Bad Lauchstädt, 9. Januar 2012 (ADN). „Ich will einfach, dass das Deutsche deutsch bleibt und habe die zornige Auffassung, dass wir unsere Sprache retten müssen.  Sie ist ein Teil der Individualität.“ Das erklärte die Opernsängerin Edda Moser zu Jahresbeginn in Bad Lauchstädt. Dort hat die weltberühmte Operndiva das Festspiel der deutschen Sprache gegründet, das dort nun Jahr für Jahr stattfindet. Sie will damit gegen die schwachsinnigen Anglizismen vorgehen, die immer häufiger selbst in höchsten Kreisen zu hören sind.  Beispielsweise käme es für sie nie in Frage zu sagen „der hat sich geoutet“, anstatt den viel plastischeren deutschen Begriff  „jemand offenbart sich“, zu verwenden.  Sogar Leute,  die sich mit Sprache beschäftigen, reden so unsinnigen Quatsch, anstelle ein deutsches Wort zu benutzen, kritisiert sie. Als Vorbild nannte Moser Frankreich, wo das Amerikanische einfach verboten worden sei und in bestimmten Fällen dafür sogar Strafe gezahlt werden muss.

In dem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte die Künstlerin, dass die Deutschen hinsichtlich der Pflege ihrer Sprache zu lasch geworden sind.  Sie sieht den Grund für diese  grobe Nachlässigkeit in den Minderwertigkeitskomplexen, die den Deutschen zunehmend anhaften.

Zu dem alljährlichen Fest der deutschen Sprache lädt Edda Moser unter anderem Schauspieler und Autoren ein, die bei Lesungen die Menschen wieder für ihre Muttersprache begeistern  und auf diese Weise gegen den Sprachverfall kämpfen wollen. Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt sei dafür ein besonders geeigneter Ort, weil es dort ein Theater gibt, das  Johann Wolfgang von Goethe selbst gebaut hat. ++ (ku/mgn/09.01.12 – 9)