Archive für Beiträge mit Schlagwort: Konflikt

München, 9. Februar 2014 (ADN). Bundespräsident Joachim Gauck sollte uns nur noch sagen, wie viele Tote und Verwundete es zukünftig pro Jahr kosten darf, um Deutschlands Sicherheit dort zu verteidigen, wo die USA es von uns verlangen. Russen und Chinesen zetteln ja keine Kriege an, wo wir mithelfen müssen.“ Mit diesem Sarkasmus beginnt ein Leser der „Süddeutschen Zeitung“ seine am Wochenende veröffentlichte Zuschrift, mit der er die zunehmende Verwicklung der Deutschen in weltweite militärische Konflikte kritisiert. Peter Mühlberger aus München weist weiter darauf hin, dass Horst Köhler am 31. Mai 2010 noch gehen musste, nachdem er auf dem Rückflug von Afghanistan noch von mehr Bundeswehreinsätzen gesprochen hatte. Gauck dürfe 2014 dasselbe sagen und Bundespräsident bleiben. Selbst etwas fordern und andere dafür sterben lassen, sei ja so einfach.  Oberhäuptlinge, die Militäreinsätze fordern, sollten mitkämpfen und mitsterben, um die Soldaten tatsächlich zu motivieren. 

Der 1946 geborene Hamburger Gerd Kirschenmann stellt fest, sich das ganze Leben lang geirrt zu haben. Deutschland werde nun überall verteidigt, auch durch Wirtschaftskriege. Den Kriegshelden als Vorbilder und Militärparaden als Zeichen der Stärke wolle nun die Polizei nicht mehr hinterherhinken. In den Hamburger Gefahrengebieten werde zu jeder Zeit und an jeder Stelle kontrolliert. Die innere Ordnungsmacht nehme es mit der Wahrheit nicht mehr so genau und könne es nicht erdulden, wenn sich ein Demonstrationszug irrtümlich zwei Minuten zu früh in Bewegung setzt. Das schlimme Bild vervollständigen die Parlamentarier, die nicht wissen, was sie gerade entschieden haben, so Kirschenmann. ++ (mi/mgn/09.02.14 – 040)

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München/Tel Aviv, 26. Mai 2013 (ADN). Der Bauhaus-Stil hat hier seinen Höhepunkt erreicht – zu einer Zeit, als in Deutschland die Nazis wüteten. So zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ die aus Deutschland stammende Architektin Sharon Golan, die in der Stadtverwaltung Tel Aviv mit dem Erhalt und der Pflege dieses Erbes beschäftigt ist. Von den 4.000 Bauhaus-Gebäuden im Zentrum der Mittelmeer-Stadt stehen 2.000 unter Denkmalschutz. Sie wurden in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderte gebaut, als die Stadt rasant wuchs. Ihre Schöpfer sind jüdische Architekten, die am Bauhaus Dessau studierten und nach der Flucht aus Deutschland im Mandatsgebiet Pästinas landeten. Zumindest waren sie von Walter Gropius und Erich Mendelsohn oder Le Corbusier beeinflusst. Vor zehn Jahren wurden diese Bauensemble zum Weltkulturerbe erklärt. Allerdings verfallen diese wertvollen Kulturgüter. Der städtische Haushalt hält für ihren Erhalt nur 1, 2 Millionen Euro jährlich bereit.

Das Dilemma sieht Emily Silverman von der Hebräischen Universität Jerusalem in dem Konflikt zwischen ökonomischem Profitstreben und sozialem Anspruch der Bauhaus-Idee. Die Mieten renovierter Häuser steigen sofort nach Abschluss der Sanierungsarbeiten und dann fehlt das Geld andernorts, sagt sie.
Beispielhaft wird die alte Arbeitersiedlung „Hod“ beschrieben. Sie entstand im Jahr 1935 nach Entwürfen des vom Bauhaus Dessau gekommenen Architekten Arieh Sharon als eine Art mitten im Stadtzentrum existenter Kibbuz. 150 Wohnungen umsäumen einen grünen Garten und ihre Anmutung muss früher paradisisch gewesen sein. Jetzt sind die Fassaden in einem jämmerlichen Zustand. Billige Balkons wurden nachträglich angebaut. ++ (ku/mgn/26.05.13 – 140)

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