Archive für Beiträge mit Schlagwort: San Francisco

Miami, 20. August 2014 (ADN) Das Mobiltelefon verrät künftig in den USA den Handelskonzernen alles über den Kunden. Die Methode heißt Consumertracking – auf Deutsch: Kundenverfolgung. Darüber berichtet der Deutschlandfunk am Mittwoch und lässt als Kronzeugen Robert Plant zu Wort kommen. Er beschäftigt sich an der Universität Miami (Bundesstaat Florida) in der Abteilung für Computerinformationssysteme der „School of Business Administration“ mit dieser zunehmenden Praxis, die von der Westküste aus Silicon Valley ins benachbarte San Francisco geschwappt ist und nun ostwärts wellenartig über das Land rollen dürfte. „Consumertracking ist tatsächlich eine Art Spionage. Es geht um das Ausspionieren von Kunden während des Einkaufens. Erfasst wird, wer die Geschäfte betritt, wer vorbeigeht und wer sich wie im Geschäft verhält. Diese Informationen geben wir selbst preis, wenn wir Handys mit uns tragen. Ziel des Ganzen ist, mehr Kunden ins Geschäft zu bekommen, so mehr Gewinn zu machen, den Erlös pro Quadratmeter Verkaufsfläche zu erhöhen und außerdem eine engere Geschäftsverbindung mit dem Kunden aufzubauen.“

Das Tracking spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab. Zunächst erfolgt eine anonyme Erfassung. Hierbei werden noch keine privaten Informationen über den Kunden als Individuum gesammelt. In den Kaufhäusern werden lediglich Handysignale aufgefangen. Es entstehen Statistiken, wie viele Menschen zu welcher Zeit am Laden vorbeigehen, wie viele ihn betreten und wie sie sich im Geschäft bewegen.

Der zweiten Offenbarungsebene setzt sich der Kunde aus, der sich beim Betreten des Ladens einmalig vom WLAN-Netz des Händlers registrieren lässt. Damit ist der Weg zum Ausspionieren des eigenen Mobiltelefons eröffnet, warnt Plant. Der Laden wisse dann, welche Web-Seiten auf dem Mobiltelefon aufgerufen werden und ob man sich beispielsweise bei einem Konkurrenten nach einem möglicherweise günstigeren Preis erkundigt. Spätestens beim Bezahlen an der Kasse mutiere man dann zum gläsernen Kunden, ohne dass dieser das weiß und eingewilligt hat.

Das Tracking, das inzwischen auch an Tankstellen in Mode kommt,  lässt sich auch auf das Personal anwenden. Das perfektioniert die Überwachung der Mitarbeiter, die nun nicht nur über Kameras kontrolliert werden können. Eine weitere Stufe besteht in dem Weiterverkauf ganzer Datenpakete, in denen Massen von Auskünften über jeden Betroffenen gespeichert sind.

Um den aktuell am weitesten entwickelten Grad des Konsumententrackings zu erreichen, ist ein Identitätsnachweis erforderlich.  Damit geht die Anonymität flöten und die Person wird namentlich bekannt. „Diese Art der Erfassung ist auch in Europa wohlbekannt – kaum eine Handelskette, die ihren Kunden nicht Bonuskarten aufdrängen will. Da dies eine ausdrückliche Zustimmung erfordert, ist solch ein System rechtlich gedeckt,“ wird berichtet. ++ (sp/mgn/20.08.14 – 231)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

New York/Frankfurt am Main, 5. Juni 2014 (ADN).  Während für die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gerade der flächendeckende Mindestlohn von 8, 50 Euro pro Stunde beschlossen worden ist, entfaltet sich in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ein gegenteiliger Trend.  Wie die „Börsen-Zeitung“ am Donnerstag berichtet, wurde in der Großstadt Seattle (Bundesstaat Washington) in dieser Woche die schrittweise Einführung eines Mindestlohns von 15 US-Dollar (11 Euro) pro Stunde beschlossen. Arbeitgeber müssen nun dann in der boomenden Metropole im Nordwesten der USA mehr als das Doppelte des derzeit landesweiten Mindestlohns von 7, 25 US-Dollar pro Stunde bezahlen.

Allerdings tritt die Regelung innerhalb einer längeren Zeitspanne in Kraft. Erst im Jahr 2017 können Angestellte in einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, das keine Gesundheitsvorsorge bietet, den neuen Mindestlohn beanspruchen. Bis 2021 soll der neue Mindestlohn in Seattle auch für kleine Firmen gelten. Der Autor des Beitrags Sebastian Schmid vermutet, dass mit dem jüngsten Schritt zu besseren Einkünften von Geringverdienern eine ganze Reihe von Mindestlohnanhebungen in den USA-Metropolen losgetreten wird. Das betreffe vor allem den wachstumsstarken Bundesstaat Kaliformien. Allen voran San Diego und San Francisco. Letztere Stadt führt derzeit noch die Mindestlohntabelle mit 10, 55 US-Dollar pro Stunde an.

