Archive für Beiträge mit Schlagwort: Foodwatch

Düsseldorf, 7. August 2014 (ADN). Die wirtschaftliche Situation der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch hat sich im Jahr 2013 deutlich stabilisiert. Das teilt am Donnerstag die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ mit und zitiert aus dem noch unveröffentlichten Jahresbericht von Foodwatch. Mit den steigenden Mitgliederzahlen könne die Finanzkraft erhöht werden. Darlehen aus der Gründungsphase könnten nach und nach getilgt werden.

Im Visier von Foodwatch steht seit zehn Jahren vor allem die Nahrungsmittelwirtschaft. Unter Lebensmittel-Managern sei deshalb Foodwatch-Gründer Thilo Bode eine Reizfigur. Sie werfen ihm vor, mit populistischen Kampagnen um Spenden zu werben. Nüchtern stellt die Wirtschaftszeitung fest: “ Die Einnahmen von 2,082 Millionen Euro – vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden – stiegen tatsächlich gegenüber Vorjahr um fünf Prozent. Die Abhängigkeit von Großspenden sinkt dadurch: Sie dritteln sich auf 35.000 Euro. Damit ist Foodwatch ein kleines Unternehmen – das expandiert. Gut 26.000 Euro gab die Organisation aus, um sich den Markennamen in verschiedenen Ländern zu sichern: knapp 70.000 Euro gingen in Kampagnen in das Expansionsland Niederlande, 81.000 Euro nach Frankreich.“ Für die Kampagnen als Kerngeschäft gab Foodwatch 1,1 Millionen Euro aus. Dagegen wandte die von der kritischen Verbraucher-Organisation bekämpfte Süßwarenindustrie in Deutschland  700 Millionen Euro für Werbung auf. Damit dürften die Zucker-Barone bittere Früchte vom Baum der Erkenntnis ernten. Ihre PR-Effizienz ist ungleich geringer als die des Bode-Teams. ++ (na/mgn/07.08.14 – 218)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkewl (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Frankfurt am Main/Berlin, 30. Mai 2013 (ADN). Die DZ Bank zieht sich in ihrer Geschäftstätigkeit aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln zurück. Das bestätigte das Finanzinstitut in einem Schreiben an die Verbraucherorganisation „foodwatch“. Die Maßnahme gelte auch für das Tochterunternehmen Fondsgesellschaft Union. Details zu dem Rückzug erörterten DZ-Vorstand Lars Hille und „foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode in einem persönlichen Treffen. So sollen Wertpapiere auf der Basis von Agrarrohstoffen im Jahr 2013 auslaufen. Zudem werden keine Nachfolgeprodukte emittiert und keine Agrar-Derivate anderer Banken mehr vertrieben. Finanz-Produkte ohne Laufzeitende seien bereits von der Börse genommen oder den Kunden zum 3. Juni 2013 gekündigt worden.

Nach den Worten von Bode ist der Schritt des viertgrößten Kreditinstituts, zu dem 900 genossenschaftliche Volks-, Raiffeisen-, Sparda- und PSD-Banken gehören, ein Vorbild für andere Banken. Damit übernehme die DZ Bank die notwendige politische Verantwortung. Unter dem Motto „Der Nächste bitte !“ forderte Bode speziell die Deutsche Bank zu einer ähnlichen Entscheidung auf. Der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Josef Ackermann hatte dies noch zu seiner Amtszeit der Verbraucherorganisation zugesagt, jedoch später wieder einen Rückzieher gemacht. Der Verein „foodwatch“ hatte im Oktober 2011 mit der Schrift „Die Hungermacher“ auf die unseligen Folgen der Spekulation mit Nahrungsmitteln aufmerksam gemacht.

Zu den engagierten Gegnern der Börsenspekulation mit Agrarrohstoffen zählt auch der UN-Experte Jean Ziegler, der das Problem mit besonders drastischen Fprmulierungen zu beschreiben pflegt. In seinem Buch „Wir lassen sie verhungern“ schildert er das Schicksal von 2,2 Milliarden Menschen, die von der UNO als extrem arm eingestuft werden. Die Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel wie Reis oder Mais führe zu ihrer Vernichtung. Er scheut auch nicht vor den Vokabeln „Mord und Totschlag“ zurück, um die brutalen Finanz-Praktiken westlicher Konzerne zu charakterisieren. Zu ihnen gehöre das Finanzunternehmen Goldman Sachs, das sich nach seiner verstärkten Abkehr von Immobiliengeschäften nun vordergründig der Spekulation beispielsweise mit Zucker und Soja zugewandt hat. ++ (fi/mgn/30.05.13 – 144)

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Berlin, 14. Januar 2013 (ADN). Der erst im Jahr 2011 eingeführte Uran-Grenzwert für Trinkwasser von 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser bietet für Kleinkinder und Säuglinge keinen sicheren Schutz. Das teilte das Nachrichtenportal „Extrem News – Die etwas anderen Nachrichten“ am Wochenende unter Berufung auf den jüngsten Newsletter der Verbraucherorganisation foodwatch mit. Sie hatte auf das drängende Problem jahrelang hingewiesen und erwirkt, dass überhaupt ein Höchstbelastungswert fixiert wird. Er ist jedoch lediglich für Erwachsene eine gewisse Garantie gegen gesundheitliche Schädigungen. Für Mineralwasser hat der Grenzwert übrigens keinerlei Gültigkeit.

