Archive für Beiträge mit Schlagwort: Reichsregierung

Berlin, 22. Mai 2015 (ADN). Auf verblüffende Parallelen zwischen zwei Lokführerstreiks weist die Tageszeitung „neues deutschland“ (nd) am Freitag hin. Der eine ist der gerade beendete und bei dem anderen handelt es sich um den Eisenbahnerstreik im Februar 1922. An beiden Arbeitsniederlegungen war die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) maßgeblich beteiligt.  „Eine kleine Lokführergewerkschaft gegen den Rest – dieses Szenario gab es bereits vor mehr als 90 Jahren. Auch damals ging es um grundsätzliches“, schreibt das nd.  Auch damals sei es um Löhne und Arbeitszeiten gegangen. Die zentrale Forderung habe in der automatischen Anpassung der Bezüge an die galoppierende Inflation bestanden. Außerdem hätten die Lokführer versucht, eine der großen Errungenschaften der Novemberrevolution zu verteidigen: den Acht-Stunden-Tag, den die sozialdemokratisch geführte Reichsregierung durch ein Sondergesetz für die Eisenbahner wieder abschaffen wollte. Das sei auf erbitterten Widerstand bei der „Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamter und Anwärter“ gestoßen, deren größte Mitgliedsorganisation die Gewerkschaft Deutsche Lokführer (GDL) bildete.

In der Öffentlichkeit traf der Streik auf starke Ablehnung. Regierung, Medien, bürgerliche Parteien und die SPD verunglimpften ihn als „Verbrechen der Eisenbahner“. Das klingt, als wäre von den seit Monaten sich wiederholenden  Ausständen der Lokomotivführer die Rede. Geschichte wiederholt sich eben oft. Nur in Facetten gibt es kleine Unterschiede.  ++ (so/mgn/22.05.15 – 119)

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Köln, 6. August 2012 (ADN). Vor 80 Jahren eröffnete Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn. Als Oberbürgermeister von Köln weihte er am 6. August 1932 die heutige A 555 zwischen Köln und Bonn ein. in einem von der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ aus Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und afp zusammengestellten Bericht wird Adenauer mit dem Satz „So werden die Straßen der Zukunft aussehen“ wörtlich wiedergegeben.

Seltsamerweise gilt in Deutschland Adolf Hitler als Schöpfer, Förderer und Protagonist der Autobahn. Der Zeitungsbericht macht Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels dafür verantwortlich. Hitler sei schon während seiner Haftzeit nach dem misslungenen Putsch von 1923 auf die geniale Idee gekommen. Das hat der Prediger der nationalsozialistischen Ideologie systematisch verbreitet. So wurde das Gerücht zur Legende und die wiederum zum Tatbestand gewandelt. Wie oft und in welcher Intensität diese Lüge den Leuten in die Hirne gehämmert und als wahr vorgegaukelt wurde, bleibt unklar.

Der Bau der Köln-Bonner Autobahn ist nur zustande gekommen, weil die damalige rheinische Provinzialregierung und die Reichsregierung angesichts der seinerzeit beängstigend steigenden Arbeitslosigkeit irgendetwas gegen den rasanten sozialen Abwärtstrend tun wollten. Das Vorhaben wurde deshalb als Arbeitsgeschaffungsmaßnahme (ABM) mit öffentlichen Mittel bezuschusst. Dieser Begriff feiert heutzutage wieder frähliche Urständ. Ungezählte Parallelen zur gegenwärtigen Situation in deutschen Landen drängen sich angesichts der jüngsten Arbeitsmarktentwicklung regelrecht auf.  Sie wird unter höchster Anstrengung mit akrobatischen Wort- und Satzkonstruktionen bundesdeutscher Regenten auf allen Ebenen verbrämt, verschleiert und schöngefärbt. Demnächst sollte diese Maske fallen. Den eigentlich Betroffenen ist das mental längst klar. Die Frist solch einer Ohnmacht läuft ab. ++ (ar/mgn/06.08.12b – 225)

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