Archive für Beiträge mit Schlagwort: Flugzeug

Berlin, 2. September 2014 (ADN). Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) gibt zu, etwas falsch gemacht zu haben. Darüber informiert das Berliner Printmedium „Der Tagesspiegel“ am Dienstag und zitiert aus dem WDR-Geständnis: „Trotz unseres Anliegens, Bildmaterial sorgfältig zu verwenden, ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir bitten dies zu entschuldigen“. Es ist eine Reaktion auf scharfe Kommentare im Internet, in denen Vorwürfe von „Panzerlüge“ bis „billiger Propagandatrick“ geäußert wurden. Die veröffentlichten Bilder zeigten eine Panzerkolonne in wüstenartiger Landschaft und waren mit dem Text versehen: „Russische Kampfpanzer fahren am 19.08.14 noch unter Beobachtung von Medienvertretern in der Ukraine“. Tatsächlich stammte das Bildmaterial jedoch aus dem Jahr 2009 und war während des russischen Manövers „Kaukasus 2009“ entstanden. Die Tageszeitung nennt weitere Beispiele, die darauf schließen lassen, dass dies kein Einzelfall oder nur ein Versehen sein kann.

Dass der Bericht  mit dem Untertitel „ARD-Sendungen verbreiten falsche Bilder zum Ukraine-Konflikt“  nicht auf eine verzerrte und abwegige Film- und Foto-Berichterstattung beschränkt werden darf, macht das Nachrichtenportal Kopp.online deutlich. Es nennt gewichtige Hintergründe für eine systematisch betriebene Informationsstrategie westlicher Medien. So schreibt Raul Ilargi Meijer über eine ganze Welle von Gerüchten und Beschuldigungen, die sich sogar noch verstärkt. Er befürchtet, „als Opfer eines Trommelfeuers von Beschuldigungen und Behauptungen, für die fast keine Beweise vorgelegt werden, drohen wir in einen offenen Krieg  hineingezogen zu werden.“ Meijer fordert vom Westen klare Worte. „Vielleicht erklären uns unsere Politiker noch vor der offiziellen Kriegserklärung, wo eigentlich die mobilen BUK-Raketensysteme geblieben sind, die angeblich das malaysische Passagierflugzeug MH-17 abgeschossen haben, was die Auswertung der Flugschreiber der Maschine ergeben hat und wann endlich die Gespräche der Luftverkehrskontrolle mit den Piloten der Maschine veröffentlicht werden, die Berichten zufolge vom ukrainischen Geheimdienst beschlagnahmt wurden.“ Der Abschuss von MH-17 sei nämlich der wesentliche Anlass für die öffentliche Empörung im Westen, die Anfeindungen und Wirtschaftssanktionen gegen Russland gewesen. Es könne durchaus sein, dass nicht die Donbass-Rebellen, sondern die ukrainische Armee oder Blackwater oder die CIA für den Flugzeug-Abschuss verantwortlich sind. ++ (me/mgn/02.09.14 – 245)

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Berlin, 21. März 2014 (ADN). „Der langjährige unsinnige Versuch von EU und NATO, Russland geopolitisch zu hintergehen, ist gescheitert; für einen Umstieg fehlten Einsicht und Konzept.“ das schreibt der ehemalige Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri und bundesdeutsche Verteidgungsstaatssekretär von 1998 bis 2002, Walter Stützle, in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „der Freitag“.  Die Kanzlerin habe noch Anfang Dezember 2013 Außenminister Guido Westerwelle auf dem Maidan in Kiew auftreten und die Gaunerin Tymoschenko als Ikone sich inszenieren lassen. Zudem ließ sie den Bundespräsidenten gewähren, der aus persönlichen Gründen demonstrativ die Olympischen Winterspiele mied. „Die Zuflucht zu verunglückten Gesten verdrängte situationsbedingte Politik,“ so Stützle.

