Frankfurt (Main)/Halle (Saale). 28. Februar 2012 (ADN). Große Teile Ostdeutschlands werden niemals den Westen erreichen. Dieses vernichtende Urteil wird in einem Kommentar am heutigen Dienstagabend im Deutschlandfunk gefällt. Es kommt nicht von ungefähr. Quelle dieser ungeheuerlichen Erkenntnis ist eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie zur Ostförderung. Sie ist allerdings noch gar nicht veröffentlicht. Schon ein Jahr liegt die 131 Seiten starke Forschungsarbeit aus sechs Instituten im Geheim-Safe der Bundesregierung. Sie hat die Publikation des Gutachtens unter dem harmlosen Titel „Wirtschaftlicher Stand und Perspektiven für Ostdeutschland“, das inhaltlich wohl eher ein Bösachten ist,  untersagt. Im Kreis der Forschungsinstitute wird es als brisant eingeschätzt, schrieb gestern die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) und öffnete mit weiteren unheilvollen Offenbarungen ein ungeheures Fass, das sich im Moment noch als geheimnisvolle „Pandora-Büchse“ geriert. Allerdings sind nun durch deren hauchdünne Ritzen bereits einige wenige giftige Substanzen wie dieser guillotinöse Satz über die ökonomische Abkopplung Ostdeutschlands gedrungen und dehnen sich gerade zu gigantischen Stinkbomben aus. Jederzeit können sie expoldieren.

Die sorgsam verschleierte Ost-West-Spaltung wird zementiert. Die sogenannten fünf neuen Bundesländer werden bis zum Boden ausgelutscht und veröden zusehends. Die FAZ zitiert einen an dem Gutachten beteiligten Ökonomen, in dessen Experten-Deutsch der Skandal folgendermaßen klingt: Mit Subventionen kann man kein nachhaltiges Wachstum erzwingen. Erschwerend komme der Wegzug gerade von jungen, gut ausgebildeten Menschen hinzu. Die neuen Länder haben eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte als der Westen. Dies sei auch ein Grund dafür, dass eine vollständige Angleichung an die Wirtschaftskraft des Westens immer unwahrscheinlicher werde.

So nüchtern kann das endgültige Todesurteil für einen schon halb geköpften Patienten lauten. ++ (wi/mgn/28.02.12 – 61)

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