Archive für Beiträge mit Schlagwort: Physik

Fürstenwalde, 10. September 2014 (ADN). Das unter schweren Opfern erkämpfte Selbstbestimmungsrecht der ehemaligen DDR-Bürger wurde von westlichen Kapital- und Machtinteressen in kürzester Zeit an den gesellschaftlichen Rand gedrängt. Das vor genau 25 Jahren im brandenburgischen Grünheide bei Fürstenwalde gegründete zivile Bündnis „Neues Forum“, das sich binnen weniger Wochen zur stärksten Bürgerrechtsbewegung entwickelte, wurde in fast ebenso rasantem Tempo wieder marginalisiert. Einer der Protagonisten der neuen Organisation, deren Anerkennung von den DDR-Behörden in Gestalt des Innenministeriums zunächst verweigert wurde, war der Physiker und Kernkraftgegner  Sebastian Pflugbeil. Er formuliert es im Deutschlandradio Kultur so: „Die Basis, die wir damals hatten, in der Bevölkerung, die war von der einen Minute auf die andere weg..“ Im Februar 1990 schlossen sich „Neues Forum“ und andere Bürgerbewegungen zur Wahlvereinigung „Bündnis 90“ zusammen, um an der DDR-Volkskammerwahl am 18. März 1990 teilzunehmen. Sie kamen nur auf zwei Prozent. Der zivile Ungehorsam und das Programm der Bürgerrechtler sowie weiterer Dissidentengruppen war binnen kürzester Zeit von einer kaum zu beschreibenden Proapanda-, Macht- und Geldwalze der herkömmlichen Parteien – an der Spitze  die Christlich Demokratische Union (CDU) – überrollt und zerquescht. Wahlplakate mit einem montrösen Porträt von Helmut Kohl wurden allerorten aufgestellt, geklebt und angehängt. Sogar auf den Gebäudetrümmern eines wenige Monate zuvor von einer Bergbau-Katastrophe heimgesuchten Ortes in der südthüringischen Rhön wurden ohne jede Pietät Aufsteller mit dem überlebensgroßen Abbild des „Eroberers“ aus Oggersheim installiert. 

Nach den Worten von Pflugbeil haben die Oppositionellen um 1989/90 für einen Rechtsstaat gekämpft. „Die andere Frage ist, ob wir jetzt einen haben.“ Es gebe gegenwärtig harte Probleme, die beinahe für gravierender zu halten sind, als das, was die Ostdeutschen vor 25 Jahren geplagt hat. Als Beispiel nannte er die Enthüllungen um geheimdienstliche Überwachungen in Europa. Die Bürgerrechtler setzten sich in der DDR dafür ein, Überwachung mit Abhörgeräten, Videokameras und Postkontrollen durch den Staatssicherheitsdienst abzuschaffen. Was in den vergangenen Monaten zu erfahren gewesen sei, „da sind wir durchaus nicht besser dran jetzt.“ Auch die Bürgerbeteiligung heute hält er für bedenklich: „Wir wollten Dialog mit den Mächtigen, den haben wir jetzt auch nicht.“  ++ (dk/mgn/10.09.14 – 253)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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München/Berkeley/Zürich, 1. August 2012 (ADN). Noch vor drei Jahren erfüllten den Physik-Professor an der University of California in Berkeley Richard Muller erhebliche Zweifel an dem von Menschenhand gemachten globalen Klimawandel. Nun mutierte der renommierte Wissenschaftler vom Saulus zum Paulus. Die heutige Mittwoch-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ druckt das Selbstbekenntnis des Forschers über eigene Irrtümer der Vergangenheit ab.

Grund des fundamentalen Sinneswandels von Muller sind neue Untersuchungen alter Wetteraufzeichnungen. Seine Kehrtwende in so kurzer Zeit führt er auf eine sorgfältige und objektive Analyse im „Berkeley Earth Surface Temperature Project“ zurück, die er gemeinsam mit seiner Tochter vorgenommen hat. Danach ist die durchschnittliche Temperatur der Erdkontinente in den vergangenen 250 Jahren um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Darin steckt eine Zunahme um 0,8 Grad Celsius in den zurückliegenden 50 Jahren. Praktisch der gesamte Anstieg sei auf freigesetzte menschengemachte Treibhausgase zurückzuführen. .

Die besonders hohe Qualität dieser Forschungsergebnisse liegt nach den Worten von Muller in den anspruchsvollen statistischen Methoden, die vom wissenschaftlichen Leiter Robert Rohde entwickelt worden sind. Damit könne die Oberflächentemperatur der Landmassen viel weiter in die Vergangenheit hinein bestimmt werden als zuvor.

