Neu Delhi, 24. Februar 2014 (ADN). Die beiden Kammern des indischen Parlaments haben für die Gründung des neuen südindischen Gliedstaates Telangana gestimmt. Hauptmotiv ist die wirtschaftliche Erholung der bislang vernachlässigten Region. Darüber berichtet am Montag die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). Indiens 29. Gliedstaat werde formell ins Leben gerufen, sobald Präsident Pranab Mukhherjee das entsprechende Gesetz unterzeichnet. Nach der Abstimmung im Oberhaus seien die Anhänger der Regionalpartei Telangana Rashtra Samithi (TRS) in Jubel ausgebrochen. Sie hatten in den vergangenen Jahren die Unabhängigkeitsbewegung angeführt. 

Telangana wird durch die Abspaltung von 10 von 23 Distrikten des Gliedstaates Andhra Pradesh entstehen und etwa 35 Millionen Einwohner haben. Damit endet das über ein halbes Jahrhundert währende Bestreben für einen eigenen Gliedstaat erfolgreich. Die aktuelle Abstimmung war begleitet von lautstarken Protesten der Unabhängigkeitsgegner. Sie stören sich vor allem daran, dass Hyderabad, die derzeitige Hauptstadt von Andhra Pradesh, an Telangana fallen wird. Die Befürworter des Gliedstaates Telangana beklagten, dass Geschäftsleute und Politiker aus den Küstenregionen am Golf von Bengalen ihre Gegend jahrzehntelang vernachlässigt haben.

Telangana ist nicht der erste Gliedstaat, der durch Abspaltung entsteht. Bereits im Jahr 2000 wurden Chhattisgarh, Jharkhand und Uttarachal durch Abtrennung von größeren Gliedstaaten gegründet. Schon früher gab es  solche Neugründungen. Ein Argument dafür ist, dass Indien mit seinen Dutzenden Ethnien und Hunderten Dialekten sowie seiner ungeheuren Komplexität wegen in kleineren Einheiten besser Herr werde. „Und in der Tat hat sich die Entwicklung in den neu geschaffenen Gliedstaaten seit deren Gründungen beschleunigt“, bestätigt die NZZ.  ++ (vk/mgn/24.02.14 – 055)

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