Gleichermaßen kurzatmig agierten nach den Worten von Stützle EU und Atlantische Allianz. „Von einer durchdachten Politik gegenüber Russland keine Spur. Statt zu fragen, wie die Krise gemeinsam bewältigt werden kann, beherrscht die Dämonisierung Putins das Denken.“ Das gelte auch für die NATO und ihren überforderten Generalsekretär. Außer überflüssigen Winkelzügen mit der Verlegung von Flugzeugen zu gar nicht gefährdeten östlichen Bündnispartnern sei den Strategen nichts eingefallen. 

„Geschichtsloser hätte dieses Stück Außenpolitik nicht angelegt werden können,“  unterstrich Stützle. Die kulturgeschichtliche, politische und militärische Bedeutung der Ukraine für Russland scheine völlig vergessen worden zu sein. „Die Annahme, Moskau werde reaktionslos hinnehmen, dass seine Schwarzmeerflotte sich eines Tages auf einer NATO-Krim wiederfindet, glich einer Geschichtsverweigerung.“ Die EU habe leichtfertig und kurzsichtig darauf gesetzt, mit ihrer sogenannten „östlichen Partnerschaft“ die strategische Einflusszone gegenüber Moskau ausdehnen zu können. „Es ist Zeit zur strategisch angelegten Umkehr“, schlußfolgert der Friedensforscher und Militäranalyst. Sinnvoll gestaltete Sicherheit könne es nur mit, aber nicht gegen Russland geben. ++ (vk/mgn/21.03.14 – 080)

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Potsdam, 12. Oktober 2013 (ADN). Die Bewahrung eines stabilen Erdklimas kostet jeden Menschen etwa 100 Euro pro Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass weltweit ab dem Jahr 2020 ernsthaft und entschlossen gehandelt wird. Das erklärt der Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber in einem Interview mit dem Monatsmagzin „mobil“ in dessen Oktober-Ausgabe. Die bisher bei Klimaschutzverhandlungen diskutierte Summe von 100 Milliarden Dollar pro Jahr reiche dafür nicht aus. Um auf das nötige Finanzvolumen zu kommen, sei es vorstellbar, dass jedes Land je nach Wirtschaftskraft in einen solchen Fonds einzahlt. So würden die USA diesen Anteil ebenso einbringen wie Deutschland und Bangladesh. Das Geld diene dazu, nachhaltige Projekte überall in der Welt zu fianzieren. „Wenn ein Land die Windenergie im eigenen Land mit 20 Milliarden Euro subventioniert, kann es die Summe von seinem Beitrag für den Fonds abziehen“, so der Leiter des Potsdam Institutes für Klimafolgenforschung. Dieses Modell sei nicht nur für Europa und die USA geeignet, sondern auch für Indien und China. Es biete noch einen weiteren Vorteil. Die historische Verantwortung wäre in der höheren Abgabe der reichen Länder schon eingepreist.

Schellnhuber wies auf die besondere Position und Verantwortung Chinas hin. „Die Führung in China kennt die Probleme genau, steht aber vor einem Dilemma. Sie will möglichst schnell viele Menschen aus der Armut holen und weiß, dass sie den schmutzigen Pfad nicht zu Ende gehen kann. Zurzeit machen die Chinesen alles gleichzeitig. Sie haben in sechs Provinzen den Emissionshandel eingeführt, sind die größten Investoren in Windenergie weltweit. Gleichzeitig bauen sie neue Atom- und Kohlekraftwerke. Sie vollziehen noch die alte industrielle Revolution und sind schon Teil der großen Transformation.“ Auf der politischen Ebene sei Europa derzeit der einzige Block, der die Fahne des Klimaschutzes entschieden schwingt. Allerdings hätten auch Neuseeland, Mexiko und Südafrika verstanden, dass die Probleme anzupacken sind.

