Leipzig, 17. Januar 2013 (ADN).  Das Menschenrecht als Legitimationstitel und diplomatische Waffe moderner Staatsgewalten stand am Donnerstagabend im Diskussionsmittelpunkt einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Politische Diskussion der Universität Leipzig. Eingangs wurde die breite Berichterstattung der tagesaktuellen „Süddeutschen Zeitung“ über die Kriegführung Frankreichs in Mali analysiert.  Es werde suggeriert, dass dort um Frieden und Menschenrechte gekämpft wird, weil in dem afrikanischen Land Spelunken geschlossen, Waffendieben die Hände abgehackt und ein Tabakverbot verhängt wurden. Der Afghanistan-Krieg sei ähnlich begründet worden. Wären einige der angeführten Argumente Ernst zu nehmen, dann müssten demnächst auch in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland Kriegshandlungen zu erwarten sein. Im Übrigen stehe die gesamte Europäische Union (EU) wie ein Mann hinter bestimmten islamischen Ländern, die ebenfalls menscherechtswidrigen Praktiken frönen, weil sie massenweise notleidenden afrikanischen Elendsgestalten das Betreten der „heiligen Erde“ Europas verwehren. Sie lassen sie im Mittelmeer ertrinken oder sperren sie in KZ-ähnlichen Lagern ein. Dafür werde Geld von der EU an diese Staaten bezahlt.

Die Diskussion mündete in der Frage, ob die große aufklärerische Idee des Menschenrechts theoretisch nur eine einzige Paradoxie sein könnte und praktisch zu nichts anderem nütze, als Gewalt zu rechtfertigen , die moderne Staaten zur Durchsetzung ihrer Zwecke nach innen und außen für angebracht halten. ++ (mr/mgn/17.01.13 – 012)

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