Archive für Beiträge mit Schlagwort: FIFA

Bonn, 31. Mai 2015 (ADN).  Die beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF bezahlen für die Übertragungsrechte der Fußballweltmeisterschaften in den Jahren 2018 und 2022 an den Weltfußballverband (FIFA) 432 Millionen Euro. Das teilte am Sonntag der ehemalige Pressechef des Deutschen Fußballbundes (DFB) und jetzige freie Journalist,Harald Stenger, in der Sendung „Presseclub“ auf dem Bonner Kanal „Phoenix“ mit. Damit reagierte er auf eine kritischen Nachfrage zur Transparenz im Verhältnis zwischen den Medien und der jüngst mit enormen Korruptionsvorwürfen belasteten FIFA. ++ (kr/mgn/31.05.15 – 128)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr.101 v.10.10.46

Köln/Rio de Janeiro, 12. Juni 2014 (ADN) Rund 11.000 Unterschriften sind bereits nach Ablauf des ersten Tages der Fußballweltmeisterschaft am Donnerstag für eine Petition eingegangen, mit der die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF aufgefordert werden, die Knebelverträge mit dem Weltfußballverband FIFA außer Kraft zu setzen. Die beiden Fernsehanstalten wollen der FIFA 350 Millionen Euro für die Übertragungsrechte der Fußballweltmeisterschaften 2018 und 2022 bezahlen. Damit werden nach Auffassung des Initiators der Petition, Jan Rudolph aus Köln, schwere Menschenrechtsverletzungen verübt und gravierende Korruptionsdelikte ausgelöst. So werden systematisch Vertreibungen von Bevölkerungsteilen von ihren angestammten Siedlungsplätzen an den Standorten organisiert, wo Sportstätten, Zufahrtswege und andere Infrastruktur-Objekte gebaut werden sollen. Dass nicht nur führende Funktionäre mit FIFA-Präsident Josef Blatter an der Spitze in die mafiösen Sportgeschäfte verwickelt sind, beweisen die ehemaligen Fußballgrößen Franz Beckenbauer und Michel Platini. Sie sitzen in den FIFA-Leitungsgremien und versuchen Unwissenheit über die illegalen Praktiken vorzutäuschen. Auch „normale“ Sportler und Trainer sind involviert. Beispielsweise hat sich der ehemalige Fußballprofi Robert Kovac, der viele Jahre in der Bundesliga für den 1. FC Nürnberg, Hertha BSC und Bayern München spielte und enorme Geldsummen kassierte, als Strohmann instrumentalisieren lassen, um schon in den 90er Jahren Ostberliner Mieter aus ihren angestammten Wohnungen zu vertreiben und zu mobben, indem er deren Wohnung zu überhöhten Preisen kaufte. Im Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft Brasilien-Kroatien sitzt er als Assistent seines Bruders und kroatischen Nationaltrainers Nico Kovac im Stadion von Sao Paulo.

Eine der Hauptforderungen der Petition an die Fernsehanstalten ist, auf Mindeststandards für erträgliche Arbeitsbedingungen auf den Sportbaustellen und die Einhaltung der Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu dringen. Ökologische Kriterien sollen beim Bau und Betrieb von Sportbauten Einzug halten.

Zahlreiche Unterzeichner kommentieren die Vorgänge rund um die FIFA und ihre Unterschrift mit kraftvollen Sätzen. Nach Meinung von Achim Karatas ist die FIFA ein Verbrecherverein, der mehr als eine Milliarde Euro in der Reserve hält und im Jahr 2006 die Nichtzahlung von Steuern in Deutschland erpresst hat. Elia Ritterbusch lässt wissen: „Eine Unterstützung menschenrechtsverletzender Aktivititäten korrupter und kapitalorientierter Sportverbände durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist nicht mit dem Grundsatz des Artikel 1 Grundgesetz (GG) vereinbar.“ Nach den Worten von Stefan Müller dürfen kriminelle Vereinigungen nicht unterstützt werden.

