Leipzig, 16. Dezember 2011 (ADN). „Fukushima hat uns den richtigen Push gegeben!“. Das erklärte Prof. Dr. Hans-Jochen Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter bei EnergieCity Leipzig, am Freitag in Leipzig bei der Weltpremiere für einen innovativen Baustein. Die von der japanischen Atomkatastrophe letztlich eingeleitete Abkehr von der Nuklearindustrie habe in Deutschland zur sogenannten Engergiewende geführt und die Nachfrage nach einem neuen energieeffizienten Baumaterial – dem sogenannten UHPC-Betonstein (Ultra High Performance Concrete) – in ungeahnte Höhen geschraubt. Zu Ehren dieses Hybridsteins als intelligenter Ersatz für Stahlbeton wurden auf einem Festakt in Leipzigs Alter  Handelsbörse Musikstücke von Bach, Schumann und Mendelssohn-Bartoldy intoniert. Schneider, dessen Unternehmen die ersten aus diesem innovativen Baumaterial in der Messestadt verarbeiten will, kündigte die Errichtung eines futuristischen Kubus neben dem Leipziger Hauptbahnhof an., der aus dem neuen Material besteht. Es soll ein Ausstellungs-, Demonstrations- und Erlebniszentrum über sämtliche Aspekte regenerativer Energiegewinnung  werden. Der Bau beginnt in wenigen Wochen und soll nach nur vier Monaten abgeschlossen sein. Diesem EnergieEvent Center folgt dann im Jahr 2015 ein sogenanntes Spindel-Ausstellungsgebäude mit mindestens 8.000 Quadratmetern Fläche. Nach Schneiders Worten kommt diesem Gebäudeensemble die Bedeutung von Guggenheim in New York und dem BMW-Center in Stuttgart zu.

Der Hybridstein wurde in den vergangenen Jahren an der Universität Kassel zur Serienreife entwickelt und in mehreren Varianten patentiert. „Der Hybridstein auf Basis von UHPC ermöglicht es, sehr dauerhafte, hoch tragfähige und dabei besonders leichte wie filigrane Bauwerke kostengünstig herzustellen“, so Architekt und Dipl.-Ing. Peter Ignaz Kirsten, der an der Entwicklung des Baumaterials maßgeblich beteiligt ist. Er leitet zudem die im thüringischen Leinefelde ansässige Hybridstein GmbH.

Eine der herausragenden Eigenschaften des Hybridsteins ist das geringe Gewicht. Während ein Hochlochziegel 23,5 Kilogramm schwer ist, bringt ein Hybridstein mit denselben Außenmaßen lediglich 11,3 Kilogramm auf die Waage. Nach den Worten von Kirsten ist zwar der Produktionsaufwand vergleichbar, jedoch führen der reduzierte Anteil an Primärrohstoffen für die Herstellung sowie die schnelle Montage dazu, dass sich mit dem neuen Produkt der Energie-, Material- und Ressourceneinsatz um zwei Drittel zu vergleichbaren System reduziert. ++ (nö/mgn/16.12.11 – 34)

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