Thessaloniki, 4. Mai 2012 (ADN). „boro choris euro – Ich kann ohne Euro“. Das prangt auf einem Plakat über einem Laden in Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki. Autor des Leitsatzes ist der Religionslehrer und Philosoph Michael Panagiodidis samt seiner Freunde. Sie wollen sich und ihre Landsleute dazu anspornen, die Eurozone freiwillig zu verlassen. Nach ihrer Ansicht müssen die Griechen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und die Gesellschaft von unten reformieren. Dazu haben sie den Euro durch den Koino als Zahlungsmittel ersetzt. Darüber berichtet die „Berliner Zeitung“ in ihrer Ausgabe dieses Wochenenmdes.

Der Koino ist soziales Geld. .Er ist eine virtuelle Währung und verkörpert ein bestimmtes Quantum gesellschaftlicher Leistung. Münzen und Scheine in Koino gibt es nicht. Dennoch vermittelt er den Austausch von Waren und Service-Leistungen, deren Kauf und Verkauf.

Die neue virtuelle Währung wurde erst im Februar dieses Jahres eingeführt, teilt die Berliner Tageszeitung weiter mit. Genutzt werde sie inzwischen von 120 Leuten. Die finanziellen Transaktionen laufen über das Internet. Spekulationen und Überschuldungen wird vorgebeugt, indem ein siebenköpfiges Gremium Zahlungen und Konten überwacht. Inzwischen gibt es in Griechenland über ein Dutzend ähnlicher Tauschbörsen, bei denen beispielsweise eine Jacke im Werte von 50 Koino eingetauscht wird gegen die Dienste eines Nachhilfelehrers für zehn Unterrichtsstunden. Mit denen kann dieser in einer Autowerkstatt die Bremsbeläge seines Wagens auswechseln lassen.

Ziel von Panagiodidis ist es, dass die Mitglieder der Koino-Gesellschaft mindestens 30 Prozent ihrer Geschäfte in diesem neuartigen Finanrahmen abwickeln. Nach seiner Meinung führt das dazu, dass letztlich keine zentrale Macht, keine Regierung und kein Parlament mehr nötig sind. ++ (wi/mgn/05.05.12 – 133)

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