Rudolph stützt sich in seiner Argumentation auf zuverlässige und seriöse Quellen. Dazu gehört das Buch „Fifa Mafia“ von Thomas Kistner. Er zitiert zudem aus der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Die FIFA ruiniert den Fuißball. Aber die Fans können den Altherrenklub stoppen.“ ++ (sp/mgn/12.06.14 – 162)

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Hamburg, 2. Juni 212 (ADN). Der Weltfußballverband FIFA und sein Präsident Josef Blatter haben den jährlich von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche (nr) vergebenen Negativ-Preis  „Verschlossene Auster“ erhalten. Die Verleihung dieser Auszeichnung für besonders extravagante mediale Intransparenz war Höhepunkt der am Sonnabend in Hamburg zuende gegangenen zweitägigen Jahrestagung der Organisation, die vor mehr als zehn Jahren gegründet wurde und inzwischen rund 600 Mtglieder hat.

Die äußerst lakonisch-satirische Laudatio auf den Preisträger hielt der Schweizer Nationalrat Roland Büchel, der selbst einst Mitarbeiter der FIFA war und und deren kriminelle Tätigkeit aus nächster Nähe erlebt hat. Er schilderte den Wandel des in der Schweiz ansässigen Vereins mit seinen derzeit 209 Mitgliedsverbänden zu einer global agierenden Mafia-Clique, an deren Spitze der „Pate“ Josef Blatter und seine 23 präsidialen Kombattanten stehen. Der 76jährige Präsident Blatter teile diese Vorstandskollegen selbst in Engel und Teufel ein, spiele sie gegeneinander aus. Zwischen ihnen tobe ein gut getarnter Machtkampf, auch um die gigantischen Korruptionsmechanismen der FIFA und die dabei in mehrfacher Millionenhöhe fließenden Schmiergelder vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Seit dem Jahr 2004 seien Boni von rund 174 Millionen Dollar für diesen zwei Dutzend Köpfe zählenden Vorstand und andere große Paten ausgezahlt worden.  Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden 60 Millionen Dollar ausgeschüttet.  Ähnliche Ausmaße haben die Vergütungen des inzwischen auf 414 Mitarbeiter angewachsenen Personalbestandes in dem nicht gewinnorientierten Vereins angenommen. Nach Angaben von Büchel wurden allein im Jahr 2010 Löhne und Gehälter in Höhe von 96, 8 Millionen Dollar gezahlt. Das sind im Durchschnitt etwa 232.000 Dollar pro Mitarbeiter. Der Verein FIFA, der im Jahre 1932 in die Schweiz gekommen war und anfangs 12 Mitarbeiter hatte, sei inzwischen zu einem Weltkonzern mit  Milliarden-Umsätzen mutiert und dennoch weiterhin steuerbefreit.

   Der bei der Preisvergabe ebenfalls anwesende Präsident des deutschen Fußballvereins FC Bayern München, Uli Hoeneß, nannte Büchels Rede außerordentlich mutig und couragiert. „Sepp“ Blatter habe eine „geschlossene Gesellschaft “ um sich herum gebildet, in die ohne seinen persönlichen Willen keiner hinein komme und die er seit 40 Jahren beherrsche. Nicht nur weil über die FIFA keine unabhängige wirtschaftliche Aufsicht ausgeübt werde und Blatter seit 1981 Alleinunterzeichner aller kommerziellen Vorgänge sei, gehe es dort nicht mit rechten Dingen zu. Um die skandalträchtigen Vorgänge zu verschleiern, würden sogar komplette Journalistenverbände geschmiert. Auch der ehemalige Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Theo Zwanziger, der jetzt zum FIFA-Führungskreis gehört, habe keine Chance, grundsätzliche Änderungen herbeizuführen und die mafiösen Strukturen aufzuweichen.  Er lasse sich umschmusen. Da er keine Englisch-Kenntnisse habe, gehe das meiste ohnehin an ihm vorbei.

Besonders erbost zeigte sich Hoeneß darüber, dass 80 Prozent der FIFA-Gelder aus europäischen Töpfen stammen – darunter des euopäischen Fußballverbandes UEFA.  Deutschland, seine Steuerzahler und die Finanziers der Gebühreneinzugzentrale (GEZ)  seien Großeinzahler. Sie sind auf diese Weise nicht nur geschädigt, sondern in das außerordentlich fragwürdige Treiben der FIFA involviert.  ++ (md/mgn/02.06.12 – 160)