Tokio/Zürich, 22. Juni 2015 (ADN). In Japan sind 8, 6 Millionen Häuser unbewohnt. Das sind laut aktuellen Statistiken rund 13 Prozent des Gesamtbestandes. Davon stehen rund 3,2 Millionen Gebäude weder zum Verkauf noch sind sie zu mieten. Darüber berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Montag. Besonders hoch sei die Zahl der verlassenen Häuser in Regionen, die besonders unter der Entvölkerung leiden. Da die Bauwirtschaft dennoch in großem Stil Neubauten errichtet, sinke der Wert bestehender Bauwerke zusätzlich. Besitzer hätten wenig Interesse, ihre leerstehenden Häuser abzureißen, weil die Grundstückssteuer für unbebaute Parzellen sechsmal höher ist als für eine Liegenschaft mit Gebäude.

Nach Angaben des Städteforschers Christian Dimmer verändern sich Dörfer und Kleinstädte durch die Ausdünnung. Viele japanische Ortschaften seien ohne Raumplanung entstanden. Daher fehlten vielen Häusern Anschlüsse an Gasleitungen und an Abwassernetze. Die Infrastruktur sei insofern durch Sickergruben geprägt. Energie werde per Gasflaschen beschafft. Er hält ein Umdenken für notwendig, um ein richtiges Schrumpfen der Siedlungen  zu ermöglichen. Es müssten Modelle gefunden werden, um für die wenigen verbliebenen Einwohner wichtige Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Ansonsten würden die dünn besiedelten Gegenden ganz devastieren.  ++ (ba/mgn/22.06.15 – 132)

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