Archive für Beiträge mit Schlagwort: Türkei

Hamburg/Offenbach, 27. März 2013 (ADN). Weltweit gibt es etwa 70 Zusammenschlüsse von Piraten mit insgesamt 80.000 Mitgliedern. Das teilt die Tageszeitung „Die Welt“ am Mittwoch mit. In einem ganzseitigen Beitrag wird darauf verwiesen, dass diese politische Partei beispielsweise Anhänger in Brasilien, USA, Kanada, Russland, Tunesien, Argentinien und China hat. Insofern sei dies inzwischen eine internationale Bewegung, obwohl sie von Medien und Wissenschaft lediglich als europäisches Phänomen wahrgenommen werde. Darauf lenkt der Politikwissenschaftler und Piratenexperte von der Freien Universität Berlin (FU), Carsten Koschmieder, die Aufmerksamkeit. Das bestätigte der Offenbacher Gregory Engels, Co-Vorsitzender der Piratenpartei International (PPI). Es gebe sie auf allen fünf Kontinenten. Alle wollen Basisdemokratie und Freiheit, weltweit – im und außerhalb des Internets, erklärte der studierte Physiker. Alle teilten das Gefühl, dass etablierte politische Parteien mehr eigene als die Interesssen der Bürger verträten. Außerdem seien sie alle als junge Menschen sozialisiert, die ständig international im Austausch sind – manchmal auf Französisch, meist auf Englisch – immer jedoch online. Das sei ein Stück gemeinsame Kultur und schaffe das Gefühl globaler Einheit.

In dem Beitrag wird geschildert, wie unterschiedlich die Existenzbedingungen und die Fortentwicklungen der Piraten sind. In Tunesien wächst die Anhängerschaft besonders rasant, obwohl nach Angaben des Internetforschungsinstituts Internet World Stats nur 40 Prozent der Tunesier einen Internetanschluss haben. Das wird auf die fortdauernde politische Unruhe im Lande zurückgeführt. Sie wird von der Piratengruppe dieses nordafrikanischen Landes unter der Parole „Rebellion“ befeuert.
Auf besondere innenpolitischen Widerstände stoßen die Piraten dem Pressebeitrag zufolge in der Türkei, in Taiwan, in China und in Russland. Dennoch soll dort – in der westrussischen Stadt Kasan – im April das vierte Welttreffen der Piraten stattfinden. Australiern und Brasilianern ist nach den Worten von Engels die weite Anreise zwar ein Dorn im Auge. Aber einig sind sich alle darin: „Wir sind eine internationale Bewegung“. ++ (de/mgn/27.03.13 – 080)

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Wiesbaden, 17. Dezember 2012 (ADN). Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) ist eines der Länder Europas mit dem niedrigsten Geburtenniveau. Dieser Zustand hält schon sehr lange an. Das geht aus einer Broschüre hervor, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsfprschung (BIB) jetzt veröffentlicht hat. Besonders hoch sei der Anteil kinderloser Frauen verglichen mit anderen Ländern. Höchste Werte des sogenannten Fertilitätsniveaus erreichen beispielsweise Island (2,20), Irland (2,07), die Türkei (2,04) und Frankreich (2,01). Schlusslichter sind Lettland (1,17), Bosnien-Hezegowina (1,20), Andorra (1,22) und Ungarn (1,25). Deutschlands Wert liegt bei etwa 1,40. Das ist die elftniedrigaste Quote.  Aus historischer Sicht sank damit die Zahl der Geburten pro Frau in Deutschland enorm. Im Jahr 1870 gebar eine Frau durchschnittlich fast fünf Kinder.

