Leipzig/Mailand, 23. September 2012 (ADN). Die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrische Endokrinologie (ESPE) ist am heutigen Sonntag in Leipzig mit einem Besuch von 70 afrikanischen Kinderärzten in der Universitätsklinik Leipzig zu Ende gegangen. Sie waren Gäste der Konferenz und der Universität, weil es Afrika nach Angaben von Prof. Wieland Kiess, Direktor der Kinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig und ESPE-Präsident 2012, besonders an Programmen zur gesundlichen Grundversorgung und pädiatrischen Forschung mangelt. Als Hauptvoraussetzung fehle es nicht an der finanziellen Ausstattung, sondern an ausreichender Bildung.

Schwerpunktthemen der Tagung, an der mehr als 3.100 Kinderärzte, Biochemiker, Psychologen und andere Experten aus 69 Ländern teilnahmen, waren endokrinologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter wie Schilddrüsenerkrankungen, Störungen der sexuellen Differenzierung sowie Adipositas und Diabetes. Dazu teilte Prof. Francesco Chiarelli aus dem italienischen Chieti, Direktor der pedriatischen Klinik der Universita degli studi-azienda ASL, mit, dass immer häufiger jüngere Kinder und sogar Neugeborene von Diabetes Typ I befallen sind. Es sei bemerkenswert, dass dieses Phänomen in Finnland und Sardinien besonders schwerwiegend ist. Dort betreffe es im Durchschnitt eins von 200 Kinder, das unter dieser Krankheit leidet. Die Ursache dafür, dass Diabetes in diesen europäischen Regionen so verbreitet ist,  sei noch nicht geklärt. Solche Patienten müssten lebenslänglich mit Spritzen behandelt werden, wenn sich keine andere Lösung in Zukunft finden lässt. Nach den Worten von Chiarelli, der im nächsten Jahr einen Weltkongress in Mailand auf diesem Medizin-Sektor kordiniert, haben Diabetes I und II viele andere Krankheiten zur Folge. Darin liege die große Bedeutung, an der Ursachenklärung intensiv zu arbeiten.

Prof. Annette Grüters-Kieslich, Dekanin der Charite-Universitätsmedizin Berlin,  wies darauf hin, dass es in den USA und Europa zu schwerwiegenden Ungerechtigkeiten bei der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen kommt. Hauptgründe seien der schlechte soziale Status und die zu geringe Bildung. Sie nannte beispielhaft Schilddrüsenprobleme. Nur eines von 3.000 davon betroffenen Kindern wird geheilt und vor einer dauerhaften geistigen Behinderung bewahrt. ++ (ge/mgn/23.09.12 – 271) +