Archive für Beiträge mit Schlagwort: Medienlandschaft

Rio de Janeiro, 3. Januar 2015 (ADN). Die Medienlandschaft im 210 Millionen Einwohner zählenden Brasilien wird von sieben bis maximal zehn Familienunternehmen monopolartig beherrscht. Das schätzte zu Jahresbeginn der Korrespondent der brasilianischen Zeitschrift „Jornal GGN“, Frederico Füllgraf,  dem Nachrichtenportal amerika21.de ein. Das betreffe nicht nur den Umfang, sondern auch den Überkreuz-Besitz von Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen und internet-Angebote. Die Grundposition dieser Medien sei zu 90 Prozent regierungsfeindlich. Geradezu grotesk und perfide sei die Tatsache, dass ausgerechnet diese zehn Familienkonzerne 70 Prozent der Werbemittel der Regierung  – zumeist Anzeigen und Bekanntmachungen von Sozialprogrammen – auf sich vereinen. Andererseits entfielen auf 2.990 Einzelmedien nur 30 Prozent von insgesamt 161 Millionen Reais, also etwa 60 Millionen Euro. Noch viel mehr Finanzmittel fließen nach den Worten von Füllgraf den Medien-Monopolen aus den Staatskonzernen durch Werbeaufträge zu. „Die Regierung finanziert also ihre schlimmsten Feinde !“ ++ (me/mgn/03.01.15 – 3)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Berlin, 3. Mai 2014 (ADN). Der Welttag der Pressefreiheit bgeht an diesem Sonnabend seinen 20. Geburtstag. Er steht unter einem schlechten Stern. In vielen Teilen der Erde wird die Freiheit der Medien tagtäglich mit Füßen getreten, erklärt die Vorstandssprecherin von „Reporter ohne Grenzen“, Astrid Frohloff,  in Berlin. Die Organisation publizierte eine Lste mit 100 Namen. Es sind Medienvertreter, die häufig unter großen Risiken Zensur und Verfolgung ausgesetzt sind. Dazu zählen Glenn Greenwald und Laura Poitras, die die Offenbarungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden enthüllt und verbreitet haben.

Nach Untersuchungen des amerikanischen Forschungsinstituts Freedom House lebt nur noch jeder sechste Mensch in Ländern, in denen die Presse frei berichten kann. Das sei seit mehr als zehn Jahren der schlechteste Stand, geht aus dem jüngsten Jahresbericht hervor.

Die Bundesrepublik Deutschland ist in diesem Vergleich zwischen 197 Ländern mit Platz 18 optisch und auf den ersten Blick gut situiert. Allerdings trübt sich das Bild bei näherer Betrachtung schnell ein. Zunächst liegen acht der 27 EU-Staaten noch vor Deutschland. Schwere Mängel werden von der Deutschen Journalisten-Union (DJU) genannt. Es fehle ein einklagbares Recht auf Zugang zu Informationen über staatliches Handeln.  Die Rechtsprechung schaffe Fakten, die der Pressefreiheit schaden. Notwendig sei ein Bundespresseauskunftsgesetz. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) beklagte die massenhafte Überwachung der elektronischen Kommunikation durch Geheimdienste als größte Gefahr für die Pressefreiheit in Deutschland. US-amerikanische und britische Geheimdienste wüssten genau, wer mit wem Kontakt hat.

In der adn-Nachrichtenagentur wird der Welttag der Pressefreiheit zum Anlass genommen, um das alternative Informationsangebot zu modifizieren und zu erweitern. Entsprechend den originären Gründungsdokumenten von 1946 wird die Agentur ihre Informationstätigkeit noch intensiver und facettenreicher gestalten. Er werden neue Initiativen konzipiert, um eingetretene Einbußen an Vielfalt in der deutschen Medienlandschaft wettmachen zu helfen und neue Impulse durch  originelle und informative Nachrichtenformate auszulösen. ++ (me/mgn/03.05.14 – 122)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Leipzig, 16. April 2013 (ADN). Die Aliierten haben in Deutschland sechzig Jahre lang die Medienlandschaft erfolgreich gestaltet. Das erklärte Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien in Nordrhein-Westfalen (NRW), am Dienstag in Leipzig bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Medien im Wandel – welche Zukunft hat Journalismus im Internet ?“. Es sei an der Zeit Kartelle auch mal zerschlagen zu können. „Aber wir trauen uns nicht“, so Eumann, der auch Vorsitzender der Medienkommission beim Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) ist. Auch Google müsse „mal seine Algorithmen hinterlegen.“ In diesem Zusammenhang zerpflückte Eumann das Mediensystem in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in seiner Substanz als einen „Meinungskampagnenjournalismus“. Er gefährde die Demokratie. Zu seinem europäischen Pendant erklärte er die Medien in Italien, die sich inzwischen die Einstufung unter dem Fachbegriff „Berlusconisierung“ gefallen lassen müssen. Eumann erläuterte das Anliegen einer neuen Stiftung in NRW, die den Qualitätsjournalismus fördern soll. Dazu stünden 1, 6 Millionen Euro bereit.

Dem SPD-Politiker, der NRW als ein ehemaliges publizistisches Vorzeigeland mit 13.500 Journalisten in Regionalzeitungen bezeichnete, widersprach Michael Geffgen vehement. Der Geschäftsführer der „leipzig school of media“ hatte mitgeteilt, dass sich der klassische Printjournalismus de facto pulverisiert hat. Noch im Jahr 1985 seien in diesen Bereich 70 Prozent aller Marketinggelder geflossen. Jetzt betrage der Anteil nur noch zwischen 16 und 17 Prozent. Die Diskutanten, zu denen auch der Betreiber des Blogs netzpolitik.org, Markus Beckedahl gehörte, waren sich einig, dass dem Siegeszug des Internet im Journalismus wenig entgegenzusetzen ist. Beckedahl informierte, dass seit gestern für sein Medium das Experiment „Schwarmfinanzierung“ laufe. Allein mit Anzeigen gehe es nicht mehr.++ (me/mgn/16.04.13 – 101))