Kairo/Zürich, 19. Januar 2014 (ADN). 98 Prozent der Wählerschaft haben in Ägypten nach vorläufigen Ergebnissen für die revidierte Verfassung gestimmt. Damit hat das Volk über die Entmachtung Mursis und der Muslimbrüder seinen Segen erteilt und dem politischen Fahrplan zugestimmt. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ am Wochenende unter der Überschrift „Wuchtiges Ja zur ägyptischen Verfassung“ weiter berichtet, bleibt die Scharia wichtigste Quelle der Gesetzgebung. Noch offen sei, ob nun zuerst ein Präsident oder ein Parlament gewählt wird. Die neue Verfassung definiert Ägypten als modernes, demokratisches Land mit ziviler Regierung.

Während in führenden Kreisen der Bundesrepublik Deutschland (BRD) der Zweifel über Ägyptens Wahlprozedere nagt und über den Grad des Populismus der Abstimmung gestritten wird, bemerkt die bundesdeutsche Bevölkerung – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – gar nicht, dass die Ägypter den Deutschen in demokratischer Hinsicht meilenweit voraus sind. Seit fast einem Vierteljahrhundert warten die Deutschen nämlich ebenfalls auf die gemäß Grundgesetz (GG) erforderliche Verfassung und eine Volksabstimmung darüber. Ihre Politiker jedoch sind desinteressiert und machen dafür keinen Finger krumm.++ (dk/mgn/19.01.14 – 019)

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