Archive für Beiträge mit Schlagwort: Grundrecht

Amsterdam, 5./6. Januar 2014 (ADN). Vier Wissenschaftler der Universität Amsterdam haben zu Jahresbeginn die globale akademische Welt aufgerufen, sich gegen die flächendeckende Massenüberwachung vor allem durch US-amerikanische und britische Geheimdienste zu wehren. In der Petition, die inzwischen von mehr als 300 Professoren und Dozenten unterzeichnet wurde, wird vordergründig die Einhaltung des Grundrechts auf Privatheit gefordert. „Es ist geschützt durch völkerrechtliche Vereinbarungen darunter der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte und die Europäische Menschenrechtskonvention,“ heißt es in dem von Nico van Eijk, Beate Roessler, Frederik Zuiderveen Borgesius und Manon Oostveen initiierten Aufruf. Die Massenüberwachung verwandle die Unschuldsvermutung zudem in eine Schuldvermutung. Damit kritisieren die Akademiker das bei den Überwachungsbefürwortern beliebte Argument, wonach jemand, der nichts zu verbergen hat, auch keine Angst vor Ausspähung haben müsse.
In der Petition prangern die Akademiker die von Edward Snowden aufgedeckte geradezu lückenlose Beobachtung der Bevölkerung im eigenen Land und in anderen Staaten an. Online-Dienste wie Google, Yahoo oder Skype würden infiltriert. Nutzer müssen befürchten, dass private Kommunikation nicht privat bleibt. Offensichtlich wollen diese Internet-Unternehmen und andere „moderne“ Spieler dem Staat gefallen und machen der hoheitlichen Überwachung deshalb auch interne Daten mit privaten Kundeninformationen zugänglich, kommentiert dazu die „Neue Zürcher Zeitung“ am Montag. „Dies ist klassischer Korporatismus, eine typische Kungelei zwischen Firmen und Staat und erinnert an planwirtschaftlich-totalitäre Regime in Kriegen oder an Regime wie jenes der DDR mit ‚inoffiziellen Mitarbeitern‘ (IM). Die Frage ist nun, ob ‚IM Apple‘ oder ‚IM Google‘ eher einen Denunzianten-Status bevorzugen oder ob sie doch lieber Vertrauen im Markt aufbauen möchten, indem sie sich vom Staat distanzieren.“

Die angenehm kurz und knapp formulierte Amsterdamer Petition ist inzwischen von Wissenschaftlern aus 28 Ländern unterzeichnet. Die meisten kommen aus Deutschland mit derzeit 81 Unterschriften – darunter elf aus den sogenannten Neuen Bundesländern. Es folgen die Niederlande mit 70 Unterschriften, Großbritannien mit 55 Unterschriften und Belgien mit 42 Unterschriften. ++ (me/mgn/05.01.14 – 005)

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Karlsruhe, 4. Mai 2013 (ADN). Wenn sich die Menschen als ergebnisoffene Entwicklungswesen begreifen, dann ist der Konsum Mittel zum Zweck.Betrachtet man die Mitmenschen hingegen als Reiz-Reaktionswesen – wie zu konditionierende Tiere – dann wird der Mensch zum Mittel, um die Wirtschaft florieren zu lassen. Das erklärte die lebende Unternehmerlegende Götz Werner in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „alverde“ in einer Kolumne. Um ein Menschenbild in einem menschenwürdigen Sinne zu formen seien freie und unabhängige Medien erforderlich. Es wäre vermessen zu glauben, Händler könnten in ausreichender Form und Fülle informationen und Meinungen verbreiten. Dazu brauche es freier Medien und ambitionierte Blogger sowie Rundfunk- und Fernsehsender, die unabhängig von Werbekunden recherchieren, dokumentieren und berichten können. „Tief, umfassend, gründlich und eben keine schnellen und vergänglichen News, bei denen täglich ‚eine neue Sau durchs Dorf gejagt wird'“, stellt Werner fest. Andererseit benötige das mündige freiheitswillige Menschen, die – ob als Konsumenten oder als Bürger – solche Informationen auch wollen. Es sei immer schwieriger, ein Publikum zu finden, das etwas Neues erfahren möchte. Die Menschen wollten viel lieber ihre Vorurteile bestätigt sehen.

„Freie Meinungsäußerung ist ohne freie Willensbildung nicht möglich. Anders herum verhält es sich genauso. Die Freiheit zu beidem ist ein Privileg unser abendländischen Kultur“, erklärte der Unternehmensgründer. Das verkörpere ein Grundrecht. Immer mehr Journalisten und Blogger seien bereit, über Neues nachzudenken und darüber zu berichten. Sinnvolle Informationen zu verbreiten, sei ohne freie Medien nicht möglich.ar ein langer Weg bise kri“ um verantwortungsvollen und nachhaltigen Konsum zu gewährleisten.++ (me/mgn/04.05.13 -118)

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