Archive für Beiträge mit Schlagwort: Kartell

Mexiko-Stadt, 11. Juli 2015 (ADN). Länder wie Australien, Japan, Spanien und Italien wurden von der mexikanischen Regierung um Unterstützung im Kampf gegen das Drogenkartell „Jalisco Neue Generation“ (CJNG) gebeten. Darüber berichtet das Nachrichtenportal amerika21.de am Sonnabend. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich in den genannten Staaten Finanzquellen des Kartells befinden. „Die Enthüllungen bieten Einblicke in die Machtstruktur des um 2010 entstandenen Kartells. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Finanzexperten deckte die Abteilung für organisierte Kriminalität der mexikanischen Staatsanwaltschaft (Seido) geheime Bankkonten auf. Diese belegen den Verkauf von synthetischen Drogen nach Afrika, Asien und Amerika. Allein in den USA sollen lauf Seido ein Viertel der Transaktionen des Kartells durchgeführt worden sein,“ schreibt amerika.21.de weiter. Dabei baue das CJNG seine Macht immer weiter aus und übernehme Geschäfte, die zuvor noch das Kartell der Tempelritter bestimmt hatte. Dafür habe die kriminelle Vereinigung weltweit legale Firmen für die Steuerung ihrer Finanzströme und des Handels mit illegalen Substanzen gegründet. ++ (ch/mgn/11.07.15 – 150)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Rom/München, 23. Juni 2015 (ADN). Eine Mafia-Bande hat Rom unterwandert. Der Volksmund nennt sie Mafia Capitale der Neuzeit, denn sie hat Italiens Hauptstadt fest im Griff.  Dabei hat sie ihre korruptiven Netzwerke sogar über repräsentative und architektonische Kostbarkeiten geworfen. Ein Beispiel erläutert die „Süddeutsche Zeitung “ (SZ) am Dienstag. „Die Sala Giulio Cesare fiel ihr in die Hände. Als der prächtige Gemeinderatssaal, dieses Theater der römischen Politik auf dem Kapitolshügel, vor einigen Jahren teuer restauriert werden musste, gewann den Wettbewerb für den Umbau eine Firma aus dem Dunstkreis von Mafia Capitale“, so die SZ. Der Begriff Wettbewerb gebe dabei das Verfahren allerdings nur sehr ungenau wieder, denn die Ausschreibung sei wie so viele andere auch manipuliert gewesen. Die Vergabe war abgekartet, erfuhr die Öffentlichkeit. Die Indizien waren so erdrückend. Fünf wurden Personen verhaftet. Im Justizfall rund um die Restauration der Sala Giulio Cesare mit ihren antiken Mosaikboden im stolzen und schönen Palazzo Senatorio ging es um viel Schmiergeld. Ein größeres Symbol für die Unterwanderung sei in Rom kaum vorstellbar.

Die finstere Saga der Mafia Capitale, die vor etwa einem halben Jahr mit einer ersten Verhaftungswelle ans Licht der Öffentlichkeit getreten ist, wird fast täglich mit einem neuen Kapitel bereichert. Den Italienern dämmert es mit jeder neuen Erkenntnis der Ermittler und mit jeder medialen Enthüllung mehr, dass ihre Hauptstadt von einem gierigen und schamlosen Syndikat aus faschistischen Ex-Terroristen, linken Unternehmern, bürgerlichen sowie progressiven Stadträten und Beamten unterwandert ist.

