Archive für Beiträge mit Schlagwort: Prager Zeitung

Prag/Augsburg, 23. Mai 2015 (ADN). Die Mehrheit der Tschechen hält die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg für unausweichlich und gerecht. Eine Entschuldigung oder Rückgabe von Eigentum ist nach Auffassung der meisten nicht angebracht. Gleichzeitig verurteilt eine Mehrheit jedoch die Gewalttätigkeiten im Zusammenhang mit der Vertreibung. Das teilte die „Prager Zeitung“ unmittelbar vor dem „Sudetendeutschen Tag“ mit, der am Pfingstwochenende in Augsburg stattfindet. Die Aussage der deutschsprachigen Wochenzeitung fußt auf einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts NMS und der Initiative „Pamet naroda“ (Gedächtnis der Nation). Der Analyse ist weiter zu entnehmen, dass zwei Drittel der Befragten von den fortbestehenden Bestrebungen der Sudetendeutschen überzeugt sind, ihr ehemaliges Eigentum in Tschechien zurückerlangen zu wollen.

Unter Hinweis auf „Pamet naroda“ stellt die deutschsprachige Wochenzeitung fest, dass heute noch 40.000 Sudetendeutsche in Tschechien leben. Zitiert wird der Gründer der Intitiative, Mikulas Kroupa: „Es ist offensichtlich, dass das Thema Vertreibung die tschechische Gesellschaft nach wie vor spaltet.“

Diskussion und Verlauf des bevorstehenden Augsburger Treffens werden wegen der grundlegenden Standpunkte innerhalb der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit Spannung erwartet. Während der Bundesvorstand der Organisation im Februar dieses Jahres mehrheitlich eine schwerwiegende Satzungsänderung beschloss, erhob sich dagegen in der Mitgliedschaft erheblicher Widerstand. Das Leitungsgremium hatte den Verzicht auf „Wiedergewinnung“ der Heimat erklärt. Die Gegner wollen gegen diese Statuten-Änderung vor Gericht ziehen. Zu ihnen gehört der schwäbische Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber. Nach seiner Meinung werden sich zukünftige Vertreiber auf den Rechtsverzicht der Sudeten berufen. ++ (vk/mgn/23.05.15 – 120)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Prag, 25. August 2014 (ADN). Die Stadt Prag wird zahlreiche Mietverträge für Gewerberäume im Stadtzentrum wegen verdächtig niedriger Mieten überprüfen. Das teilte die „Prager Zeitung“ am Montag unter Berufung auf Informationen des Nachrichten-Servers lidovky.cz mit. Anlass für die Kontrollen ist die Feststellung, dass die Betreiber eines 134 Quadratmeter großen Restaurants direkt am Altstädter Ring im Renaissance-Haus „U Minuty“ lediglich umgerechnet 400 Euro Miete pro Monat bezahlen. Die Gaststätten-Inhaber sollen dem Bericht zufolge mit dem umstrittenen Lobbyisten Roman Janousek in Verbindung stehen. Janousek galt zusammen mit alten Seilschaften in der Ära des Bürgermeisters Pavel Bem als graue Eminenz und Strippenzieher der Prager Politik.

Die offizielle Argumentation für die niedrige Miete sind hohe Abschläge aufgrund von Investitionen der Mieter. Ihr Umfang gilt als fragwürdig. Nach Einschätzung von Experten müßte der monatliche Mietbetrag statt 400 Euro viel mehr,  ungefähr das Zehnfache kosten. Zitiert wird die für Eigentumsfragen zuständige Stadträtin Eva Vorlickova, die weit mehr zweifelhafte Mietverhältnisse untersuchen lassen will. „Wir prüfen jetzt Dutzende Mietverträge im Stadtzentrum. Uns interessieren vor allem die besonders lukrativen Lagen. Dabei nehmen wir uns zunächst die haarsträubendsten Fälle vor – ohne Rücksicht darauf, wer der Mieter ist.“

Vorlickova tritt mit ihren Recherchen gewissermaßen in die Fußspuren von Peter Sourek. Er hat vor wenigen Jahren in der tschechischen Hauptstadt ein florierendes Korruptionsreisebüro gegründet. Nach seiner Auffassung hat Prag so viele historische und denkmalgeschützte Gebäude, von denen fast jedes einen vollzogenen, einen laufenden oder einen noch bevorstehenden Immobilienskandal birgt. Er führt seine Gäste von einem immobiliären Korruptionszentrum zum nächsten und erzählt dabei die dazu gehörende Hintergrund-Geschichte. ++ (kr/mgn/25.08.14 – 236)

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Prag/Lissabon, 28. Mai 2014 (ADN). Tschechien führt die europäischen Statistiken beim Marihuana-Konsum an. Darüber berichtet die „Prager Zeitung“ am Mittwoch. Dem Beitrag liegt der am Vortag in Lissabon präsentierte Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenkonsum (EBDD) zugrunde. Danach rauchen fast 20 Prozent aller 15- bis 34jährigen jährlich einen Joint. Marihuana-Erfahrung haben sogar 40 Prozent aller 15- und 16jährigen Jugendlichen. Tschechien führt in der jungen Altersklasse die Marihuana-Rangliste in Europa an.  Nur mit geringem Abstand und ähnlich hohen Werten folgen Dänemark, Frankreich und Spanien. Die Slowakei kommt auf sieben Prozent, Rumänien nur auf ein Prozent.

Die tschechische Drogenszene wird, so die „Prager Zeitung“, darüber hinaus von „Crystal“ geprägt, das dort „Pervitin“ heißt. Es ist die mit Abstand am stärksten verbreitete Droge. Ihre Beliebtheit steigt derzeit in der Slowakei und in bestimmten Teilen Deutschlands. Besonders auffällig ist ein wachsender Verbrauch in Griechenland und in der Türkei. Für Deutschland bestimmtes „Crystal“ kommt vorwiegend aus Tschechien. Haupt-Transitregionen sind Bayern, Sachsen und Thüringen.  ++ (ph/mgn/28.05.14 – 147)

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