Lüneburg/Dessau, 22. März 2013 (ADN). Arzneimittel, Pestizide und Desinfektionsmittel landen in immer größeren Mengen im Abwasser. Sie lassen sich nicht herausfiltern und bleiben als Rückstände im Trinkwassser. Der Umweltexperte Klaus Kümmerer schätzt, dass vermutlich bereits mehrere tausend chemische Stoffe in den vom Menschen genutzten Wasserkreisläufen zirkulieren. Über deren Wirkung ist wenig bekannt, so der Nachhaltigkeitsforscher von der Leuphana-Universität Lüneburg.
Über solche Besorgnis erregenden Zustände berichtet auch das Bundesumweltamt Dessau-Roßlau. Da in Deutschland der Medikamentenverbrauch steigt, wachse auch die Gesundheitsgefahr aus dieser unerwarteten Richtung. Mehrere hundert Tonnen nicht verbrauchter Arneien werden in Toiletten und Spülen weggeschüttet, so das Amt.
Nach den Worten von Kümmerer sind bereits Fischbestände ernsthaft bedroht durch auf diese Weise in den Wasserkreislauf gelangende Schmerzmittel, Antibabypillen und Hormone.

Diese traurigen und außerordentlich beunruhigenden Tatbestände sind Teil der Bilanz anlässlich des heutigen 20. Weltwassertages. Vor drei Jahren hatten die Vereinten Nationen sauberes Trinkwasser zum UN-Menschenrecht erklärt. Dazu haben derzeit rund 900 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang.++<mr/mgn/22.03.13 – 76)

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