Die 55seitige Broschüre behandelt schwerpunktmäßig die enormen Differenzen zwischen Ost- und Westdeutschland. „Tendenziell haben die Frauen im Osten sogar mehr Kinder geboren als die im Westen,“ heißt es in dem Bericht im Kapitel zu den Effekten der Familienpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Auffällig sei, dass der rückläufige Trend der endgültigen Kinderzahlen in den Geburtsjahrgängen 1950 bis 1960 in der DDR unterbrochen war. Das seien die Geburtsjahrgänge, die infolge der kostenlosen Verfügbarkeit von Antikonzeptiva und der Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs zunächst ihre Kinderzahlen begrenzt haben. In der Periodenbetrachtung werde dies in der ersten Hälfte der 1970er Jahre zunächst als Geburtentief und danach als Wiederanstieg dokumentiert. Insgesamt betrachtet waren danach die endgültigen Kinderzahlen der ostdeutschen Frauen zwischen 0.15 und 0,25 höher als die der westdeutschen Frauen.

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilger, zeigte sich angesichts der Veröffentlichung unter dem Titel „(Keine) Lust auf Kinder ?“ alarmiert und bestürzt. Es mangele an Bewusstsein und der festen Überzeugung, „dass Kinder wirkliches Glück ins Haus bringen“.  Den Beweis dafür liefert das BIB mit der Feststellung, dass nicht einmal die Hälfte (45 Prozent) der kinderlosen Deutschen zwischen 18 und 50 Jahren glaubt, Lebensfreude und Zufriedenheit verbessern zu können, wenn sie ungeachtet der Umstände in den nächsten drei Jahren ein Kind bekämen. In Frankreich gebe es da eine „völlig andere Mentalität“. ++ (so/mgn/17.12.12 – 357)

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Zürich, 9. Juli 2012 (ADN). Libanon hat sich zum Aufmarschgebiet gegen Syrien gemausert. Von dem seit Jahrzehnten politisch und militärisch sensiblen Staat aus sickern diverse Güter und Personen nach Syrien ein, die zur Destabilisierung beitragen. Beim Klarnamen genannt: Waffen, Militärpersonen und Geheimdienstler. Friedensware und -personal ist es zumindest nicht. Die am heutigen Montag erschienene aktelle Ausgabe der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“ formuliert es so: „Das multikonfessionelle Libanon wird nun wieder zur Unterstützung ausländischer Kriegsinteressen in Syrien missbraucht.“ Der Norden, beginnend ab Tripoli über das Aakaaergebirge bis hin zur syrischen Grenze, habe sich zu einem Ausnahmegebiet entwickelt, das nicht mehr von der regulären libanesischen Armee kontrolliert wird. „Über dieses Gebiet gelangen nach zuverlässigen Informationen die mittels Schiff und Luftfracht (Flugplatz Koleyat) angelandeten großen Anteile der Waffen für die in Syrien kämpfenden ‚Menschenrechts‘-Gruppen, die – nicht unerwartet – die meisten westlichen Medien beherrschen, schreibt die Zeitung. Ähnliche Erscheinungen seien an der türkischen und irakischen Grenze Libanons zu registrieren. 

Dem Pressebeitrag zufolge hat Frankreich, das als besondere Kennerin von Syrien/Libanon sowie der islamischen Welt gilt, eine Wende vollzogen. Die neuen Wege von Präsident Hollande und Außenminister Fabius bestünden darin, in Libanon gemeinsam mit dem Sohn des 2005 ermordeten ehemaligen Ministerpräsidenten Hariri den insbesondere im Norden des Landes dominanten sunnitischen Extremismus einzugrenzen.

„Zeit-Fragen“ schlussfolgert, dass französische Staatsbürger zunehmend die Verwicklung der NATO in Kriegsvorbereitungen aufgreifen. Zitiert wird: „Wenn dies so weitergeht, ist die Verteidigungsgemeinschaft am Ende und de Gaulle hatte recht. In Deutschland muss wohl erst ein Dichter die mehrheitliche Meinung der Bürger mit letzter Tinte zu Papier bringen.“ (ml/mgn/09.07.12 – 197)

