Berlin/Buenos Aires, 20. Juni 2014 (ADN). Argentiniens Staatspleite liegt zwar schon zwölf Jahre zurück – doch seit Anfang dieser Woche sorgen die Nachwirkungen für erheblichen Wirbel in der Finanzwelt. Das schreibt die Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ in ihrer Freitag-Ausgabe. Ursache ist vor allem eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA. Er bestätigte ein Urteil eines New Yorker Gerichts. Danach muss Argentinien Gläubigern, die nicht an einer vor wenigen Wochen vereinbarten Umschuldung teilgenommen haben, innerhalb von 15 Tagen das Geld komplett in bar zurückzahlen. Dabei geht es um 1, 3 Milliarden US-Dollar, die das immer noch nicht kreditwürdige südamerikanische Land binnen kürzester Frist auftreiben müsste. Die Umschuldung selbst wurde von 92 Prozent der Gläubiger akzeptiert.  Nur wenige Hartleibige stürzen nun Argentinien in dieses Finanztrauma.

Argentiniens Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner hatte in einer Ansprache zu Wochenbeginn erklärt, sich nicht erpressen zu lassen. Die Hedgefonds, darunter Aurelius und NMLCapital des Millionärs Paul Singer, hätten die Wertpapiere lange  nach der Staatspleite für 48 Millionen US-Dollar mit dem Ziel gekauft, anschließend das Land zu verklagen.

„Ich bin entsetzt“. So zitiert „Der Tagesspiegel“ den Vorsitzenden  der kirchlichen Antischuldenkampagne Jubileo, Eric Lecompte. „Das gibt den Hedgefonds neue Mittel in die Hand, um verschuldete Länder wie die Elfenbeinküste oder Sambia finanziell zu knebeln.“ Auch aus der griechischen Staatspleite hätten Hedgefonds Milliarden schlagen können – letztlich zulasten der europäischen Steuerzahler. ++ (fi/mgn/20.06.14 -170)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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