Frankfurt am Main, 5. Oktober 2014 (ADN). Entweder wir unterziehen das bestehende Geldsystem einem evolutionären Prozess oder wir sperren uns gegen Änderungen so lange, bis unsere Geldordnung in einer großen Geldkrise zusammenbricht. Zu dieser alternativen Erkenntnis kommt Thomas Mayer in einem am Sonntag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) veröffentlichten Grundsatzbeitrag. In welche Richtung sich die Waage neigt, hängt nach den Worten des Gründungsdirektors des Flossbach von Storch Research Institute und Senior Fellow am Center for Financial Studies der Universität Frankfurt am Main davon ab, „ob wir die Scheuklappen ablegen und endlich eine breite Diskussion über eine neue Ordnung unseres Geldwesens beginnen.“ Die derzeitige Passivgeldordnung müsse durch eine Aktivgeldordnung in Europa ersetzt werden. Ein solches Geldsystem stünde im Einklang mit den von dem Engländer John Locke aufgestellten Prinzipien einer liberalen Staatsordnung und dem politischen Modell eines konföderierten Europas in Form eines Staatenverbundes.

Der Finanzexperte schreibt: „Die staatliche Passivgeldordnung stellt ein besonderes Problem für die Europäische Währungsunion dar. Da der für diese Geldordnung notwendige Staat in der Europäischen Währungsunion (EWU) nicht vorhanden ist, muss er durch einen Schattenstaat in Form von zwischenstaatlichen Abkommen ersetzt werden. Dieser Schattenstaat ist aufgrund seiner fehlenden demokratischen Legitimation unbeständig und kann daher kein verlässlicher Partner für die zur staatlichen Zentralbank gewordene EZB sein.“ ++ (fi/mgn/05.10.14 – 277)

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