Archive für Beiträge mit Schlagwort: Verband

Zürich, 27. Oktober 2014 (ADN). Der Mitte dieses Jahres in der Schweiz gegründete Swiss Sustanaible Finance (SSF) wird nicht nur von außen kritischer Blicke gewürdigt. Dieser Verband für nachhaltige Finanzdienstleistungen hat Mühe, seine Daseinsberechtigung zu rechtfertigen und klare Konturen zu gewinnen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ am Montag weiter berichtet, üben Verbandsvertreter herbe Selbstkritik. „So seien anfänglich vornehmlich themenorientierte Produkte vermarktet worden, und noch heute mangele es an zielgruppengerechten innovativen Produkten. Der Begriff ’nachhaltig‘ sei obsolet, da es um nichts anderes gehe, als in Finanzfragen eine langfristige Perspektive einzunehmen, was dem vorherrschenden kurzfristigen Denken vorzuziehen sei. Bis sich diese Einsicht in einer allgemeinen Praxis niederschlägt , wird auf den SSF und seine Mitglieder wohl noch viel Arbeit zukommen.“

Mit mehr als 200 Akteuren zählt die Schweiz im Bereich nachhaltige Finanz-Dienstleistungen zu den weltweit wichtigsten Zentren. Der am 1. Juli d. J. gegründete Verein SSF soll dem Rechnung tragen. Diesen Anspruch konnte bisher keine der beiden bereits existenten Organisationen erfüllen – weder Sustainable Finance Geneva noch das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Zu den Zielen des nunmehr installierten und mit 55 Gründungsmitgliedern gestarteten SSF gehören die Aus- und Weiterbildung von Finanzfachleuten, die Bereitstellung von Marktinformationen und die Unterstützung von Forschungsprojekten. ++ (fi/mgn/27.10.14 – 299)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46 

Köln, 1. Mai 2014 (ADN).  Das Nachdenken über unser „täglich Brot“ hat die Esstische und die Kinder der Mittelschicht erreicht. Aber die Politik verzagt vor der Aufghabe einer wirklichen Ernährungs- und Agrarwende. Das stellte der Publizist Mathias Greffrath am Donnerstag an den Anfang eines Essays im Deutschlandfunk. Es entstehe eine neue soziale Bewegung, die zwar vielfältig und differenziert ist, jedoch in den nächsten Jahren Dynamik entwickelt und  damit die Regierenden überraschen dürfte. Sier werde es leichter haben als die gegen die Energiekonzerne, weil die Gegner „hässlicher“ sind: Massentierhalter, Landgrabber, Spekulanten,  Lebensmittelfälscher, Bodenvergifter. Es gehe um sehr viel – nämlich um Geschmack und Gerechtigkeit, um Landwirtschaft und Landschaft, um Fleisch und um Frieden.  

Die agrikulturelle Aufklärung dringe in die Alltagsgespräche ein. Sie beginne mit der Empörung sensibler Teenager, die das Frikassee der Eltern verweigern, nachdem sie die Bilder von Putenställen gesehen haben, deren Enge das Verbandsgerede von Tierwohl und Selbstverpflichtung Lügen straft  und gehe über das Schreddern von Eintagsküken , die das falsche Geschlecht haben. Am Ende schockieren neben den Bildern die Zahlen: die Hälfte der Welteierproduktion  und zwei Drittel der Masthähnchen werden großindustriell erzeugt. Hochgezüchtete Hähnchen werden in 40 statt wie vor 50 Jahren in 100 Tagen schlachtreif . Schweine liefern doppelt so viel Fleisch pro Tonne Futter.  Folge der genetischen Produktivitätssteigerung sei ein mehrfacher Verdrängungswettbewerb. Die Landwirte werden dabei total abhängig, weil sie Hybridgeflügel  nicht weiterzüchten können und sie von Saatgutmonopolen gezwungen werden, jede neue Generation neu zu kaufen. ++ (lw/mgn/01.05.14 – 120)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn)