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London, 9. Dezember 2014 (ADN). Rund 13 Millionen Briten leben unterhalb der Armutsgrenze. Einer Studie von Peter Kenway zufolge hat sich das Bild des Elends dramatisch gewandelt. Waren früher vor allem Alte und Arbeitslose betroffen, so sind es jetzt in der Mehrzahl junge Erwachsene und Kinder. Der Autor der Arbeit wird von Deutschlandradio Kultur am Dienstag mit den folgenden Sätzen wiedergegeben: „Die Menschen stehen unter einem enormen Druck, den ersten Job, der erhältlich ist, anzunehmen. Es gibt viele Arbeitsplätze mit Null-Stunden-Verträgen, die wie bei den viktorianischen Tagelöhnern weder feste Stunden noch feste Bezahlung garantieren. Ein Teufelskreis, in dem die Menschen sehr wenige Rechte und kaum eine Wahl haben.“ Leider erhielten jedoch vier von fünf Briten auch noch nach Jahren der Existenz solcher Knebelkontrakte für dieselbe Arbeitsstelle nur einen Billiglohn.

Weitere Folge der Misere ist, dass nach Schätzung der Anglikanischen Kirche vier Millionen Bewohner Großbritanniens zu Tafeln gehen oder andere Hilfsangebote in Anspruch nehmen müssen. Nach den Worten von Tim Thornton, Bischof von Truro, ist es ein Skandal, wenn im 21. Jahrhundert Hunger auf den britischen Inseln herrscht. Gemeinsam mit einer Gruppe von Parlamentariern fordert er höhere Löhne und mehr Tafeln. Zudem soll eine Organisation gegründet werde, in der Supermärkte und Wohlfahrtsverbände zusammen arbeiten. ++ (so/mgn/09.12.14 – 342)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Rio de Janeiro, 15. Juni 2014 (ADN). Es wird zwar nicht mehr so viel über Befreiungstheologie gesprochen, aber es gibt sie nach wie vor. Auch wenn sie im Jargon der Kirche nicht mehr so oft auftaucht. Das bringt Erwin Kräutler, Bischof von Xingu, der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens, im Sender Deutschlandfunk Kultur am Wochenende zum Ausdruck. Der Papst sei zwar kein dezidierter und prononcierter Bekenner der Befreiungstheologie, aber er vertrete genau ihre Anliegen. Es gehe darum, mit den Leuten etwas gegen die Armut zu tun, nicht nur darauf hinzuweisen. Strukturen müssten angeprangert werden, die letztlich  für die Kluft zwischen Arm und Reich verantwortlich sind. Dazu gehöre das Dokument von Aparicido, in dem Menschen für überflüssig und zu Abfall erklärt werden. Die indigenen Völker würden als Wegwerfprodukte angesehen. Das sei physischer oder auch kultureller Tod.

Kräutler, der wegen seines Auftretens für die südamerikanischen Ureinwohner um sein Leben fürchten muss und unter Polizeischutz steht, stuft die Befreiungstheologie nicht als marxistisch ein, sondern als grundbiblisch. Sie habe zudem mit Volksfrömmigkeit zu tun. Der Bischof ist entschiedener Gegner des Staudammprojekts Belo Monte, das den ursprünglichen Siedlern die Existenz raubt und sie vertreibt. Es seien im Grunde europäische Firmen, die Turbinen für das Wasserbauvorhaben liefern und damit de facto bei der Ausbeutung in Brasilien mithelfen. ++ (re/mgn/15.06.14 – 165)

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