Bern, 4. April 2012 (ADN). Der Bundesanwalt in der Schweiz agiert unabhängig von der politischen Konstellation. Er ist nicht irgendwelchen politischen Behörden unterstellt. Das erklärte am heutigen Mittwoch im Deutschlandfunk das Mitglied im Schweizer Nationalrat, Andreas Gross, im Zusammenhang mit den von schweizerischen Behörden erlassenen  Haftbefehlen gegen drei deutsche Finanzbeamte. Wenn jemand in der Schweiz etwas gemacht hat, das dem Gesetz des Landes widerspricht, dann werde versucht, seiner habhaft zu werden. Deswegen Rechtshilfe gegenüber Deutschland zu begehren, sei etwas völlig Normales. Die Schweiz fühle sich von Deutschland wieder einmal belagert und ungerecht behandelt.

Im vorliegenden Fall stoßen nach Meinung von Gross unterschiedliche Staatsverständnisse und Bürgerverständnisse aufeinander. Den Deutschen gefalle es nicht, dass es bisher kein anderes Land gibt, das bereit ist, den Deutschen auf in der Schweiz markiertes Kapital zehn Milliarden Franken zu bezahlen. Dessen müssten sich die Deutschen bewusst sein.

Gross äußerte die Erwartung, dass sich sein Land neuen Standards öffnen wird. Sie befinde sich in einem Übergangsstadium, in dem ein geänderter Umgang mit dem Bankgeheimnis abzusehen ist. Inzwischen gebe es bereits gegenüber den Amerikanern enorme Zugeständnisse. Diese auch den Europäern zuzugestehen, sei jetzt jedoch noch nicht der richtige Zeitpunkt. ++ (wi/mgn/04.04.12 – 97)

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