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Berlin, 8. März 2012 (ADN). Griechenland setzt auf die drei Kernkompetenzen Kultur, Natur und seine starke Arbeitnehmerschaft,um der ausweglos erscheinenden Wirtschafts- und Gesellschaftskrise zu entrinnen. Das erklärte der griechische Minister für Kultur und Tourismus, Pavlos Yeroulanos, am heutigen Donnerstag in Berlin. Vor der Presse verwies er auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) auf das ökonomische Schwergewicht des Fremdenverkehrs.  „Tourismus war und ist die treibende Wirtschaftskraft, um das Land auf die Beine zu bekommen“, so der Parlamentsabgeordnete der Panhellenischen Sozialistischen Partei (PASOK), der zugleich für die Sektoren Medien und Sport zuständig ist.  Er ermunterte dazu, nach Griechenland zu kommen und so zu helfen, die große Wende zu schaffen. Dabei sei Deutschland ausschlaggebend für den griechischen Tourismus. Im Übrigen sei 2011 das beste Tourismusjahr für Griechenland gewesen. Es habe eine Rekordzahl von Ankünften gegeben. Konkrete beweiskräftige Zahlen konnte er jedoch nicht nennen. Abwarten ist derzeit die Grundhaltung potentieller Gäste, bedauerte der 47jährige Minister. Stornierungen seien selten. Er rechne in nächster Zeit mit einer spürbaren Zahl an Spätbuchungen. Neue Fremdenverkehrs-Märkte sieht der Politiker in Russland, Israel, Südosteuropa und in der Türkei.

Griechenland muss generell nach den Worten von Yeroulanos die subventionsgestützte Volkswirtschaft aufgeben. Nötig seien Innovationen und Investitionen.  ++ (wi/mgn/08.03.12 – 72)

Ankara, 25. Dezember 2011 (ADN). „Plattform für eine neue Verfassung“ nennt sich eine Bürgerbewegung in der Türkei. Mit dieser Initiative sollen die in Gang befindlichen Parlamentsberatungen für ein modernes konstitutives Fundament befördert und begleitet werden. Zu den Protagonisten der Bewegung gehören Wissenschaftler, Anwälte und Journalisten.  Mehr als drei Dutzend öffentliche Veranstaltungen haben dazu inzwischen landesweit stattgefunden – in Kinosälen, Gemeindezentren und Schulen. Politiker, Staatsrechts-Experten oder Vertreter der Machteliten  haben nicht teilgenommen. Die auf den rege besuchten Foren geäußerten Meinungen wurden und werden gesammelt, geordnet und dem Parlament in Ankara zugeleitet. Ein Teilnehmer erklärte: wir wollen eine Verfassung, die von uns – und nicht von denen da oben geschrieben wird.

Die Mitinitiatorin und Menschenrechtlerin Ruken Calikusu bezeichnete die Beteiligung der Bürger an der ihre ureigenen Angelegenheiten betreffenden Debatte als sehr eindrucksvoll. Mit nur wenigen Worten und Sätzen haben die Bürger sehr klare und konkrete Vorstellungen über notwendige Veränderungen geäußert, um wahrhafte Demokratie lebendig werden zu lassen. Das beziehe sich auch auf die administrative Struktur der Türkei.

Im Frühjahr 2012 soll ein erster Verfassungsentwurf vorliegen. Bis dahin werden die öffentlichen Anhörungen der „Plattform für eine neue Verfassung“  fortgesetzt.

Die Vorgehensweise in der Türkei dürfte den deutschen Bürgern nachahmenswert erscheinen.  Spätestens seit den Jahren 1989/90 stand eine vom deutschen Volk zu beschließende neue Verfassung auf der Tagesordnung. Dieser Tagesordnungspunkt wurde – warum auch immer – gestrichen.  Bis heute – mehr als 20 Jahre später – wurde die gründliche Diskussion und der vom Volk verabschiedeten Verfassung verabsäumt oder sogar hintertrieben. Der Blick vieler Deutscher richtet sich  deshalb ein wenig neidisch nach Kleinasien und zum Bosporus. ++ (dk/mgn/25.12.11 – 42)