Archive für Beiträge mit Schlagwort: Nuschke

Berlin/Leipzig, 10. Dezember 2011 (ADN). Die Nachrichtenagentur Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN) hat am heutigen 10. Dezember 2011 – dem Internationalen Tag der Menschenrechte – den Regelbetrieb wieder aufgennommen. Vorausgegangen ist ein zweimonatiger Testlauf, der am 65. Jahrestag der ADN-Gründung startete.

Die Gründung des ADN erfolgte am 10. Oktober 1946 durch Übergabe der Lizenz Nummer 101 durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) in Berlin. Unter Beteiligung von Repräsentanten weiterer Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkrieges – USA, Großbritannien und Frankreich – sowie des Oberbürgermeisters von Berlin im ehemaligen Gebäude der deutsch-asiatischen Bank im Berliner Bezirk Mitte überreichte Oberst Georgi Bespalow die Lizenz an Gründungsdirektor Georg Hansen. Der sowjetische Offizier verpflichtete die ADN-Mitarbeiter in seiner Ansprache als „Träger der demokratischen Ideen des Fortschritts“. Karl Mossner von der liberaldemokratischen Tageszeitung „Morgen“ und Otto Nuschke vom Union-Verlag legten in ihren Redebeiträgen Wert auf die „objektive Nachricht gegenüber dem unsicheren Gerücht.“ Nach ihrer Auffassung war die Lizensierung der ersten Nachkriegsagentur als deutsches Unternehmen  ein Schritt auf dem Wege zur völligen Pressefreiheit in Deutschland. Diesen seinerzeit formulierten, jedoch bislang sehr lückenhaft verfolgten Zielen der Berichterstattung sowie den grundlegenden Menschen-, Grund- und Bürgerrechten sieht sich auch der nunmehr eingesetzte ADN-Aufbaustab verpflichtet.  Er hat deshalb die Staatliche Selbstverwaltung als Existenz- und Betriebsgrundlage gewählt, um krankhafte Deformationen in der Nachrichtengebung und eine einseitig interessengeleitete Berichterstattung   zu verrmeiden.

Von dem ursprünglich sehr klar skizzierten Kurs unabhängiger und parteiungebunderer Informationsvermittlung war nämlich im Laufe der Nachkriegsjahrzehnte abgewichen worden. Ein Grund dafür lag in den zunehmenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Ost-West-Konfrontationen in der Welt, in Europa und zwischen den beiden deutschen Territorialfragmenten Deutsche Demokratische Republik und Bundesrepublik. Nach den Erhebungen der DDR-Bürger im Jahre 1989 und im Laufe der bislang politisch erfolglosen Bemühungen, Deutschland wieder in einen völkerrechtlich souveränen Staat zu wandeln, wurde ADN insbesondere durch die destruktive Tätigkeit der Treuhandanstalt zerstückelt und zerstört. (me/mgn/10.12.11 – 29)

Berlin/Leipzig, 10. Oktober 2011 (ADN).  Die vor genau 65 Jahren gegründete Nachrichtenagentur Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN) ist ab sofort revitalisiert. Der Sendebetrieb wurde am Montag wieder aufgenommen. Die künftige inhaltliche Berichterstattung erfolgt unter den ursprünglich gesetzten Prämissen. Die Grundsätze für die Tätigkeit der Nachrichtenagentur wurden im Jahr 1946 unter dem Eindruck des gerade beendeten Zweiten Weltkrieges formuliert.  Sie fanden ihren Niederschlag in dem von den Gründern im August bei der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) in Berlin-Karlshorst abgegebenen  Lizenzantrag. Die sowjetische Besatzungsmacht lizensierte ADN nicht nur als erste deutsche Nachrichtenagentur nach dem Krieg überhaupt, sondern als selbständiges, eigenes deutsches Unternehmen. Die Firma wurde am 5. Oktober 1946 im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin Mitte eingetragen. Die Urkunde mit der  Lizenznummer 101, die am 10. Oktober 1946 ausgestellt war, wurde an diesem Tag dem Geschäftsführer Georg Hansen im Empfangszimmer des Gebäudes der Deutsch-Asiatischen Bank in der Berliner Mittelstraße von Oberst Georgi Bespalow in Anwesenheit der militärischen Repräsentanten der USA, Großbritanniens und Frankreichs aus den anderen Sektoren der Stadt sowie des Berliner Oberbürgermeisters Artur Werner überreicht. Die sowjetische Militärverwaltung begrüßte insbesondere die Erklärung der deutschen Journalisten in ihrem Antragschreiben an Marschall Sokolowski, dass sie eine Agentur schaffen wollen, die nicht den Interessen irgendeiner Partei, sondern dem ganzen deutschen Volk dient. Als ein wichtiges Ziel wurde genannt, die Aufnahme Deutschlands  in die gemeinsame Familie der Völker der Welt zu fördern. Oberst Bespalow verpflichtete die ADN-Mitarbeiter als Träger der demokratischen Ideen des Fortschritts.  Ähnlich argumentierte Hansen in seiner Ansprache. Otto Nuschke vom Union-Verlag und Karl Mossner von der liberaldemokratischen Zeitung „Der Morgen“ legten in ihren Redebeiträgen Wert auf die „objektive Nachricht“ gegenüber dem unsicheren Gerücht. Nach ihrer Einschätzung war die Lizensierung ein Schritt auf dem Wege zur völligen Pressefreiheit in Deutschland.

Von dem klar umrissenen Kurs wurde jedoch im Laufe der darauf folgenden Jahrzehnte mehr oder weniger abgewichen. Ein Grund dafür waren die zunehmenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Ost-West-Konfrontationen in der Welt, in Europa und zwischen den beiden von den Besatzungsmächten eingesetzten deutschen Administrationen Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Deutsche Demokratische Republik (DDR), die sich jeweils zwar selbst als Staaten betrachteten und bezeichneten, es jedoch im Wesen bis zu ihrem endgültigen juristischen Ende am 17. Juli 1990 nicht waren.

Der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst geriet nach der friedlichen Revolution in der damaligen DDR 1989 und der sogenannten deutschen Wiedervereinigung 1990 zwischen die Mühlsteine diverser macht- und medienpolitischen Interessen. Zunehmende interne und externe Auseinandersetzungen hatten zu seiner Aushöhlung beigetragen. Rasch setzte personelle Auszehrung ein. Die Agentur wurde Stück für Stück von der Treuhandanstalt zerstückelt, ausgeschlachtet und letztlich ganz zerschlagen. Zahlreiche Spekulanten waren daran beteiligt. Noch wahrnehmbare schwache Lebenszeichen des Mediums erloschen vor elf Jahren. (md/mgn/10.10.11) ++

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