Köln/Bad Münstereifel, 24. Oktober 2013 (ADN). Angesichts eines derzeitgen Kilopreises von 50 Euro für Steinpilze auf den Regionalmärkten beläuft sich der Wert der „Beute“ der Sammler oft auf mehrere Tausend Euro. Das erklärte Dietrich Graf von Nesselrode, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Waldeifel im Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen (NRW) am Donnerstag in der „Kölnischen Rundschau“. Ohne staatliche Unterstützung werde es nicht gelingen, dem ausufernden Absammeln der Wälder Einhalt zu gebieten. Inzwischen wachse sogar die Gewaltbereitschaft und Aggressivität der Pilzjäger. So habe jüngst ein Privatförster bei Bad Münstereifel-Scheuren vier Männer „erwischt“, die auf einem Waldparkplatz große Mengen an Pilzen verluden. Sein Versuch, die Personalien zu ermitteln, endete mit einer angedrohten Messerattacke der Pilzsammler. Sie fuhren dann mit dem Auto derart an, dass der Forstmann verletzt wurde und sich im Krankenhaus behandeln lassen musste.

Steinpilze sind Mykorrhiza-Pilze, die Partnerschaften mit anderen Pflanzen, auch Bäumen, eingehen. Sie können also nicht gezüchtet werden, so Graf von Nesselrode. Das führe zu regelrechtem Ausplündern der Wälder durch gewerbliche Sammler. Für den Eigenbedarf werde einem Hobby-Pilzfreund lediglich das Ernten von zwei Kilogramm Pilzen zugestanden.

Der Waldbauernverband NRW fordert deshalb für den Herbst 2014 einen „Pilzmarathon Eifel“ in Anlehnung an den kürzlich von den Behörden veranstalteten „Blitzmarathon“ gegen Auto-Temposünder. Eine solche konzertierte Aktion aller Ordnungskräfte von Polizei, Kommunen sowie Landesbetrieb Wald und Holz könne hilfreich sein, meint Verbandsvorsitzender Dr. Philipp Freiherr Heereman. ++ (kr/mgn/24.10.13 – 291)

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