Archive für Beiträge mit Schlagwort: Anthropologie

Leinfelden-Echterdingen, 6. Juli 2015 (ADN). NiDcht in Afrika steht die Wiege der europäischen Menschheit, sondern im Inneren Asiens. Darauf zumindest lassen neue Erkenntnisse der Anthropologie und der Archäologie schließen, die in der aktuellen Juli-Ausgabe der Zeitschrift „Blick der Wissenschaft“ präsentiert werden. Die Beweise sind immerhin so stark, dass der Autor und Rechercheur des Pressebeitrags Thorwald Ewe vom überzeugten Europäer auf „Eurasier“ umsattelt. Die bisher gültige These, der Homo sapiens sei aus Afrika über die Levante nach Europa eingewandert, gerät ins Wanken. „Warum diese nördliche Expansion ausgerechnet Mitteleuropa zum Ziel gehabt haben soll, wurde kaum hinterfragt. Da mag später Eurozentrismus mitgespielt haben, die Idee von Europa als Hort der Kultur. Denn kulturelle Leistungen der damaligen Zuwanderer gibt es in Hülle und Fülle zu bestaunen. Zugleich mit der Ankunft moderner Menschen taucht im Herzen Europas ein innovativer Technokomplex auf: das frühe Aurignacien oder ‚Aurignacien ancien‘, benannt nach einem Fundort in Frankreich“, heißt es in dem Fachbeitrag unter dem Titel „Die Spur führt nach Osten“. Dieses „weiter östlich !“ postuliere ein Team um den belgischen Anthropologen Marcel Otte. Dessen zentrale These ist in dem Fachblatt „Antiquity“ nachlesbar: „Das Hochland des Zagros kann als das wahrscheinlichste Zentrum für den Ursprung des Aurigncien und der modernen Menschen in Europa angesehen werden.“  Der Zagros ist ein 1.500 Kilometer langes Bergland östlich des Zweistromlandes, im Westen des Iran. Nach den Darlegungen von Otte und seiner Forschergruppe haben sich dort angesichts des großen Angebots an Jagdwild und frischem Wasser die Menschen schon immer wohlgefühlt – und seit Jahrtausenden wiederholt Vorstöße nach Westen unternommen.

Auslöser der Grundsatzdiskussion und Erkenntniswende war ein Zufallsfund des russen Nikolai Peristov am Fluss Irtysch in den Weiten Sibiriens. Ein vom ihm gefundener menschlicher Knochen gelangte über einen Polizeiforensiker in Omsk und die Russische Akademie der Wissenschaften in die Hände westlicher Forscher. Letztlich entzifferte ein Team am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig im vergangenen Jahr  aus dem Schaft des Oberschenkelknochens das älteste vollständige, von einem Menschen bekannte Genom. Der dazu gehörige, früher anatomisch moderner Mensch fand vor 45.000 Jahren am Irtysch den Tod. ++ (an/mgn/06.07.15 – 145)

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Rom/Zürich, 28. Mai 2013 (ADN). Man muss kämpfen, um zu leben, und häufig, um nicht einmal würdevoll zu leben. Ursache dessen ist, dass wir die Herrschaft des Geldes über uns und die Gesellschaft akzeptieren. Diese Ansicht äußerte Papst Franziskus anlässlich der Akkreditierung der neuen Botschafter aus Kirgistan, Antigua und Barbuda, Luxemburg und Botswana beim heiligen Stuhl. So lasse die derzeitige Finanzkrise die Menschen vergessen, dass es sich im Wesen um eine anthropologische Krise handelt, bei der das Primat des Menschen negiert wird. Die Anbetung des goldenen Kalbes habe ein neues und grausames Bild gefunden. Dem Fetischismus des Geldes und der Diktatur der gesichtslosen Wirtschaft mangele es an wirklich menschlichen Zielen und Zwecken. Der Mensch werde auf den Konsum als einziges Bedürfnis reduziert. Schlimmer noch, der Mensch selbst werde als Konsumgut betrachtet, das man benutzen und wegwerfen kann.

Der Pontifex weist in der von der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“ abgedruckten Rede darauf hin, dass dieser, zudem noch geförderte Irrweg auf individueller und gesellschaftlicher Ebene anzutreffen ist. In diesem Kontext werde die Solidarität, die der Schatz der Armen ist, häufig als kontraproduktiv betrachtet, als Widerspruch zur finanziellen und wirtschaftlichen Rationalität.

„Während das Einkommen einer Minderheit exponentiell steigt, vermindert sich das Einkommen der Mehrheit. Dieses Ungleichgewicht entspringt Ideologien, die die absolute Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation unterstützen und so den Staaten das Recht der Kontrolle verweigern, obwohl diese doch die Aufgabe haben, für das Gemeinwohl zu sorgen“, sagte Franziskus wörtlich. Es werde eine neue unsichtbare, zuweilen virtuelle Tyrannei geschaffen, die einseitig und ohne mögliche Abhilfe ihre Gesetze und Regeln oktroyiert. Hinzu komme eine sich rasch ausbreitende Korruption und egoistische Steuerhinterziehung mit globalen Dimensionen. ++ (kr/mgn/28.05.13 – 142)

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