Archive für Beiträge mit Schlagwort: Finanzindustrie

 Berlin, 25. November 2012 (ADN). Berlins Immobilenmarkt erhitzt auf der Herdplatte und strebt einem Siedepunkt zu. Damit erklimmt die Hauptstadt eine Spitzenposition bei einer Entwicklung, die deutsche Großstädte erfasst hat. Das ist einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums zu entnehmen, das der „Berliner Zeitung“ vorliegt und worüber sie in ihrer aktuellen Wochendausgabe berichtet. Die gegenwärtige Lage am Immobilienmarkt sei Gegenstand vertiefter aufsichtlicher Gespräche mit der Finanzindustrie, teilt das Finanministerium in dem Schriftstück auf eine Anfrage der Grünen mit. Desweiteren wird darin informiert, dass die Finanzaufsicht aus diesen Gründen bereits Banken und andere Kreditgeber stärker kontrolliert. Das Ministerium stehe im regelmäßigen Austausch mit der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Insbesondere in deutschen Ballungsgebieten sei derzeit eine Beschleunigung der Immonilienpreise zu beobachten.

Wie die Berliner Tageszeitung weiter berichtet, gibt es laut Bundesbank zwar keine Spekulationsblase in Deutschland. Jedoch berge der teils kräftige Anstieg der Immonilienpreise in und rund um sieben deutsche Großstädte und vor allem in Berlin Gefahren. Zitiert wird Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret bei der Präsentation des Finanzstabilitätsberichts 2012: „Preisübertreibungen in einzelnen regionalen Teilmärkten können nicht ausgeschlossen werden.“

In diesem Zusammenhang weist die „Berliner Zeitung“ darauf hin, dass ein völlig aus den Ruder gelaufener Immobilienmarkt in den USA die Weltfinanzkrise mit dem Zusammenbruch der globalen Konjunktur ausgelöst hatte. ++(wi/mgn/25.11.12 – 335)

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Dortmund/Leipzig, 20. Februar 2012 (ADN). „In meiner Vision von einer neuen Welt gibt es kein Geld, weil es nicht mehr nötig ist.“ Wie diese in ihrem zweiten Buch mit dem Titel „In Fülle SEIN – ohne Geld“ geschilderte Lebensvorstellung in  der Wirklichkeit tatsächlich funktioniert, berichtete die 1942 in Danzig geborene Rentnerin Heidemarie Schwermer am heutigen Montag in einer vom Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ausgestrahlten Sendung. 1996 – also vor 16 Jahren – hat die ausgebildetete Grundschullehrerin und Psychotherapeutin das große Experiment begonnen. Sie sei damit in eine völlig neue, mit ganz einmaligen und beglückenden Einsichten verbundene Welt eingetreten. Soviel Aufbruch wie jetzt habe sie ihr ganzes bisheriges Leben nicht gespürt, so Schwermer gegenüber einem Freund, der sich nach der Aufbruchstimmung in den Sechzigern sehnt und gegenwärtig eine Resignation der Masse wahrzunehmen glaubt. Ihm entgegnet Schwermer: „Wir leben quasi in einer Ruhe vor dem Sturm.“

Wie ein solches Leben ohne Geld praktisch aussieht, zeigte der MDR in einem kleinen Film-Ausschnitt auis dem Tauschring Heidenau. Den Teilnehmern, von denen jeder seine ganz speziellen Produkte und Leistungen anbietet, fehlt es für das alltägliche Leben an nichts. Ein  Migrant aus Litauen repariert den Computer einer alleinstehenden Mutter. Diese wiederum übernimmt für ihn und seine Frau die Babypflege und eine junge Kolumbianerin bereitet köstliches Backwerk für alle Beteiligten zu.

Heidemarie Schwermer gehört zu den Tauschring-Pionieren. Im Jahr 1994 gründete sie die „Gib- und Nimm-Zentrale“ in Dortmund. Es war einer der ersten deutschen Tauschringe, deren Zahl inzwischen auf etwa 300 gewachsen ist. Später reduzierte sie ihre persönlichen Ausgaben, gab dann ihre Wohnung auf und trat aus der Krankenversicherung aus. Letztendlich verschenkte sie ihr Hab und Gut. Das tut sie auch mit dem Geld, das ihr seit kurzem aus einer kleinen Rente regelmäßig zufließt. Alle lebensnotwendigen Dinge ertauscht sie sich. Sie hütet Häuser und Wohnungen, wenn deren Inhaber Urlaub machen.

Die couragierte, rüstige und attraktive Pensionärin erinnert an die ehemalige DDR. Von manchen Ostdeutschen werde berichtet, dass das Miteinander bei der Arbeit sehr schön gewesen sei damals. Ähnlich dem, das eine Indonesierin aus ihrer Heimat schilderte. „Nicht die Deutschen sind es also, die einen ’schlechten Charakter‘ haben, sondern die äußeren Umstände oder besser gesagt, das Geld bestimmt die Handlungsweisen“, schreibt sie. Der Mensch tue inzwischen eine Menge Dinge, die gar nichts mit seinerm Wesen zu tun haben. Er verkaufe sich sozusagen.

Wenn das Beispiel Heidemarie Schwermer Schule macht und massenwirksam wird, geht es der Finanzindustrie an den Kragen. Die Rentnerin zieht schon jetzt Bankern, Finanzjongleuren und allen anderen Geld-Fetischisten die Reiß-Zähne. Die Abzocker werden dann einfach überflüssig. ++ (zc/mgn/20.02.12 – 52)