligatorische Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten wird in diesem Jahr wohl eine der höchsten Einschaltquoten bringen. Jeder wartet natürlich auf diese Ansprache, erklärte am heutigen Mittwoch der Ex-Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Nikolaus Brender, im Rundfunk. Wenn Christian Wulff nicht auf sein eigenes, derzeit die Medien beherrschendes Verhalten eingeht, werde die Welle noch höher schlagen als sie es bereits jetzt tut.

Besser wäre es allerdings, so Brender, wenn sich der Bundespräsident noch vor Weihnachten zu der ihn belastenden Kreditaffäre äußert. „Sich ins Fernsehen zu setzen und die Botschaft vom Frieden zu verkünden, ohne dass er selbst den Frieden um seine eigene Person hergestellt hat, ist doch höchst unglaubwürdig. Das wird nicht funktionieren“, erklärte der bekannte Fernsehjournalist.  Wenn immer mehr noch hinzu komme – wie jetzt die Geschichte mit Herrn Maschmeyer – , dann müsse sich der Betroffene nicht wundern, wer auch immer das ist, dass der Skandal weiterdreht. Hier werde der typische Skandalverlauf sichtbar, der aus den vielen anderen Skandalen dieser Republik bekannt ist. Eigentlich müssten der Bundespräsident und seine Berater das eigentlich wissen und dementsprechend reagieren.

Den Vorwurf des Kampagnenjournalismus lässt Brender nicht gelten. Von einem Zusammenwirken von Medien mit einem operationellen Ziel, könne nicht die Rede sein. Von  einer relativ seltenen Übereinstimmung in der deutschen Presse könne man auch nicht sprechen. Individuell könne man zu Recht zu einem gleichen Ergebnis kommen.

Inakzeptabel ist es nach den Worten von Brender, dass wir jetzt einen „stummen Bundespräsidenten“ haben. „Es ho.lt ihn  jetzt das ein, was er selbst im Skandal um Herrn Rau veröffentlicht hat“. Wulff hatte es damals als tragisch bezeichnet, dass Deutschland in schwieriger Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat und seine Stimme mit Autorität erheben kann. Dies wird ihm jetzt selbst vorgeworfen und das ist sein Problem, sagte Brender abschließend. ++ (md/mgn/21.12.11 – 39)