Bukarest, 11. Januar 2012 (ADN). Der ehemalige rumänische Premierminister Adrian Nastase ist vom Obersten Justiz- und Kassationsgerichtshof nach einem der aufsehenerregendsten Korruptionsprozesse nach 1990 freigesprochen worden. Wie die „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ berichtet, war der Ex-Premier von der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (DNA) wegen Bestechung angeklagt worden. Auch Anklagen gegen Nastases seinerzeitigen Berater Ristea Priboi und den ehemaligen Chef der staatlichen Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche (ONPCSB), Ioan Melinescu, seien abgewiesen worden.

Der Fall geht nach dem Zeitungsbericht auf das Jahr 2000 zurück. Damals waren auf dem Konto von Nastases Ehefrau Dana 400.000 US-Dollar aufgetaucht, die Verdacht weckten. Die Geldwäsche-Ermittler initiierten ein Verfahren, das nach dem Wahlsieg von Melinescus Partei PSD blockiert wurde. Nastase habe Malinescu zum Chef eben dieser Geldwäsche-Behörde ernannt und soll ihn damit bestochen haben.

Später erklärte Nastase, dass es sich bei den plötzlich eingezahlten 400.000 US-Dollar um eine Erbschaft der Tante von Nastase Ehegattin handelt. Die 91jährige Tamara Cernasov soll in ihrer Plattenbauwohnung jahrelang Kunstgegenstände und Schmuck gehortet haben, die sie dann verkaufte. Beweise dieser These konnten nicht erbracht werden. Diverse Prozessverzögerungen traten ein, weil beispielsweise 2008 die Abgeordnetenkammer Anträge auf Immunitätsaufhebung und Strafverfolgung gegen Nastase abgewiesen hatte. Erst 2009 wurde ein solcher Antrag gegen Nastase, gegen den derzeit zwei weitere Prozesse im Gange sind, bewilligt. ++ (kr/mgn/11.01.12 – 11)