Göttingen, 2. August 2012 (ADN).Das wirtschaftliche Fachwissen deutscher Politiker hat erheblich abgenommen. Diese Erkenntnis stand am Ende einer Untersuchung der Privaten Fachhochschule Göttingen, bei der 2.400 Mandatsträger bis zum Jahr 2006 unter der Leitung von Prof. Frank Albe auf den Prüfstand gestellt worden sind. Er erklärte am heutigen Donnerstag gegenüber dem Deutschlandfunk, dass dieses Manko bis in die Gegenwart nicht behoben ist. Der Wissensschwund auf dem Sektor mikro- und makroökonomischer Zusammenhänge sei in den vergangen Jahren noch größer geworden. Die Geschwindigkeit der wachsenden Ahnungslosigkeit habe sich lediglich etwas verlangsamt. 

  Die bestehenden Defizite sind nach den Worten von Albe nicht hinnehmbar, weil die Politiker ihre Tätigkeit inzwischen als Beruf ausüben und den Bürgern darüber qualifiziert Rechenschaft ablegen müssten. Derzeit befänden sie sich jedoch in dem Status, nicht entsprechend ausgebildet zu sein und ihrer Funktion nicht gerecht zu werden.  Eine Ursache dieser Inkompetenz sei, dass die Parteien und deren Jugendorganisationen nichts für die konstruktive Qualifikation ihrer an den Schalthebeln der politischen Macht sitzenden Mitglieder tun. Dass sie eigentlich nur Plakate kleben und sich zu mehr oder weniger gühenden Gefolgsleuten von Adenauer (CDU), Ebert (SPD), Naumann (FDP) oder auch Böll (Grüne) erklären, ist ein Armutszeugnis, macht der Göttinger Wirtschaftswissenschaftler deutlich. ++ (bd/mgn/02.03.12 – 221)

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