Archive für Beiträge mit Schlagwort: Wohlstand

Frankfurt am Main, 10. Januar 2015 (ADN). „Jahrzehntelang war ich eher optimistisch gestimmt. 2014 nicht mehr“. Das stellte die Schriftstellerin Sybille Lewitscharoff am Sonnabend in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) anlässlich einer Umfrage fest, um ihre Gemütsverfassung für das neue Jahr zu beschreiben. Die entsetzlichen Leiden, die so vielen Menschen in den zahlreichen zerstörten Ländern zugefügt wurden, könne sie nur schwer vergessen. „Sie verrecken, verhungern, werden erschossen, zermalmt, werden geköpft oder fliehen mit Sack und Pack  oder fast nichts über Grenzen in Länder, die dem Andrang nicht mehr Herr werden, fliehen auf verlassenen Booten, viele ertrinken im Mitttelmeer.“  Der Wohlstand, in dem sie selbst lebe, könne sie nicht mehr unbeschwert genießen und dabei in aller Gemüts-Ruhe an ihrem Dante-Roman vor sich hin kritzeln. Dantes Hölle sei reich bestückt mit ausgesuchten Qualen und insofern passe das Thema zu ihrem Gemütszustand. ++ (li/mgn/10.01.15 – 10)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Paris, 30. Mai 2014 (ADN). Die stärkste Partei in Europa ist die der Nichtwähler und Skeptiker. Seit dem Jahr 1979 steigt ihre Zahl – auch in Zeiten des Wohlstands. Das erklärte der ehemalige französische Außenminister, Hubert Vedrine, am Freitag im Deutschlandfunk.  Das Problem Nummer eins sei die Kluft zwischen den kleinen proeuropäischen Eliten und der Masse.

„Vielleicht steht Europa in fünf oder zehn Jahren psychologisch, politisch und wirtschaftlich anders da“, so Vedrine. Kurzfristig halte er eine institutionelle Pause für richtig. Nationale Souveränität sollte nicht weiter aufgegeben werden. Das wollen die Menschen nicht. Nicht einmal im Deutschen Bundestag. In vielen Ländern werde Europa wie ein Staubsauger wahrgenommen; oder wie ein Vampir, der alles verschlingt, was an eigener Identität und Souveränität übrig ist. ++ (ep/mgn/30.05.14 – 149)

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Berlin, 21. Dezember 2013 (ADN). Deutschland steht vor der Zerreißprobe. Die Kluft zwischen bundesdeutschen Wohlstandsregionen auf der einen Seite und Armutsregionen auf der anderen Seite wächst stetig und deutlich. Die sozialen und regionalen Fliehkräfte, gemessen an der Einkommensspreizung, nehmen seit 2006 in Deutschland dramatisch zu. Diese Schlüsse zog der Paritätsche Gesamtverband in dieser Woche angesichts des von ihm vorgelegten aktuellen Armutsberichts. Die Fakten widersprächen dem vierten, von der Bundesregierung im März dieses Jahres herausgegebenen Armuts- und Reichtumsbericht. Darin war behauptet worden, die Armut sei gestoppt und die Einkommensschere schließe sich sogar wieder.

Genau das Gegenteil ist der Fall, stellte der Paritätische Gesamtverband fest. Mit 15, 2 Prozent Armutsquote 2012 sei ein neuerlicher, trauriger Rekord erreicht worden. „Gerade auch mit Blick auf die Regionen treten besorgniserregende Entwicklungen zu Tage: Mehrjährige positive Trends in Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen sind 2012 zum Erliegen gekommen, positive Trends in Brandenburg und Hamburg scheinen sich endgültig gedreht zu haben“, teilt der Verband mit. Während die Länder mit sehr niedrigen Armutsquoten – Bayern und Baden-Württemberg – ihre Position noch einmal verbessern konnten, verschlechterte sich die Situation in den Ländern mit ohnehin über 20 Prozent sehr hohen Armutsquoten weiter. Dazu gehören Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. ++ (so/mgn/21.12.13 – 349)