Für den Verkehrsbereich prognostiziert der 63jährige, der auch an der Universität Potsdam Theoretische Physik lehrt, ein deutliches Nachlassen des Flugverkehrs in Mitteleuropa. Die Bahn werde das Flugzeug zunehmend durch Hochgeschwindigkeitszüge ersetzen. Für die innerstädtische Mobilität erwartet der Wissenschaftler, der im Februar dieses Jahres vor dem UNO-Sicherheitsrat zum Klimawandel referierte, immer mehr Elektroantriebe. ++ (kl/mgn/12.10.13 – 279)

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München, 18. Mai 2013 (ADN). Tausende Nutzer des Internetportals Mitfahrgelegenheit.de sind empört. Das seit 2001 installierte Portal vermittelte ursprünglich kostenlos preiswerte Mitfahrgelegenheiten im Auto für prekäre Bevölkerungsschichten, die sich weder selbst ein Auto noch teure Fernreisen mit der Eisenbahn oder dem Flugzeug leisten können. Nun werden sie seit März dieses Jahres in der größten und beliebtesten Mitfahrbörse kräftig zur Kasse gebeten. Das Portal, an dem sich inzwischen rund eine Million Besucher pro Monat einklicken, ist seit Ostern gebührenpflichtig. So müssen Anbieter von Mitfahrten neuerdings elf Prozent Provision auf Grundlage des Fahrpreises zusätzlich bezahlen. Der übliche Preis einer einfachen Mitfahrt zwischen Leipzig und Berlin hat sich sogar von zehn auf zwölf Euro erhöht.
Mit diesen Zusatzeinnahmen wird ein Unternehmen angefüttert, das sich offenbar den gesamten europäischen Mitfahrmarkt unterwerfen will. Inzwischen hat die in München ansässige Carpooling.com GmbH bereits acht Tochtergesellschaften in anderen Staaten des Kontinents gegründet. Rund 60 Beschäftigte treiben den expansiven und marktverzerrenden Kurs voran. Das eigentliche Ansinnen des Portals, einkommensschwache und bedürftige Menschen von A nach B zu bringen und ihnen eine gewisse Reisefreiheit zu ermöglichen, versickert. Nun sollen die als Mitglieder gemeldeten Fahrzeuginhaber eine unberechtigte Provision zahlen, die diese dann auf die Mitfahrer abwälzen.

Die unseelige Abzockerei ist kein Zufall. Großkonzerne stehen dahinter und wittern zusätzlichen Profit. Inzwischen hat sich Investor Earlybird eingekauft und ist mit 37 Prozent der Anteile größter Einzelinvestor. Im August vergangenen Jahres ist auch die Firma Daimler eingestiegen und verfügt nun über 17 Prozent der Anteile. Dafür soll der Automobilkonzern acht Millionen Euro bezahlt haben. seitdem sind die drei eigentlichen Gründer des Portals nicht nur in der Minderheit, sondern auch weitgehend sprächlos. Entweder haben sie nichts mehr zu sagen oder sie wollen niemandem in das seltsame Manöver Einblick geben. Einer dieser drei ursprünglichen Geschäftsführer ist Michael Reinicke. Er verweigert die Auskunft über Details der Umsatzverteilung und die zweckentfremdende Umstrukturierung.

Besonders süffisant, verräterisch und auch profitabel sind die Kooperationen mit großen Transportunternehmen. Dazu zählen die Deutsche Bahn (DB) AG, große Fernbuslinien und die Fluglinie Air Berlin. Sie haben bisher mit größtem Neid und Missgunst das Anschwellen dieses besonders von Studenten, Lehrlingen und anderen jungen Leuten privilegierten Reiseverkehrs beobachtet. Mit speziellem Argwohn beobachtete die Deutsche Bahn das rege Treiben, dessen Knotenpunkte häufig direkt vor ihren Augen an ihren Bahnhöfen lokalisiert sind. Mit teilweise rüden Methode versuchte die DB AG Mitfahrgelegenheiten regelrecht zu unterbinden. Sogar bewaffnete Polizisten wurden in Marsch gesetzt, um mit fadenscheinigen Begründungen die Teilnehmer dieses Parallelverkehrs aus Bahnhofsnähe zu vertreiben.

Inzwischen hat sich eine lautstarke Protest- und Gegenbewegung zu Wort gemeldet. Sie geben Contra und entwarfen neue dem Ursprungsmodell nahe kommenende Portale wie fahrgemeinschaft.de und flinc.org. ++ (az/mgn/18.05.13 – 132)

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