Archive für Beiträge mit Schlagwort: Lech Walesa

Hamburg, 8. November 2014 (ADN). Nicht einer der Mächtigen der Welt – nicht Präsidenten, Premierminister, selbst Könige – hielten die Chance für möglich, den Kommunismus zu besiegen. Doch dann schickte der Himmel Johannes Paul II. und aus 2.000 Jahren Christentum erwuchs eine riesige Kraft. Das erklärte der ehemalige polnische Präsident, Lech Walesa, in einem am Sonnabend veröffentlichten Interview der Zeit-Beilage „Christ und Welt“. Nachdem ein Pole Papst geworden sei, hätten sich innerhalb von einem Jahr zehn Millionen hinter einem Häufchen von 20 verschworenen Leuten versammelt.

Die gegenwärtigen Verhältnisse kritisierte Walesa mit den Sätzen: „Unsere Demokratie hat dazu geführt, dass die Politiker nur noch in Wahlperioden denken und sich vorwiegend in Wahlkreisen umtun. Deswegen haben wir eigentlich gar keine richtigen Politiker, sondern nur noch Fernsehpolitiker.“ Auch er habe tief an die Demokratie geglaubt. Aber die Demokratie habe ihr Tempo, ruhe nicht auf der Stelle. Die jetzigen Politiker halte er für ungeeignet in dieser wichtigen Umbruchszeit. Ihr Denken bewege sich zu sehr in Kategorien des Nationalstaates. So könne kein enger vereintes Europa errichtet werden. Die Demokratie sei in eine Schieflage geraten.Sie sei gut gewesen für einzelne Länder. In größeren Organisationen müsse sie anders organisiert werden.  ++ (vk/mgn/08.11.14 -311)

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Köln, 13. Oktober 2014 (ADN). Es fehlt an Beweisen für die politische Qualität des Pazifismus, es fehlt an Politikern, die aus den Jahren der Blütezeit gewaltfreier Konfliktlösungen Konsequenzen für heute ziehen. Das erklärt die Grünen-Politikerin Antje Vollmer am Montag im Deutschlandradio Kultur und ergänzt die aufrüttelnde Frage: „Wollen die selbsternannten Totengräber des Pazifismus wirklich behaupten, eine Oligarchin Julia Timoschenko, ein Multimilliardär Chodorkowski und eine Punk-Band Pussy Riot gehörten in diese Reihe der Freiheitskämpfer der Menschheit ?“. Sie hatte zuvor auf die gewaltlosen Widerstandsaktionen Gandhis gegen das britische Empire, Nelson Mandelas gegen das blutige Apartheid-Regime sowie des Vaclav Havel und Lech Walesas verwiesen. Ohne deren Vorbild hätte es Michail Gorbatschow nie gewagt,  seine Soldaten in den Kasernen zu lassen.  Der Pazifismus scheine jedoch heute abgewickelt  und ins Reich der Träume aus der Jugendzeit der Bundesrepublik verbannt. „Militärische Optionen umgeben sich mit der Aura zeitgerechter Verantwortungsethik und dem Ruf nach dem Erwachsenwerden von Staaten die ihre neue Rolle in der Welt markieren wollen wie Hunde ihr Revier“, so Vollmer. Es heiße, die heutige globale Welt mit ihren assymetrischen Schlachten erfordere eben eine grundlegende Revision des traditionellen Kriegs- und Völkerrechts.

Erstaunlich und ein einziger Quell der Hoffnung ist nach Ansicht von Vollmer, dass die Bevölkerung von einer zähen Skepsis erfüllt bleibt. „Sie misstraut diesem neuen Menschenrechts-Bellizismus. Diese meist stumme, notorisch kriegsunwillige Mehrheit bewahrt nicht nur die traumatischen Bilder der letzten Weltkriege, der eigenen Schuld an fremden Völkern und der Bombenkriege im kollektiven Gedächtnis.“ ++ (fr/mgn/13.10.14 – 285)

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