Berlin, 2. Februar 2012 (ADN). „Ich bin kein Freund des Begriffs Talk. Unser Format ist ein journalistisches, das gibt es so bisher im deutschen Fernsehen nicht.“ Das sagte der zwischen die Mühlsteine parteipolitischer Kabale geratene und vor zwei Jahren geschasste ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender der „Berliner Zeitung“ am heutigen Donnerstag. Der Erkenntniswert des bisher allgemein praktizierten Fernsehjournalismus sei gering. Er suche gezielt nach Analysen und Dokumentationen.  Mit seiner neuen Sendung „Bei Brender“, die heute Premiere hat und einmal im Monat ausgestrahlt wird, will der konsequente Journalist Neuland beschreiten und den Versuch unternehmen, seriöse und realistische Informationsvermittlung zu betreiben.

Brender erläutert ein weiteres Zukunftsprojekt.Er will ein Buch über Pressefreiheit in Europa schreiben. Er wisse zwar nicht, wann es fertig wird, schreibe kontinuierlich daran. Es soll eine Bestandsaufnahme der Pressefreiheit in Europa in den vergangenen zehn bis 20 Jahren werden.

Nach der gerade gegründeten Gruppe anonymer ZDF-Mitarbeiter, die politische Einflussnahme und die übergroße Nähe mancher Journalisten zur Politik gefragt, konnte Brender nichts sagen. Auch nicht zu deren Brief „Freiheit für das Zweite“. Interna zum ZDF werde er im Übrigen nicht kommentieren. Das beziehe sich auch auf die Verfassungsklage, mit der der Einfluss der Parteien in den ZDF-Gremien überprüft werden soll. ++ (md/mgn/02.02.12 – 33)