Archive für Beiträge mit Schlagwort: Gesundheitsministerium

Rom/Berlin, 26. Dezember 2013 (ADN). Die internationale meditzinische Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ fordert die sofortige Schließung des Aufnahmezentrums für Migranten und Asylsuchende auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa. Die Insassen seien zu evakuieren. Die Einrichtung müsse geschlossen werden, um die Unterbringung radikal zu verbessern und ein Mindestmaß an menschlicher Würde zu ermöglichen.

In einer Pressemitteilung der Organisation schildert der Präsident von „Ärzte ohne Grenzen“ in Italien, Loris de Filippi, dessen Teams das Aufnahmelager in den vergangenen Monaten regelmäßig besuchten, die katastrophalen Zustände. „Jedes Mal mussten wir feststellen, dass die Einrichtung völlig überfüllt ist, und Menschen im Freien übernachten müssen. Die medizinische Verschwiegenhetspflicht wird nicht respektiert. Es gibt zu wenige Toiletten und Duschen. Das Personal verhält sich nicht angemessen.“ Seine Mitstreiter hätten den Behörden die Missstände immer wieder gemeldet, seien dabei aber auf taube Ohren gestoßen. Es sei nichts unternommen worden.

Das Aufnahmezentrum hat eine Kapazität von maximal 200 Personen. Diese wird meist überschritten. Das Lager wurde gebaut, um neu Ankommende 48 Stunden aufzunehmen, erste Hilfe zu leisten und eine Unterkunft zu gewähren. Derzeit wird das nicht erfüllt. Das hoch abgesicherte und hermetisch abgeschlossene Zentrum erfüllt nicht einmal einen Minimalstandard für die ersten 48 Stunden, geschweige denn für einen Aufenthalt von vier bis fünf Monaten. Das ist nämlich der Zeitraum, den die Menschen tatsächlich festgehalten werden. Die medizinische Versorgung, die eigentlich im Verantwortungsbereich des italienischen Gesundheitsministeriums liegt, wird in schlechter Qualität von einer privaten Firma geleistet, heißt es in der zur Weihnachtszeit veröffentlichten Presseinformation weiter.

„Ärzte ohne Grenzen“ fordert dringend, dass die Menschen aus dem Zentrum an geeignetere Orte gebracht werden – entweder auf der Insel in Hotels bzw. in ein anderes Zentrum oder auf dem Festland. Die medizinischen Teams stünden auf Lampedusa bereit, um den Migranten und Asylsuchenden Nothilfe zu leisten. Das gelte auch innerhalb des Lagers, sobald es in einen akzeptablen Zustand versetzt wurde.

Abschließend übte de Filippi vernichtende Kritik an dem Verhalten offizieller Stellen hinsichtlich neuester Schreckensnachrichten, nach denen Lager-Insassen sich ausziehen und mit Wasserschläuchen haben abspritzen lassen mussten. „Die einzigen Reaktionen der italienischen Behörden auf den jüngsten Skandal waren öffentliche Empörung und der Austausch des Management-Teams. Das ist, als würde ein Heftpflaster auf eine riesige Wunde geklebt.“ ++ (so/mgn/26.12.13 – 355)

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Berlin, 14. Januar 2013 (ADN). Der erst im Jahr 2011 eingeführte Uran-Grenzwert für Trinkwasser von 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser bietet für Kleinkinder und Säuglinge keinen sicheren Schutz. Das teilte das Nachrichtenportal „Extrem News – Die etwas anderen Nachrichten“ am Wochenende unter Berufung auf den jüngsten Newsletter der Verbraucherorganisation foodwatch mit. Sie hatte auf das drängende Problem jahrelang hingewiesen und erwirkt, dass überhaupt ein Höchstbelastungswert fixiert wird. Er ist jedoch lediglich für Erwachsene eine gewisse Garantie gegen gesundheitliche Schädigungen. Für Mineralwasser hat der Grenzwert übrigens keinerlei Gültigkeit.

Nach foodwatch-Angaben haben sich inzwischen mehr als 27.000 Verbraucher per e-mail an das Verbraucher- und Gesundheitsministerium gewandt und neue sichere Grenzwerte gefordert. Doch die Politiker stecken den Kopf in den Sand. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr leugnete sogar in einem zweiseitigen Schreiben die Risiken. Die Vorwürfe seien unbegründet und entsprächen nicht dem tatsächlichen Sachverhalt. Er beruft sich auf ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, das von Deutschland in Auftrag gegeben wurde. Wer es aufmerksam liest, kommt zu der Erkenntnis, dass wegen des Giftgehalts von Uran aufgrund der zugelassenen Mengen bei kleinen Kinder die Nieren geschädigt werden können.

Noch skandalöser reagierte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, in deren Verantwortungsbereich die Vorgaben für in Flaschen abgefülltes Minralwasser fallen. Sie lehnt sowohl die Festlegung von Grenzwerten als auch eine Antwort auf die e-Mail-Botschaften ab. ++ (ge/mgn/14.01.13 – 009)

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