„Die Stadt wirkt zerfressen und ausgesaugt. Zwischen 2008 und 2013, in den Jahren unter dem postfaschistischen Bürgermeister Gianni Alemanno, war Mafia Capitale so mächtig und ihr Korruptionsnetz so weit gezogen, dass mittlerweile gegen mehr als 100 Personen ermittelt wird, wegen Zugehörigkeit zu einer mafiösen Organisation, wegen Bestechung, Erpressung, Geldwäscherei. 80 Verdächtige wurden schon verhaftet.“ Ein stattlicher Teil sitze im Gefängnis, dem Rest sei Hausarrest gewährt worden. Dabei seien bekannte Namen der lokalen und nationalen Politik, ein früherer Fraktionschef und ein ehemaliger Präsident des städtischen Parlaments sowie ein Staatssekretär der italienischen Regierung. Das Kartell der mafiösen Firmen hatte ein breites Betätigungsfeld: Abfallentsorgung und Reinigung von Parks, Versorgung von Altenheimen und von Zentren für Minderjährige, Bewirtschaftung von Roma-Lagern und von Flüchtlingsunterkünften. Die Bande verwaltete Auffangzentren in mehreren Regionen Italiens. Das Lager Mineo auf Sizilien – das größte Europas – gehört dazu. In der ehemaligen Residenz der amerikanischen Armee sind mehr als 3.000 Menschen untergebracht.  Fast jeder Euro, den der Staat in diese Zentren von Asylsuchenden steckte, floss in das Netzwerk der römischen Mafia. ++ (kr/mgn/23.06.15 – 133)

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Leipzig, 17. Februar 2015 (ADN). „Es kommt zu spät !“. Diese treffende Einschätzung gibt ein Teilnehmer zum Abschluss der ersten am Dienstag an der Leipziger Volkshochschule begonnenen Informationsreihe, die sich mit den Hintergründen der Demonstrationen der vergangenen Monate in Sachsen befasst. Im Vordergrund des „Politischen Dienstagstreffs spezial“ standen die Medien, die Macht und die Politik. In der Kurzpräsentation des Abends heißt es: „Auf den Wutbürger-Demonstrationen machte sich die Meinung breit, dass in diesem Land ein Meinungskartell aus ‚Systemmedien‘ und ‚Systemparteien‘ am Volk vorbeischreibe, -rede und -regiere. Diese Behauptung gipfelte in den Rufen ‚Lügenpresse‘ und ‚Volksverräter‘. Was ist dran an dieser Behauptung ? Darf man hier nicht alles sagen ? Gibt es Tabus ? Gibt es ein ‚Kartell‘ ? Und wie sieht es mit den sogenannten Wahrheiten im Internet aus ? Wir wollen diesen Fragen auf den Grund gehen und über Medien, Macht und Politik sprechen.“ Das gelang unter Leitung und Moderation des Politikwissenschaftlers Dr. Udo Metzinger aus Frankfurt am Main, der mit Fakten und wissenschaftlicher Analyse diesen gellschaftlichen Phänomenen auf die Spur kommen wollte, nur in Fragmenten. Zudem war spontane Improvisation nötig, da der Zuspruch der Interessenten so groß war, dass das in Seminar und Diskussion aufgeteilte Forum in zwei Sälen gleichzeitig stattfinden musste. Metzinger stellte der regen Diskussion die Überschrift des Amerikaners Benjamin Barber „Die Demokratie ist in Gefahr, wenn Meinung und Vorurteil an die Stelle von Wissenschaft und Vernunft treten“ voran. Der teilweise sehr emotionale Gesprächsverlauf zeigte, dass tatsächlich ein erheblicher Aufarbeitungsbedarf über die Ursachen der vor allem in Sachsen aufgeflammten Protestbewegungen besteht. Es darf bezweifelt werden, ob in den nächsten vier Veranstaltungen bis Juni dieses Jahres die nötige Klarheit geschaffen werden kann. ++ (pr/mgn/17.02.15 – 46)

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Leipzig, 16. April 2013 (ADN). Die Aliierten haben in Deutschland sechzig Jahre lang die Medienlandschaft erfolgreich gestaltet. Das erklärte Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien in Nordrhein-Westfalen (NRW), am Dienstag in Leipzig bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Medien im Wandel – welche Zukunft hat Journalismus im Internet ?“. Es sei an der Zeit Kartelle auch mal zerschlagen zu können. „Aber wir trauen uns nicht“, so Eumann, der auch Vorsitzender der Medienkommission beim Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) ist. Auch Google müsse „mal seine Algorithmen hinterlegen.“ In diesem Zusammenhang zerpflückte Eumann das Mediensystem in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in seiner Substanz als einen „Meinungskampagnenjournalismus“. Er gefährde die Demokratie. Zu seinem europäischen Pendant erklärte er die Medien in Italien, die sich inzwischen die Einstufung unter dem Fachbegriff „Berlusconisierung“ gefallen lassen müssen. Eumann erläuterte das Anliegen einer neuen Stiftung in NRW, die den Qualitätsjournalismus fördern soll. Dazu stünden 1, 6 Millionen Euro bereit.

