Rostock/Schwerin, 22. Oktober 2012 (ADN).  Zehntausende Privathaushalte in Mecklenburg-Vorpommern zahlen zu hohe Preise für Fernwärme. Wie das Schweriner Wirtschaftsministerium und die Rostocker „Ostsee-Zeitung“ mitteilen, bestehen dafür „Anfangsverdachtsmomente“. Die Landeskartellbehörde stellte fest, dass es bei der Mehrheit von 40 untersuchten Anbietern erhebliche Preissenkungspotenziale gibt. In Mecklenburg-Vorpommern ist jeder dritte Haushalt an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Nach den Worten von Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph müssen Verbraucher in den Neuen Bundesländern etwa 20 Prozent mehr bezahlen als in den Alten Bundesländern. Der Nordosten gehöre zu den drei teuerstenBundesländern überhaupt in Sachen Fernwärme. „Es gibt für mich keine akzeptable Erklärung dafür, dass Mecklenburg-Vorpommern so beträchtlich über dem Niveau der Alten Bundesländer liegt,“ lässt Rudolph wissen. Gegen einen Anbieter sei bereits ein Missbrauchsverfahren im Gange.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern nennt als einen Grund  für die kritikwürdigen Zustände die Monopolposition zahlreicher Versorger. Nötig seien mehr und härtere Kontrollen.  Die „Ostsee-Zeitung“ erläutert dazu ein positives Beispiel, das jedoch eine Ausnahme darstellt: Die Stadtwerke Greifswald haben nach umfangreichen Analysen ihren Fernwärmekunden jeweils bis zu 510 Euro zu viel gezahlte Betriebskosten zurückgezahlt. Das Versorgungsunternehmen der Hansestadt beliefert 35.000 Privathaushalte mit Fernwärme. Die meisten Energieversorgungsunternehmen weisen jedoch die Vorwürfe zurück, ohne sie entkräften zu können. Der Verdacht überhöhter Preise besteht also fort. Sie liegen nämlich in den Regionen mit Zwangsanschluss generell höher als in den Siedlungsgebieten mit freiwilliger Fernwärmeversorgung.++ (wi/mgn/22.10.12 – 301)

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