Auch Chicago im Bundesstaat Illinois peilt eine deutlichen Anhebung von gegenwärtig 8, 50 US-Dollar auf mehr als 10 US-Dollar pro Stunde an. Gefordert werden schon bis zu 15 US-Dollar pro Stunde.  Im Herbst können die Wähler dieses Bundesstaates bei der Wahl über einen staatsweiten Mindestlohn von 10 US-Dollar entscheiden. Chicagos Bürgermeister Rahm Emamuel hat eine „Eingreiftruppe“ gebildet, die bereits am nächsten Montag eine erste öffentliche Anhörung zu dem Thema veranstaltet.

Bemerkenswerterweise hinkt New York City mit einen Mindestlohn von 8 US-Dollar pro Stunde meilenweit hinterher. Selbst eine für Anfang 2015 geplante Erhöhung auf 8, 75 US-Dollar wird daran nichts ändern. Und das, obwohl in der zu den teuersten Städten der Welt gehörenden Stadt besonders hohe Wohn- und Essenskosten zu bestreiten sind. Bürgermeister Bill de Blasio verlangt 10 US-Dollar. ++ (so/mgn/05.06.14 – 155)

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San Francisco/Berlin, 26. November 2013 (ADN). In China stehen 68 Millionen Wohnungen leer. Darüber berichtet zu Wochenbeginn die Zeitung „Epoch Times“, die speziell über das bevölkerungsreichste Land der Erde seit 2004 in 19 Sprachen und in 45 Ländern informiert. Der Autor des Beitrags Yiyuan Zhou schreibt die Zahl über den in Europa kaum vorstellbaren Umfang von Wohnungsleerstand Du Meng, dem Präsidenten des Dachverbandes „Unternehmens-Kapital-Allianz“ – eines Verbundes chinesischer Forschungsinstitute für Immobilien- und Stadtentwicklung – zu. Der bezifferte die damit im Zusammenhang stehende ungenutzte Wohnfläche auf insgesamt 24 Milliarden Quadratmeter. Vielfach handelt es sich um Sozialwohnungen, die gebaut wurden, um sie vom Staat an Familien mit geringen Einkommen günstig zu verkaufen oder zu vermieten. So sollte vor allem der Zuzug vom Land in die Stadt gefördert werden. Die Urbanisierungspläne der Pekinger Regierung sehen vor, in den nächsten 20 Jahren bis zu 20 Millionen Chinesen aus der Dorfbevölkerung zur Übersiedlung in die Städte zu motivieren. Derzeit lebt etwa die Hälfte der Chinesen in Städten. Dieser Anteil soll auf 85 Prozent steigen, auch um agrarisch geprägten Regionen zu entlasten und den Lebensstandard auf dem Lande zu verbessern. Das ist Teil des „chinesischen Traums“. Er verkehrt sich derzeit in einen Alptraum.

Die 50 am stärksten mit Immobilienrisiken behafteten Städte gehören – mit einer Ausnahme – zu einer Kategorie von Kommunen, die wirtschaftlich weniger bedeutsam sind. Diese Angaben stammen von Chinas größtem Immobilien-Informationsservice CRIC, der eine Rangliste zu den Entwicklungsaussichten und Risiken städtischer Immobilien veröffentlichte.

Über Ursachen und Hintergründe der enormen Fehlentwicklung strahlte der australische TV-Sender SBS eine viertelstündige Dokumentation aus, in der beispielsweise ausgestorbene Einkaufszentren, entvölkerte Straßen und unbelebte großflächige Wohnsiedlungen in der Stadt Zhenzheon gezeigt werden. Die Existenz der Geisterstädte sei darauf zurückzuführen, dass die Zentralregierung Vorgaben zum Wirtschaftswachstum macht. Diese ließen sich in den Regionen am kurzfristigsten mit dem Errichten von Bauwerken umsetzen. Im Ergebnis dessen stünden in vielen Städten bis zu 75 Prozent der Wohnungen leer. Zudem hätten Spekulanten die Preise so in die Höhe getrieben, dass sich „normale Chinesen“ mit ihren Einkommen die neu errichteten Wohnungen und Häuser nicht leisten können. Wann die Immobilienblase platze, sei nur noch eine Frage der Zeit.

Aus Sicht des Nachrichtenportals everyday-feng-shui.de ist China diesbezüglich aus dem Gleichgewicht geraten. Es sei zu viel „Yang-Metall“ im Spiel. In den Provinzen des Landes werde der größte Fehler nach Feng-Shui-Prinzipien begangen, indem das Land nach ökonomischen Zielvorgaben umgestaltet wird. Das reale Leben der Bevölkerung finde keinerlei Beachtung. Das Desaster ende letztlich in der Frage: Wer „wehrt“ sich zuerst – der Mensch oder die Natur ? ++ (sz/mgn/26.11.13 – 324)

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