München/Berkeley/Zürich, 1. August 2012 (ADN). Noch vor drei Jahren erfüllten den Physik-Professor an der University of California in Berkeley Richard Muller erhebliche Zweifel an dem von Menschenhand gemachten globalen Klimawandel. Nun mutierte der renommierte Wissenschaftler vom Saulus zum Paulus. Die heutige Mittwoch-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ druckt das Selbstbekenntnis des Forschers über eigene Irrtümer der Vergangenheit ab.

Grund des fundamentalen Sinneswandels von Muller sind neue Untersuchungen alter Wetteraufzeichnungen. Seine Kehrtwende in so kurzer Zeit führt er auf eine sorgfältige und objektive Analyse im „Berkeley Earth Surface Temperature Project“ zurück, die er gemeinsam mit seiner Tochter vorgenommen hat. Danach ist die durchschnittliche Temperatur der Erdkontinente in den vergangenen 250 Jahren um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Darin steckt eine Zunahme um 0,8 Grad Celsius in den zurückliegenden 50 Jahren. Praktisch der gesamte Anstieg sei auf freigesetzte menschengemachte Treibhausgase zurückzuführen. .

Die besonders hohe Qualität dieser Forschungsergebnisse liegt nach den Worten von Muller in den anspruchsvollen statistischen Methoden, die vom wissenschaftlichen Leiter Robert Rohde entwickelt worden sind. Damit könne die Oberflächentemperatur der Landmassen viel weiter in die Vergangenheit hinein bestimmt werden als zuvor.

Richard Muller hofft, dass die Berkeley-Earth-Analyse einen Beitrag leistet, um die teilweise sehr scharf geführte wissenschaftliche Diskussion über die globale Erderwärmung und die menschliche Verantwortung dafür beizulegen. Dem folge der schwierigere Teil. Er bestehe darin, sich über das politische und diplomatische Spektrum hinweg darauf zu einigen, was getan werden kann und sollte.

Trotz des bemerkenswerten Frontwechsels des prominenten USA-Physikers geht die Auseinandersetzung, ob der Mensch beim Klimawandel die Hauptverantwortung trägt  oder nicht,  unvermindert weiter. So berichtete einen Tag zuvor die in der Schweiz herausgegebene Wochenzeitung „Zeit-Fragen“ über neue wissenschaftliche Erkenntnisse von der Universität Gießen. Zusammen mit einer internationalen Forschergruppe seien Wachstumsringe von Kiefern aus dem finnischen Lappland bis in die Zeit 138 v. Chr. untersucht worden. Die Analyse ergab, dass es zu Zeiten der Römer und im Mittelalter wärmer war als bisher angenommen. Der Diplom-Meteorologe Dr. Wolfgang Thüne von der Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde kommt in dem Beitrag zu dem Schluss, dass an der zum quasireligiösen Glaubensdogma hochsilisierten Treibhaushypothese etwas nicht stimmen kann. ++ (kl/mgn/01.08.12 – 220)

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