Rio de Janeiro/Berlin, 3. Juni 2012 (ADN). Es mehren sich die Gedenkstunden für den ersten Weltklimagipfel, der  am heutigen Sonntag vor 20 Jahren im brasilianischen Rio de Janeiro begonnen hatte. Es trafen sich 115 Staats- und Regierungschefs, 15.000 Diplomaten aus 178 Staaten sowie Delegierte von 1.400 Initiativgruppen und Forschungsinstituten.  Einende Erkenntnis war, „weiter so“ geht nicht. Die Ausgangslage bot ein Bild des Schreckens. Zwei Tatsachen-Splitter dessen: jede Sekunde werden 3.000 Quadratmeter Wald zerstört und 1.000 Tonnen Treibhausgase produziert. Dennoch waren die Ergebnisse nach den elf Tagen dieses „Gipfels für Umwelt und Entwicklung“, der von teilweise erbitterter Polemik zwischen den Vertretern des reichen Nordens und den Repräsentanten des armen Südens geprägt war,  ernüchternd:  nur zwei harmlose Konventionen zum Klima- und Artenschutz ohne feste Zeit- und Zielvorgaben. Als eine positive Facette wurde die „Agenda 21“ als Aktionsplan entworfen, dessen schmückender Ornamentik sich seitdem nationale und internationale Umweltinitiativen bedienen. Außerdem wurde der Jahrhunderte alte, von deutschen Forstleuten erstmals verwendete Begriff „Nachhaltigkeit“ erneut aus der Taufe gehoben und zur künftigen Schlüsselformel.   

Die damals in Rio de Janeiro gesetzten, niedrigen Ziele wurden nicht annähernd erreicht. Im Gegenteil, ein Rückblick auf zwei Dezennien eröffnet ein Jammertal. 

Wenige Tage vor dem denkwürdigen Jubiläum beschrieb Prof. Harald Welzer von der Universität St. Gallen die über zwei Jahrzehnte währende Phase als eine endlose Kette fruchtloser Konferenzen, Kongressen und Workshops. Bis heute wisse beispelsweise keiner, was eine nachhaltige , zukunftsfähige und enkeltaugliche Stadt ist. Alle derzeitigen politischen Bestrebungen seien auf den Erhalt des Status quo gerichtet. Dem Nach- und Weiterdenken in Permanenz muss nun endlich das Handeln folgen, so Welzer.  ++ kl/mgn/03.06.12 -161) 

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