Archive für Beiträge mit Schlagwort: Frühwarnsystem

Leipzig, 13. März 2015 (ADN). Der Verfassungsschutz (VS) gilt als „Frühwarnsystem“ gegen die Bedrohungen der verfassungsmäßigen Ordnung in der Bundesrepublik. Seit der Gründung der VS-Ämter wurden jedoch immer wieder Skandale, Kompetenzüberschreitungen und Grundrechtsverletzungen bekannt. Mit diesen Sätzen wird eine Wanderausstellung über die Entwicklung des bundesdeutschen Verfassungsschutzes eingeleitet, deren Präsentation in der Universität Leipzig am Freitag endete. Die Exposition unter dem Titel „Versagen mit System“, den sie nach sorgfältiger Beschau rechtfertigt, wurde von einer Wissenschaftlergruppe des Forums kritischer Rechtsextremismusforschung (FKR) initiiert und von mehr als 120 Sponsoren erst ermöglicht.Gregor Wiedemann von FKR erklärte, dass diese Unterstützung für das Projekt Ausdruck einer selbstbewussten Zivilgesellschaft ist, die für den Schutz der Demokratie in erster Linie die Bürger selbst zuständig sieht und nicht einen außer Kontrolle geratenen Geheimdienst. In einer dazu erschienenen Publikation teilt das FKR weiter mit: „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass sich die Neo-Nazi-Szene in Ostdeutschland ohne die Hilfe des Verfassungsschutzes bis Ende der 90er Jahre in dem Maße hätte organisieren können. Die zunehmende Vernetzung und Verfestigung der anfangs eher losen Fascho- und Skinhead-Szene vollzog sich mit Wissen der verschiedenen VS-Ämter und unter Beteiligung ihrer Vertrauensleute in zentralen Positionen.“

Einen entscheidenden Anstoß für das Zustandekommen der Ausstellung gab eine Podiumsdiskussion Ende 2012 im Leipziger Rathaus zum Thema „Geheimdienst und Bildungsarbeit“, an der der Präsident des sächsischen Verfassungsschutzamtes, Gordian Meyer-Plath, teilgenommen hatte. Dabei gab das FKR seine Überzeugung vom Nonsens eines Verfassungsschutzes kund. „Schon mit der Erfüllung seiner ureigensten Aufgabe, dem Schutz der Demokratie, vollends überfordert, hat der ‚Verfassungsschutz‘ seine Überflüssigkeit zur Genüge unter Beweis gestellt. Wir wollen ihm nicht noch die Chance geben, als Bildungsdienstleister zu versagen.“ 

Die Ausstellung, die zuvor schon in Hamburg und Berlin zu sehen war, wandert im April nach Sachsen-Anhalt. Zu den darauf folgenden Stationen gehören Strausberg, Lüneburg, Bielefeld, München, Köln, Erfurt und Gera. ++ (vs/mgn/13.03.15 – 64)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Doha, 8. Dezember 2012 (ADN). Europa fehlt der Wille, den Klimawandel aufzuhalten. Das stellte die Direktorin des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meerersforschung Bremerhaven, Karin Lochte, am Sonnabend im Deutschlandfunk fest. Zu dieser Schlussfolgerung kommt sie aufgrund des bisherigen Verlaufs und der Ergebnisse der Welt-Klimaverhandlungen in Doha. Alles deute darauf hin, dass eine Pause von acht Jahren für den weltweiten Klimaschutz eintritt. Das wäre schrecklich, so die Wissenschaftlerin. Die derzeitigen Emissionen von Kohlendioxid ließen darauf schließen, dass die Erde auf den schlechtesten Fall (worst case) zusteuert, also auf eine Klimaerwärmung, die weit über zwei Grad Celsius gehen wird.

Europa wird seiner Vorreiterrolle nicht mehr gerecht, so Kochte. Energiesparen werde das immer dringendere Erfordernis. In Polarregionen vollzieht sich nach ihren Worten die Erderwärmung doppelt so schnell als im globalen Durchschnitt. Deswegen bilden die dort gemessenen Werte ein Frühwarnsystem für den gesamten Klimawandel. Sie prognostiziert, dass es in den nächsten 50 Jahren im arktischen Sommer kein Eis mehr geben wird. Nordeuropa und die Nordhalbkugel der Erde werden das besonders deutlich zu spüren bekommen, erklärte Direktorin Kochte abschließend.   ++ (kl/mgn/08.12.12 – 348)

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