Tripolis, 30. Januar 2012 (ADN).“Als dieser Tage ergrimmte Angehörige des Warfalla-Stammes die NTC-Banden aus der Stadt Bani Walid jagten, halluzinierten die bundesdeutschen Medien unisono von Gaddafi-Anhängern, die dafür verantwortlich seien, bis die UNO klarstellte, dass es sich um einen Konflikt zwischen bewaffneten Einwohnern und den ‚Revolutionstruppen‘ handele, über den ‚falsch berichtet‘ wurde.“  Das schreibt Frank W. Haubold in der heutigen Montagausgabe des ef-magazin (eigentümlich frei) über die mediale Lügenmaschinerie, die derzeit Lybien durchpflügt und sich schon auf Kriege in Syrien und Iran einschießt.

Nach den Worten von Haubold beharrt man weiterhin auf dem Märchen vom „arabischen Frühling“ in Lybien, obwohl das Land durch das NATO-Eingreifen in das Zeitalter der Stammeskriege zurückgefallen ist. Einst blühende Städte glichen nun Grosny oder Falludscha. Die sonst pulsierende Metropole Tripolis verkomme zu einem von rivalisierenden Milizen beherrschten riesigen Slum. Das gleiche verlogene Spiel der Medien werde nun nach Syrien und Iran verlagert. Die von Saudi-Arabien und den Emiraten bezahlten wahhabitischen Banden, die in Syrien die Bevölkerung terrorisieren, werden zu Freiheitskämpfern hochstilisiert. Zugleich verkaufe der Medienklüngel die Tatarenmeldungen einer in London ansässigen „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, die vom US-Außenministerium mitfinanziert wird, als Tatsachen. So entsteht nach den Worten von Haubold ein mediales Zerrbild der betroffenen Region, das wenig bis nichts mit der Realität vor Ort zu tun hat.

In russischen Medien ist nach Auffassung von Haubold ein realistischeres Bild von den aktuellen Krisenherden vorzufinden als in den angeblich freien Medien des Westens. Bundesdeutsche Journalisten und Kommentatoren degradieren sich selbst willfährig zu Handlangern der Mächtigen und bereiten das Feld für geplante Kriege. Das sei nicht nur verantwortungslos und feige, sondern lege auch die Axt an einen Grundpfeiler der Demokratie, die nur mit freien Medien und unabhängigem Journalismus existieren kann. Widerstand dagegen sei nicht zu sehen. Im Gegenteil: häufig warte man in bundesdeutschen Redaktionsstuben nicht einmal auf Weisung „von oben“, sondern schalte sich im vorauseilendem Gehorsam selbst gleich. ++ (md/mgn/30.01.12 – 30)

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