Archive für Beiträge mit Schlagwort: Kleinbauern

Bogota/Berlin, 19. Oktober 2014 (ADN). Das geplante Gesetz von Präsident Juan Manuel Santos  widerspricht völlig der „umfassenden Landreform“, die bei den Friedensverhandlungen in Havanna zur Demokratisierung der Besitzverhältnisse von Ländereien zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellenorganisation FARC vereinbart wurden. Darüber berichtet das Nachrichtenportal amerika21.de am Sonntag und gibt dazu die Auffassung des Senators der Partei Polo Democratica, Ivan Cepeda, wieder. Sollte der Kongress dem Gesetzentwurf  zur Schaffung „ländlicher Wirtschaftsentwicklungszonen“ zustimmen, wird das öffentliche Brachland auch für Großunternehmer zugänglich sein, nicht nur für Kleinbauern und Landlose, wie es ein älteres Gesetz aus dem Jahr 1994 festgelegt hatte.  Der Zugriff auf Brachland für Großinvestoren wäre außerdem unbeschränkt. Sie könnten große Flächen anhäufen, was vorher nicht legal war. Nicht nur das Legalisieren  der Konzentration von Brachland durch das neue Gesetz ist nach den Worten von Cepeda für die Bauernbewegung besorgniserregend, sondern es sind auch Impulse für eine künftige „Gegenagrarrerorm“ zu befürchten. Dies sei sehr gravierend in einem Land, wo 52 Prozent der Gesamtländereien sich in den Händen von nur 1,15 Prozent der Bevölkerung befinden.

Mit den gegenwärtigen Konflikten und Entwicklungen in dem südamerikanischen Land beschäftigt sich ein neues Buch mit dem Titel „Vergangenheit und Zukunft Kolumbiens – in Zeiten der Hoffnung“. Der Autor Jorge Freytter Florian, der seit 2006 im Exil im spanischen Baskenland lebt, präsentierte es in der vergangenen Woche auf drei Veranstaltungen in Berlin.  ++ (su/mgn/19.10.14 – 291)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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München, 3. Dezember 2013 (ADN). „Seit 2008 haben die deutsche und europäische Politik den Märkten Lebensmittel entzogen, um den Agrosprit zu fördern – auf Geheiß der Agroindustrie, in ihrem Streben nach privatem Profit.“ Das stellt der Schweizer Globalisierungskritiker, Jean Ziegler, am Dienstag in der „Süddeutschen Zeitung“ in einem Namensbeitrag fest. Die Verwendung großer Mengen an Nahrungs- und Nutzpflanzen für relativ geringe Mengen an Treibstoff habe drei desaströse Folgen. Die erste sei eine Zunahme des Hungers in der Welt. Fast alle Agrarkraftstoffe in Europa werden aus Nahrungspflanzen wie Weizen, Soja, Ölpalmen, Raps und Mais gemacht, die für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung essentiell sind. Europa verbrenne auf diese Weise Rohstoffmengen, mit denen 100 Millionen Menschen ernährt werden könnten. Zudem sei ein Preisanstieg für Nahrungsmittel die Nachwirkung.

Die zweite Folge besteht nach den Worten von Ziegler in der verstärkten Nachfrage nach Land. Flächenspekulanten, Hegde-Fonds und Agroenergie-Konzerne verdrängen Hundertausende Kleinbauern von ihren Feldern, nehmen ihnen die Existenzgrundlage und schneiden sie von der Wasserversorgung ab. Dies geschehe weltweit, insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die dritte Folge ist die Umweltzerstörung, so der 79jährige, der von 2000 bis 2008 UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung war und jetzt Mitglied im beratenden Ausschuss des UN-Menschrechtsrates ist. Durch den Einsatz von Düngemitteln, Landrodung und die Verdrängung von Feldfrüchten würden nicht die Kohlendioxidemissionen reduziert. Im Gegenteil: Millionen Tonnen zusätzliches Treibhausgas gelange in die Atmosphäre. Um dem „mörderischen Sprit“ die Quelle abzugraben, müssten die Vertreter der EU-Staaten am 12. Dezember in Brüssel alle Zielvorgaben und die Unterstützung für solche Agrarrohstoffe streichen. „Tun sie das nicht, macht sie das zu Mittätern in einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, klagt Ziegler an. ++ (kl/mgn/03.12.13 – 331)

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Meckenheim/Katmandu, 23. Oktober 2012 (ADN). Ein sorgfältig vorbereitetes Kooperationsvorhaben mit Landwirten in dem Himalaya-Staat Nepal startete diese Woche in Deutschland. Es handelt sich um den Verkauf von Tee aus der nepalesischen Kooperative Sunderpani. Damit wird die Existenz von 200 Kleinbauernfamilien auf eine stabile Grundlage gestellt. Das teilt das federführende Unternehmen Gschwendner aus Meckenheim in Nordrhein-Westfalen in seiner jüngsten Firmendokumentation mit. In der 49. Ausgabe des Teebuches wird der Starttermin 20. Oktober 2012 als wichtiger Tag in der Unternehmensgeschichte bezeichnet.

Den Mittelpunkt des Projekts bildet eine neue Teefabrik die seit 2009 auf den Feldern der Kleinbauern geerntete Teeblätter verarbeitet. Es wurden  Maschinen zur Teeverarbeitung angeschafft. Fachleute beraten, um optimalen Transport und Fabrikation zu sichern. Sie helfen den Kleinbauern zudem bei Anbau und Pflege der Teesträucher.  Systematisch kommt jetzt biologischer Kompost zum Einsatz. Dafür erhielten die Bauern Kühe als Schlüsselelement des biologischen Anbaus sowie Biogasanlagen. Mit dem Dung einer Kuh kann eine vierköpfige Familie mit dem täglich benötigten Gas zum Kochen versorgt werden. Die desweiteren anfallenden Milchprodukte  sind eine willkommene zusätzliche Einkunfts- und Nahrungsquelle.

Zudem ist der Absatz des Tees zu guten Preisen gewährleistet, weil die Produktqualität sich spürbar erhöht hat. Bisher hatte sie erheblich gelitten wegen der langen Transportzeit der frisch gepflückten Teeblätter. Die Güte des Tees mit dem Namen „Spirit of Sunderpani“ stieg derart, dass dem Produkt im Juli vergangenen Jahres ein Bio-Zertifikat erteilt wurde. Das ermöglichte den nunmehr erfolgten Handelsstart in Deutschland, Europa und sogar weltweit.

Um das Projekt weiterhin nachhaltig zu unterstützen, fließen beispielsweise von den 9,80 Euro aus dem Verkauf einer 200-Gramm-Packung „Spirit  of Sunderpani“ 80 Cent zurück in die Kassen der Kleinbauern und deren Familien in dem wichtigsten nepalesischen Teeanbaugebiet Ilam. ++ (ag/mgn/23.10.12 – 302)

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