Paderborn/Freiburg/Kassel, 31. März 2013 (ADN). Baumärkte verkaufen in der kalten Jahreszeit palettenweise Tausalze, die zum großen Teil gar nicht eingesetzt werden dürfen. Das teilt die Stannecker Betonfertigteilwerk GmbH Paderborn in einem Informationsschreiben mit, das sich angesichts der gegenwärtig eisigen und schneereichen Festtage als explosives Osterei entpuppt. „Wir haben uns schon vor längerer Zeit wie viele andere Hersteller auch auf die Position zurückgezogen, dass wir zwar frostbeständigen, aber keinen tausalzbeständigen Beton herstellen und verkaufen. Damit stellen wir sicher, nicht in die Diskussionen um Schäden durch Tausalz verwickelt zu werden.“
Im vergangenen langen Winter seien in vielen Autobahnmeistereien die Tausalzvorräte zur Neige gegangen und unter Mehrkosten andere Salze beschafft worden, die wahrscheinlich zu noch höheren Schäden am Straßenbeton und anderen Betonbauteilen führen. Außerdem sei mit Aluminium und Magnesium versetztes Tausalz verwendet worden, dessen Tauwirkung vielfach höher als bei normalem Streusalz liegt, deren Folgen für den Beton jedoch noch nicht erforscht sind. Nach Auffassung von Fachleuten hält der Beton den chemikalischen Methoden der Eisbekämpfung nicht stand. Gravierende Zersetzungen der Straßenbeläge sind das Ergebnis. Anstatt Schnee zu schieben, werden die Verkehrswege mit Tausalz geradezu „gepökelt“. Derartige massive Angriffe hinterlassen in Betonoberfächen Spuren. Der Beton werde zerstört. „Wir vergleichen es sinnbildlich mit einem Neuwagen, den man erwirbt, dann mit einem Hammer auf die Motorhaube schlägt und sich anschließend darüber beschwert, dass die Motorhaube zerstört ist. Nichts anderes passiert mit Tausalz auf Beton. Tausalz wirkt wie ein Hammer,“ informiert das Baustoff-Unternehmen in dem Rundschreiben. Durch die physische Reaktion werde der Beton im Oberflächenbereich nahezu gesprengt.

Eine solch maßlose Betonvernichtung auf den Autobahnen wiederholt sich vieltausendfach in den Kommunen auf den örtlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Auf diese Weise sorgen die verantwortlichen Administrationen für eine ungeheure Zerstörung der Straßen-Infrastruktur, deren unübersehbare Mängel sie selbst tagtäglich beklagen. Wie bei den zusätzlich verursachten Umweltschäden – zum Beispiel versalzene Böden und „verdurstende“ Bäume – zeigt das Gift Tausalz seine volle Wirkung erst im Sommer. Zu den Profiteuren dieser bundesweiten Verkehrswege-Vernichtung gehört der Kasseler Kali-Konzern K + S, der pro Tag 20.000 Tonnen Streusalz für den täglichen Gebrauch produziert.

Inzwischen beteiligt sich auch die Bundesregierung noch tatkräftiger an dem infrastrukrurellen Selbstmord, indem sie nach dem harten Winter 2010/2011 das Anlegen einer „nationalen Streusalzreserve“ angeordnet hat. Wie die Tageszeitung „Schwarzwälder Bote“ vor drei Tagen mitteilte, lagern nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums an den beiden dafür ausgewählten Standorten Bülstringen in Sachsen-Anhalt und Saerbeck in Nordrhein-Westfalen (NRW) 40.000 bzw. 60.000 Tonnen Streusalz. Die Lagerkosten betragen 500.000 Euro pro Jahr. ++ (zc/mgn/31.03.013 -84)

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