Richard Muller hofft, dass die Berkeley-Earth-Analyse einen Beitrag leistet, um die teilweise sehr scharf geführte wissenschaftliche Diskussion über die globale Erderwärmung und die menschliche Verantwortung dafür beizulegen. Dem folge der schwierigere Teil. Er bestehe darin, sich über das politische und diplomatische Spektrum hinweg darauf zu einigen, was getan werden kann und sollte.

Trotz des bemerkenswerten Frontwechsels des prominenten USA-Physikers geht die Auseinandersetzung, ob der Mensch beim Klimawandel die Hauptverantwortung trägt  oder nicht,  unvermindert weiter. So berichtete einen Tag zuvor die in der Schweiz herausgegebene Wochenzeitung „Zeit-Fragen“ über neue wissenschaftliche Erkenntnisse von der Universität Gießen. Zusammen mit einer internationalen Forschergruppe seien Wachstumsringe von Kiefern aus dem finnischen Lappland bis in die Zeit 138 v. Chr. untersucht worden. Die Analyse ergab, dass es zu Zeiten der Römer und im Mittelalter wärmer war als bisher angenommen. Der Diplom-Meteorologe Dr. Wolfgang Thüne von der Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde kommt in dem Beitrag zu dem Schluss, dass an der zum quasireligiösen Glaubensdogma hochsilisierten Treibhaushypothese etwas nicht stimmen kann. ++ (kl/mgn/01.08.12 – 220)

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Brüssel, 13. April 2012 (ADN). Freunde der Atomkraft in Großbritannien, Frankreich, Tschechien und Polen starten eine neue konzertierte Aktion. Sie wollen der Energiestrategie der Europäischen Union (EU) eine Förderkomponente für die nukleare Stromerzeugung beifügen. Großbritannien fordert in seiner Stellungnahme die freie Wahl der Technologien, um die Stromproduktion klimafreundlich zu gestalten. Nur so sei eine billige Energiewende machbar. Damit in Verbindung stehe die Gleichbehandlung mit dem mittels regenerativen Energieträgern hergestellten Strom.

Das verlangt Großbritannien 58 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks im sowjetischen Obninsk. Seitdem wurde dort und andernorts in Ost und West, Nord und Süd Uran zum entscheidenden und vermeintlich unersetzbaren Rohstoff hochstilisiert. Radioaktivität ging damit immer zwangsläufig als negative Begleiterscheinung mit Atomstrom einher. Das wurde und wird bislang nie ernsthaft in Frage gestellt. Obwohl es technische Möglichkeiten gibt, Kernkraft zur Stromproduktion zu nutzen – ohne Uran und Radioaktivität. Das Rätsels Lösung ist Lithium. Mit diesem Material können Atomkerne gespalten und Energie hergestellt werden.

Warum diese kaum bekannte Zauberformel noch nicht zur großformatigen Energieherstellung angewandt wurde, lässt viele Vermutungen zu. Die naheliegendste ist diejenige, dass Rüstungs- und Waffenkonzerne im Schatten und unter dem Tarnmantel der friedlichen Nutzung die zerstörerische Kraft der Atomwirtschaft für ihre Zwecke missbrauchen. Atomare Abschreckung ist jedoch nur in Kombination mit den gefährlichen radioaktiven Strahlen zu erzielen.

Vielleicht sollte die nukleare Stromproduktion auf Lithium-Basis gefördert werden, um die waffentechnischen Einsatzmöglichkeiten und mögliche Kerkraftwerks-Störfälle mit ihren verhehrenden Folgen von Vorneherein auszuschließen. Das könnte im Übrigen auch die bis heute schwelenden globalen Streitigkeiten zum Werden und Vergehen eines Staates zur Atommacht aushebeln. Der derzeit wieder angeheizte Konflikt zwischen Israel und Iran wäre schnell zu entschärfen.

Details zum Lithium-Deuterium-Kernbrennstoff und seinen nützlichen Eigenschaften schreibt Heinz-Werner Gabriel in der Wochenpublikation „Zeit-Fragen“. Es gebe erhebliche Entlastungen. So könne eine äußerst sichere zivile Kernenergienutzung gewährleistet werden. Das Unfallpotential aus der Radioaktivität und die Notwendigkeit zur tausendjährigen Endlagerung radioaktiver Abfälle würden entfallen. Der Diplomingenieur für technische Physik beklagt, dass die Sorge um die Verbreitung von Kernwaffen von dominanten Ländern missbraucht wird, um bei Wirtschaftskonkurrenten neue Entwicklungen zur friedlichen Nutzung von Kernenergie zu behindern. Die Chancen durch das Verwenden von Lithium seien kein Traum, sondern fachlich belegte Realität. ++ (rs/mgn/13.04.12 – 108)