Dem SPD-Politiker, der NRW als ein ehemaliges publizistisches Vorzeigeland mit 13.500 Journalisten in Regionalzeitungen bezeichnete, widersprach Michael Geffgen vehement. Der Geschäftsführer der „leipzig school of media“ hatte mitgeteilt, dass sich der klassische Printjournalismus de facto pulverisiert hat. Noch im Jahr 1985 seien in diesen Bereich 70 Prozent aller Marketinggelder geflossen. Jetzt betrage der Anteil nur noch zwischen 16 und 17 Prozent. Die Diskutanten, zu denen auch der Betreiber des Blogs netzpolitik.org, Markus Beckedahl gehörte, waren sich einig, dass dem Siegeszug des Internet im Journalismus wenig entgegenzusetzen ist. Beckedahl informierte, dass seit gestern für sein Medium das Experiment „Schwarmfinanzierung“ laufe. Allein mit Anzeigen gehe es nicht mehr.++ (me/mgn/16.04.13 – 101))

Berlin, 21. Oktober 2012 (ADN). Neue schwarze Wolken ziehen am Himmel des neuen Berliner Flughafens BER auf. Aktuellen Vorwürfen aus dem Bundesverkehrsministerium zufolge hatte BER-Geschäftsführer Rainer Schwarz bereits im März dieses Jahres Informationen darüber, dass der ursprüngliche Eröffnungstermin des Luft-Drehkreuzes am 3. Juni 2012 nicht zu halten sein werde. Das hat er dem Aufsichtsrat des Unternehmens  am 20.April verschwiegen, sagte Staatssekretär Michael Odenwald dem Sender Radio Berlin-Brandenburg (RBB) am Wochenende. Warnhinweise und Signale über erhebliche Hindernisse habe es auch von Experten des Flughafens München und von der Firmenberatung McKinsay gegeben. Darin ging es um Mängel, die bei Testläufen in der Abfertigung aufgetreten waren.

Schwarz begründete sein Schweigen damit, dass McKinsay im April für das Vorhaben wieder grünes Licht gegeben hat. Odenwald empfiehlt dem in wenigen Tagen am 1. November tagenden Aufsichtsrat, nunmehr haftungsrechtliche Fragen gegenüber dem BER-Geschäftsführer  zu prüfen.

Während der Druck innerhalb des BER-Informations- bzw. Schweigekartells in Richtung Geschäftsführung wächst, richtet sich der parlamentarische Aufklärungswille gegen den Aufsichtsrat und dessen Spitzenpersonal durch den vergangenen Freitag eröffneten Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. So fordern die Berliner Grünen den Rücktritt des Aufsichtsrates. Deren baupolitischer Sprecher Andreas Otto hatte die Befürchtung geäußert, der Berliner Senat verweigere dem Ausschuss den Zugang zu den jeweiligen Dokumenten. Zu registrieren sei, dass immer mehr Unterlagen mit dem Stempel „Verschluss-Sache“ gekennzeichnet und damit der Öffentlichkeit entzogen werden. Mit dem jetzigen Aufsichtsratspersonal unter Leitung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klau Wowereit gebe es keine Gewissheit für Kosten- und Termindisziplin. „Deswegen brauchen wir andere Leute im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung. Wir können nicht die nächste halbe Milliarde – das sind also 450 Millionen Euro – um die geht es hier – einfach denselben Leuten hinterherwerfen, die das alles verschuldet haben“, sagte Otto.++ (kr/mgn/21.10.12 -300)

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