Archive für Beiträge mit Schlagwort: Märkische Allgemeine

Potsdam, 27. Dezember 2014 (ADN). Von den Nazis und den DDR-Behörden geraubte Kulturgüter sind in zahlreichen brandenburgischen Museen aufgetaucht. Es wird mit zahlreichen weiteren Funden gerechnet. Darüber berichtet die in Potsdam herausgegebene „Märkische Allgemeine“ am Sonnabend unter Berufung auf Susanne Köstering. Nach Angaben der Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg stießen Sachverständige bei Untersuchungen auf bis zu 15 Werke, bei denen es sich um NS-Raubkunst handeln könnte.  Zudem seien Kulturgüter zutage getreten, die möglicherweise von DDR-Behörden nach 1945 beschlagnahmt wurden.  Es könnte sogar eine fünfmal größere Menge aus der DDR-Zeit stammen. Oberste Priorität bei der Suche habe jedoch NS-Raubkunst.

Köstering verlangte jedoch von der Bundesregierung Klarheit darüber, ob auch die Nachforschungen nach zu DDR-Zeiten geraubten Kulturgütern gefördert werden. Der Forderung hat sich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten angeschlossen. Nach den Worten von Stiftungssprecher Frank Kallensee ist diese Arbeit besonders kompliziert und umfangreich. Geld sei nötig, um sich darum zu kümmern. Aus dem Brandenburger Kultusministerium kommt der Hinweis, dass Brandenburg das künftige Deutsche Zentrum Kulturgüterverluste mitfinanziert. Es soll im Januar seine Arbeit aufnehmen und sich unter anderem mit zu DDR-Zeiten entzogenen Sammlungsstücken befassen. Zu den DDR-Raubgütern gehören unter anderen Bilder, Mobiliar, Bücher, Skulpturen, Schmuck oder Porzellan. „Einige  Besitzer wurden infolge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone nach 1945  enteignet. Später entwendeten die DDR-Behörden solche Gegenstände unter anderen von Bürgern, denen ‚Republikflucht‘ vorgeworfen wurde“, schreibt die „Märkische Allgemeine“. Sie bezeichnet als besonders bedeutend die einst entwendeten Kulturgüter der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Die jahrelangen Verhandlungen der Stadt Cottbus mit den Erben des Fürsten sind noch immer nicht abgeschlossen. Es gehe beispielweise um die Ahnengalerie, die umfangreiche Familienbibliothek und einen Großteil des Mobiliars. Nach den Worten des  Fachbereichsleiters für Kultur der Stadt Cottbus geht es um den Erhalt des Bestandes. Auch in Zukunft solle die authentische Lebenswelt von Fürst Pückler präsentiert werden.

Über Kulturgüter, die nach 1990 in der Bundesrepublik Deutschland von ihren Eigentümern konfisziert, zwangsenteignet, versteigert oder gar vernichtet wurden, ist in diesem Zusammenhang nichts zu erfahren. Dass es solche Raubzüge in der jüngsten Vergangenheit en mas gab und gibt, ist nicht zu leugnen. Zahllose Beweise liegen zwar vor, werden aber nicht oder nur zaghaft verfolgt. Viele Verfahren wurden von der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) bearbeitet. Nach der Auflösung dieser Einrichtung lag diese Arbeit brach. Ermittlungsverfahren wurden schlagartig eingestellt. ++ (ku/mgn/27.12.14 – 360)

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Potsdam/Leipzig, 11. September 2012 (ADN). Wie in der angeblich so demokratischen Partei Christlich Demokratische Union (CDU) mit Andersdenkenden umgegangen  wird, demonstriert gegenwärtig diese politische Organisation im Bundesland Brandenburg.  Die „Märkische Allgemeine“ (MAZ) berichtet am heutigen Dienstag berichtet, das die CDU ihre Landesvorsitzende und Fraktionschefin im Landtag Saskia Ludwig in die Wüste schickt. Dem erzwungenen Rücktritt von der Funktion im Parlament folgt demnächst die Verdrängung von der Parteispitze. Der innerparteiliche Putsch hatte sich während des Mutterschaftsurlaubs zusammengebraut, aus dem die seit 2010 amtierende Parteivorsitzende kürzlich zurückgekehrt ist.

