Archive für Beiträge mit Schlagwort: Paul Krugman

Princeton (New Jersey)/Frankfurt am Main, 15. Mai 2012 (ADN). „Es ist derzeit wie zu Zeiten der Großen Depression. Die Zeit, die wir die Große Depression nennen, beinhaltete zwei Rezessionen und zwei wirtschaftliche Auifschwünge“. So zitierte der Deutschlandfunk am heutigen Dienstag den Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman aus einem Interview mit dem USA-Rundfunkkanal National Public Radio. Die Arbeislosigkeit sei damals insgesamt sehr hoch gewesen und die USA-Wirtschaft habe weit unter ihren Produktionskapazitäten gelegen. „Und so gab es viel menschliches Leid, auch als es der Wirtschaft besser ging“, so Krugman. Damit könne auch der aktuelle Zustand der Wirtschaft ganz gut beschrieben werden. Es sei zwar nicht so schlimm wie 1930, jedoch befinde man sich in einer nachhaltigen Periode mit einer extrem schlechten Wirtschaftslage. Allerdings müsse das nicht sein und es dürfe nicht akzeptiert werden.

Ein Anlass für das Gespräch war Krugmans neues Buch „Vergesst die Krise ! Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen.“ Das im Campus-Verlag gerade erschienene Buch kommt genau zur rechten Zeit, lässt die Deutschlandfunk-Rezension wissen. Die Forderung, den bisherigen Sparkurs in Frage zu stellen, werde immer lauter. Der Ruf nach einer Wachstumsperspektive komme nicht nur aus Paris, Athen, Madrid und Rom. Selbst der Internationale Währungsfonds (IWF) verlange jetzt Wachstumsimpulse.

Ein Kapitel des Buches widmet der Starforscher aus Princeton, der erklärter Euro-Gegner war und ist, den Konstruktionsfehlern der europäischen Währung. Die Euro-Einführung habe bewirkt, dass Geld aus Deutschland in den Süden Europas fließt. Die Bundesrepublik müsse ein großes Konjunkturpaket schnüren, um den anderen Euro-Staaten zu helfen.

Bei all den durch Krugmans neue Streitschrift unter den immer häufiger als Schmalspur-Ökonomen eingeordneten Wirtschaftsforschern ausgelösten Debatten bleibt – wie immer – unberücksichtigt, dass dem konventionellen Wachstumsbegriff der Garaus gemacht werden muss. Nötig sind gänzlich neue ökonomische Kriterien und Definitionen, die dem nachhaltigen Wirtschaften dienlich sind. Ansonsten beschleunigen die ohnehin einseitig von kurzfristigen Profit- und Lobbyinteressen geleiteten Wirtschaftswissenschaftler den Marsch der Menschheit in die planetare Selbstzerstörung. ++ (wi/mgn/15.05.12 -142)

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Leipzig/Köln/Düsseldorf, 11. Nopvember 2011 (ADN). Die Euro-Währung befindet sich im Tiefflug. Ihr Stern sinkt rapide und zerplatzt bald. Ihr Ende kommt spätestens in zwei, drei, vier Jahren. Das prognostiziert der Wirtschaftswissenschaftler, Prof.  Stefan Homburg von der Leibniz-Universität Hannover. Er bejahte am heutigen Freitag im Deutschlandfunk die Frage, ob er den Euro schon abgeschrieben habe. Eine Verzögerung von wenigen Jahren sei allerdings nur noch durch irgendwelche drastischen Maßnahmen und Rechtsverstöße der Staats- und Regierungschefs möglich. Es könne aber auch sein, „dass uns schon nächste Woche gesagt wird, so geht es nicht weiter.“Auf das Insistieren des Moderators, was dann kommt, sagte Homburg:“Dann wird der Reset-Knopf gedrückt und dann kommt ein Neuanfang.“ Es könne sein, dass Deutschland zu einer eigenen Währung zurückkehrt oder einen kleinen Währungsverbund mit Österreich und den Niederlanden bildet. „Aber, dass der Euro zum Erfolg zurückgeführt wird, das ist nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen“. Mit dieser Aussage versetzte Homburg dem Moderator zum Ende des Gesprächs einen hörbaren Schock.

Der niedersächsische Ökonmom, berief sich zudem auf die jüngste Aussage von Nobelpreisträger Paul Krugman. Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler teilte in einem heute im „Handelsblatt“ veröffentlichten Interview mit, dass das Euro-Projekt ein schrecklicher Fehler gewesen ist. Es gebe keinen gemeinsamen homogenen Wirtschaftsraum. Damit fehle auch die Voraussetzung für eine gemeinsame Währung.

Nach den Worten von Krugman ist Griechenenland einfach fundamental insolvent und auch wenn die Schuldenquote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung mit 50 Prozent moderat gesenkt werde, bleibe immer noch ein hoher Schuldenberg für längere Zeit. Es gebe deshalb gute Argumente für einen noch höheren Schnitt. Er könne bei 70 Prozent liegen. Der Amerikaner bezeichnete auch Portugal für insolvent. Eventuell sei das auch in Irland der Fall. Es gelte jedoch nicht für Italien und Spanien. Allerdings nur unter dem Vorbehalt, dass die beiden Länder nicht unter spekulativen Attacken der Märkte zusammenbrechen. ++ (nö/mgn/11.11.11 – 18)