Archive für Beiträge mit Schlagwort: Schiff

Hanoi, 30. April 2015 (ADN). Vor genau 40 Jahren durchbrach ein nordvietnamesischer  T-55-Panzer in Saigon das Tor zum südvietnamesischen Präsidentenpalast. Seine Mannschaft hisste die rote Fahne mit dem gelben Stern. Gleichzeitig flohen amerikanische Soldaten panisch per Hubschrauber und Schiff. Ein elfjähriger Krieg gegen die USA war beendet. Zum ersten Mal in ihrer 200jährigen Geschichte hatte die Weltmacht eine militärische Niederlage erlitten. Der Goliath USA in all seiner Arroganz und Unbelehrbarkeit unterlag David Vietnam, das zäh, erbittert und letztlich glorios um das Forbestehen seines Volkes und seiner Nationalität kämpfte. Das Trauma hat die Amerikaner seitdem nie verlassen. Den 58.000 am Mekong gefallenen US-Soldaten folgten als Selbstmörder noch viel mehr Tote im eigenen Land. Sie konnten sowohl die Schmach als auch die von ihnen angerichteten Grausamkeiten psychisch nicht verarbeiten. Außerdem waren sie unfähig, sich wieder in das normale Zivilleben zu integrieren und von der einheimischen Bevölkerung angenommen zu werden. Die Zahl der ums Leben gekommenen Vietnamesen war mehrfach größer. Es gibt keine genaue Zahl. Die Schätzungen schwanken zwischen ein und drei Millionen. „Der Krieg hat eine neue Seite in unserer Geschichte aufgeschlagen. Wir Vietnamesen wollen Friedenund Freundschaft mit allen, auch mit unseren Feinden. Wir versuchen, unser Land aufzubauen. Wir versuchen, viel über neue Technologien zu lernen, um in der globalen Welt zu bestehe,“ sagte der Oberst und Politoffizier Nguyen Van Long dem Deutschlandfunk. Das ist Edelmut auch gegenüber den Kriegsgegnern. Die jedoch haben offenbar nichts dazu gelernt. Nach Aussage des Hamburger Historikers Bernd Greiner lassen sie jede Bereitschaft vermissen und Lehren dahin zu ziehen, zum Beispiel Opfer ihrer Agent-Orange-Angriffe zu entschädigen.

Die Vietnamesen gehören zu den wenigen Völkern, die sich in solcher Radikalität gegen Unterdrückung und Versklavung durch eine Supermacht gewehrt und durchgesetzt haben. Das Volk, das man die Preußen Asiens nennt, ist zu Recht stolz darauf. Es hat seine Nation gerettet, nicht den Kommunismus – wie oft behauptet und suggeriert wurde und wird. Das hat ihr Anführer und Idol aller Generationen, Ho Chi Minh, nach dem der berühmte Nachschubweg für Waffen und Lebensmittel benannt ist, oft betont. ++ (vk/mgn/30.04.15 – 101)

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Hamburg, 11. September 2013 (ADN). „Wenn man wirklich davon überzeugt ist, dass man da raus muss und sich wünschen würde, dass auch die anderen Staaten dem folgen, dann ist doch das letzte, dass man die mit Brennstoff versogt.“ Das sagte Atomexperte Sebastian Pflugbeil am Mittwoch zum Abschluss eines Fernsehbeitrags des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“ über die trotz verkündeter Energiewende weiter florierende Herstellung nuklearer Produkte und deren Handel. Die Sendung bringt dafür zahlreiche gewichtige Beweise. So werden auch nach Abschalten des letzten Atomkraftwerks weiterhin Brennelemente für den Export hergestellt. Die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau und die Brennelementefabrik Lingen (Niedersachsen) haben unbefristete Betriebsgenehmigungen erhalten. Das zu ändern, ist die Politik nicht gewillt. So hat die Bundesregierung auf Anfrage des Bundesrates mitgeteilt: „Eine generelle Stilllegung aller kerntechnischen Anlagen in Deutschland ist nicht angezeigt.“

Das bedeutet nach Aussage der Autoren des Beitrags: Die Bundesregierung lässt nach dem deutschen Atomausstieg die deutsche Urananreicherungsanlage weiterproduzieren. 365 Mal im Jahr erreiche derzeit das gefährliche Uranhexafluorid (UF6) per LKW die Anlage in Gronau. Dort werde das spaltbare Material in seiner Konzentration erhöht und an 50 Kunden in 17 Ländern geliefert. Das dabei anfallende abgereicherte Uran lagert – derzeit rund 9.000 Tonnen – unter freiem Himmel. Gemäß Genehmigung dürfen es sogar 38.100 Tonnen sein.

Vor den Gefahren warnt Pflugbeil. Uranhexafluorid sei eine leicht flüssige, äußerst giftige, radioaktive und korrosive Verbindung. Daraus könne eine der gefährlichsten Säuren entstehen. Bei einer Temperatur von 56, 5 Grad werde es gasförmig. Käme es in die Umwelt und gelange in Kontakt mit Flüssigkeit in den menschlichen Körper, verwandle es sich in die gefürchtete Fluss-Säure, die sogar Glas zersetzt.

Uranhexafluorid wird auch in die rund 60 Kilometer entfernte Brennelementefabrik Lingen gebracht. Dort werden daraus Tabletten gepresst, in Röhren gefüllt und als Brennelemente zum Versand fertiggemacht. 70 Mal pro jahr gehen Transporte mit solch gefährlicher Ladung auf Reisen – nach Frankreich, Spanien, Schweden, Finnland, Belgien, Niederlande, Schweiz und China. Diese Transporte bringen zusätzliche Risiken und Gefahren auf Straßen, Schienen und Wasserwegen.

Was passieren kann, zeigt ein – wohl eher zufällig – bekannt gewordenenes Beispiel. Am 1. Mai 2013 brannte im Hamburger Hafen das mit Uranhexafluorid beladene Schiff „Atlantic Cartier“. Nur 500 Meter weiter wurde gerade der Kirchentag mit Zehntausenden Teilnehmern eröffnet. Gerade noch rechtzeitig konnte die gefährliche Fracht per Kran von dem brennenden Schiff genommen werden. ++ (at/mgn/11.09.13 – 249)

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