Nach foodwatch-Angaben haben sich inzwischen mehr als 27.000 Verbraucher per e-mail an das Verbraucher- und Gesundheitsministerium gewandt und neue sichere Grenzwerte gefordert. Doch die Politiker stecken den Kopf in den Sand. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr leugnete sogar in einem zweiseitigen Schreiben die Risiken. Die Vorwürfe seien unbegründet und entsprächen nicht dem tatsächlichen Sachverhalt. Er beruft sich auf ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, das von Deutschland in Auftrag gegeben wurde. Wer es aufmerksam liest, kommt zu der Erkenntnis, dass wegen des Giftgehalts von Uran aufgrund der zugelassenen Mengen bei kleinen Kinder die Nieren geschädigt werden können.

Noch skandalöser reagierte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, in deren Verantwortungsbereich die Vorgaben für in Flaschen abgefülltes Minralwasser fallen. Sie lehnt sowohl die Festlegung von Grenzwerten als auch eine Antwort auf die e-Mail-Botschaften ab. ++ (ge/mgn/14.01.13 – 009)

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Hamburg/München/Leipzig/New York, 19. September 2012 (ADN). Der Zuckeranteil ist fast ausnahmslos in Produkten von Frühstücks-Flocken für Kinder zu hoch. In jeder zweiten Packung steckten mindestens 30 Prozent Zucker, zitiert am heutigen Mittwoch das Internet-Portal sueddeutsche.de die Verbraucherorganisation Foodwatch. Sie habe festgestellt, dass vier von fünf Produkten noch einen Zuckeranteil von mehr als 20 Prozent enthalten. Bei nicht einmal sechs Prozent liege der Zuckeranteil unter zehn Prozent. In die Analyse waren 143 Produkte einbezogen, die als besonders für Kinder geeignet beworben wurden.

Dem Bericht zufolge erklärte Foodwatch-Mitarbeiter Oliver Huizinga: „Frühstücks-Flocken für Kinder sind in der Regel schlicht Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich.“ Die Industrie präsentiere letztlich ein billiges Gemisch aus Mehlpampe und Zucker. Für die Nahrungsmittelfirmen verkörpern die Flocken mit der billigen Zutat ein einträgliches Geschäft. Für die Gesundheit der Kinder sei das jedoch fatal. 

Auf die globale Gefahr derartiger Methoden hatte zu Beginn dieses Monats das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem Schwerpunktbeitrag unter dem Titel „Die süße Droge“ hingewiesen. „Der Zuckerkonsum hat sich weltweit innerhalb von 50 Jahren verdreifacht, auf derzeit 165 Millionen Tonnen pro Jahr. In den Entwicklungs- und Schwellenländern kurbelt der zunehmende Wohlstand den Verzehr von Zucker besonders an. Parallel dazu verbreiten sich dort westliche Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Störungen.“

Das Printmedium schildert das perfide Vorgehen der Agrar- und Lebensmittelkonzerne bis in internationale Gremien hinein. Als Kronzeugin sagte die New Yorker Ernährungswissenschaftlerin Marion Nestle während einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Gespräch, dass diese Organisation bereits im Jahr 2003 eine international gültige Empfehlung abgeben wollte, nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr durch Zucker zu decken. Zuckerverbände und Süßgetränkehersteller seien dagegen Sturm gelaufen. „Ihre Lobby ist so mächtig, dass sie die Politik komplett blockieren können“, erklärte die 75jährige. Am Ende stand nur ein vager Ratschlag der WHO, den Konsum von Zucker zu reduzieren.

In der Bundesrepublik Deutschland versuchen die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker und der Verein der Zuckerindustrie ihre kommerziellen Ziele mit ungerechtfertigten und abwegigen Behauptungen zu tarnen. So vertraten deren Repräsentanten gegenüber dem Hamburger Nachrichtenmagazin die Auffassung, dass der Zusammenhang zwischen Zucker und ernährungsmitbedingten Krankheiten überschätzt wird.  Sie geben jedoch zu, dass der Gebrauch von Zucker in Fertigwaren, Gebäck und Getränken enorm zugenommen hat. Nur 17 Prozent des Zuckers würden heute noch direkt zum Kochen und Backen zu Hause verwendet.

Dem seit vielen Jahren andauernden Versuchen, dem Trend hin zu ungesunden Ernährungsweisen entgegenzuwirken, ist nun jüngst eine neue Initiative hinzugefügt worden. Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas-Erkrankungen (IFB) der Universität Leipzig baut sein Hilfsangebot für junge Menschen mit wiederkehrenden Ess-Anfällen aus.  Prof. Dr. Anja Hilbert gesteht zu, dass gerade bei Jugendlichen die bisherigen Offerten „nicht dem tatsächlichen Bedarf entsprechen“. Derartige Störungen, die mit starken psychischen Belastungen und dem Risiko zu Übergewicht und Adipositas verbunden sind,  seien bisher vernachlässigt worden. Deswegen gebe es nun bundesweit erstmalig in Leipzig ein kostenloses Beratungs-Projekt für junge Leute, das vier Monate dauert und innerhalb einer wissenschaftlichen Studie abgearbeitet wird. Dazu werde das IFB mit Schulen, Ärzten und Jugendeinrichtungen kooperieren. Das Angebot richte sich an Mädchen und Jungen ab dem 12. Lebensjahr sowie an Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 20. Lebensjahr.  Nach den Worten der auf Verhaltensmedizin spezialisierten Wissenschaftlerin werden die Teilnehmer individuell beraten und trainiert, um ihr Ess-Verhalten in den Griff zu bekommen und den persönlichen Teufelskreis der Ess-Anfälle zu durchbrechen. ++ (ge/mgn/19.09.12 – 267)

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