Einer der Hauptgründe für die Fahrt aufs Abstellgleis ist der Vorwurf, Ludwig habe ungerechtfertigte Verschwörungstheorien über die Informationspolitik im Lande verbreitet. Die 44jährige hatte heftige Kritik an den Brandenburger Medien geübt. Berichterstatter agieren nach ihren Worten zum Teil „mit Order aus der Staatskanzlei“. Die Sozialdemokratische Partei (SPD) , die in Brandenburg in Koalition mit der Linken regiert, versuche auch noch in Anwesenheit des Ministerpräsidenten die Meinungsfreiheit eintzuschränken. Das sei einmalig in Deutschland. „Diese wiederholt vorgetragene Verschwörungstheorie – noch dazu bereits über ein Rechtsaußenblatt transportiert – habe das ‚Fass zum Überlaufen gebracht'“, zitiert die „Märkische Allgemeine“ ein CDU-Fraktionsmitglied. Der CDU-Ehrenvorsitzende Jörg Schönbohm warnte Ludwig mit den Worten, sie schieße übers Ziel hinaus, wenn sie behaupte, es gebe eine gelenkte Presse im Land.

Dass die nun entmachtete Saskia Ludwig tatsächlich gewisse Wahrheiten gelüftet hat und nun deswegen parteiübergreifend angefeindet wird, belegt die Sachlage in der bundesdeutschen Medienbranche. Am Beispiel Außenpolitik untersuchte der Leipziger Kommunikationswissenschaftler Uwe Krüger die Eliten-Netzwerke deutscher Journalisten. Sein Fachbeitrag unter dem Titel „Die Nähe zur Macht“ beschreibt er eine Netzwerkanalyse der sozialen Umgebung von Deutschlands 183 führenden Journalisten. Anhand öffentlich zugänglicher Daten über Organisationen mit außenpolitischem Profil wurde untersucht, bei welchen Journalisten im Analysezeitraum 2002 bis 2009 Kontaktpotential mit elitären Kreisen der nationalen und internationalen Politik sowie der Wirtschaft bestand. Von den 183 Journalisten kristallisierten sich 26 heraus, die mit 26 außenpolitisch orientierten Organisationen im Zusammenhang standen und Kontakte zu Politik- oder Wirtschaftseliten pflegten. Diese 26 Medienvertreter arbeiteten bei 9 der 14 Leitmedien.

Zu den in der Studie genannten Medienvertretern gehört Josef Joffe, der seit dem Jahr 2000 Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“ ist. Im Untersuchungszeitraum  war er Teilnehmer an der Münchner Sicherheitskonferenz, der Bilderberger-Konferenz und des Weltwirtschaftsforums in Davos. Zudem ist er Mitglied der Trilateralen Kommission, des International Institute for Strategic Studies und des American Council on Public Policy. Joffe gehört den Kuratorien der Atlantik-Brücke, des Aspen Institute in Berlin, der American Academy in Berlin, des AICGS und des Council on Public Policy an. Zudem zählt er zum Beirat der Zeitschriften „“Europe’s World“, „Internationale Politik“ und „The American Interest“. Letztere hat er mitgegründet.

In dem Bericht, der im vergangenen Jahr von dem Fachmagazin „Medienjournal“ abgedruckt ist, heißt es weiter: „Joffes Netzwerk war außerordentlich weit und redundant; die größten Schnittmengen bestanden zwischen Weltwirtschaftsforum und Bilderberg (47 Personen) sowie Bilderberg und Trilateraler Kommission (43 Personen). Ein transantlantisch geprägtes Elitenmilieu war deutlich zu erkennen, ergänzt durch eine EU-Komponente.“

Aus den Daten der Studie geht hervor, dass jeder siebente leitende Redakteur der deutschen Leitmedien aus den Jahren 2007-2009 in Organisationen mit außenpolitischem Profil und mit elitärem Kontaktpotential involviert war. Die größte Anzahl von Verbindungen wurden bei den Zeitungen „Die Zeit“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ), „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und „Die Welt“ gefunden. Dies ist nach Auffassung des Autors größtenteils auf jeweils einen besonders gut vernetzten Journalisten zurückzuführen. Diese vier – zwei Ressortleiter, ein Mitherausgeber und ein Chefkorrespondent – wiesen ausgeprägte Ego-Netzwerke in einem US-affinen Elitenmilieu auf. ++ (me/mgn/11.09.12 – 259)

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