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St. Gallen/Vaduz, 27. November 2013 (ADN). Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung lebt in sogenannten Energiestädten. Das sind Gemeinden, die nach den Kriterien eines schweizerischen Qualitätskatalogs sowie des „European Energy Award“ (eea) zertifiziert sind. Derzeit beteiligen sich an dem europäischen Wettbewerb 1.150 Kommunen und Landkreise aus zehn Ländern, davon 340 in der Schweiz, 100 in Österreich (zehn Prozent der Bevölkerung) und 223 in Deutschland. Zur „Elite“ der Energie-Sparfüchse gehören die Kommunen, die mit dem Gold-Label der eea-Auszeichnung geehrt werden. Es sind 25 auf dem Kontinent und als jüngstes Mitglied dieser Staffel wurde in Luxemburg die Stadt Buchs in der östlichen Schweiz (Kanton St.Gallen) aufgenommen. Das berichtet die Tageszeitung „Liechtensteiner Vaterland“ zu Wochenbeginn. Wie die Verwaltung der 11.000-Einwohner-Stadt an der Grenze zum Fürstentum Liechtenstein mitteilt, ist Buchs seit dem Jahr 2001 Energiestadt. Fernwärme beziehe sie aus einer Kehrichtverbrennungsanlage, Kraftwerke laufen auf Basis von Quellenwasser und es gebe mehrere große Photovoltaik-Anlagen. Die gesamte Elektrizität werde kommunal in Wärme-Kopplungs_Anlagen erzeugt. Diesbezüglich liege Buchs pro Einwohner 44 Mal über dem schweizerischen Durchschnitt, in der Ökostromproduktion sogar 2.000 Mal höher.

Das Engagement um höchste Energieeffizienz und Klimaschutz ist in der Schweiz besonders stark ausgeprägt und regelrecht Teil des Alltagslebens. So ist in diesem Monat gerade ein Stromsparwettbewerb in der Südostschweiz zuende gegangen. Dabei hatten sich die Administrationen der Städte Eschenbach, Kaltbrunn, Uznach, Rüti und Rapperswil-Jona miteinander verglichen. „Um zu überprüfen, wie viel das Sparen bringt, wurden jeden Tag die aktuellen Energiebezüge mit den ’normalen‘ Referenzdaten verglichen. Diese wurden in den zwei Wochen zuvor in allen fünf Verwaltungen ohne besondere Stromsparmaßnahmen erhoben“, erläuterte die Zeitung „Bote der Urschweiz“.

In Sachen Energieefizienz liegt die Schweiz in Europa auf einem Spitzenplatz und zwar weit vor Deutschland, wo zwar eine „Energiewende“ vom bundespolitischen Führungspersonal proklamiert wurde, jedoch erbitterte Grabenkämpfe über das Wie ausgebrochen sind. Die gleichsam ideologisch zu nennenden Fronten der Auseinandersetzung verlaufen zwischen zwei Exxtrempositionen: den Befürwortern der konventionellen fossilen und zentralen Energieversorgung einerseits sowie den Anhängern dezentraler Versorgungssysteme auf Basis regenerativer Energiequellen andererseits.

Ein Musterbeispiel für lokale Energieautarkie ist das brandenburgische Dorf Feldheim nahe der Kleinstadt Treuenbrietzen, über das gestern die „Neue Zürcher Zeitung“ ganzseitig berichtete. Unter der Überschrift „Strom aus dem Garten“ wird en detail geschildert, wie sich der 128 Einwohner zählende Ort als einzige Gemeinde Deutschlands vollständig selbst mit Energie versorgt. Die positiven Folgen sind unübersehbar. Die Bürger produzieren mit Windrädern, Biogasanlage und Holzhackschnitzel-Zentrum nicht nur die Energie selbst, sondern verteilen sie auch über ein den Bürgern gehörendes, selbst errichtetes Leitungsnetz. Der jährlich produzierte Energieüberschuss beträgt 1,4 Millionen Kilowathunden (KWh). Er wird verkauft und in das öffentliche überregionale Netz eingespeist. Der Wohlstand wächst in Feldheim, fast alle Häuser im Ort wurden saniert. Zudem entstanden 35 neue Arbeitsplätze, es herrscht fast Vollbeschäftigung und aufgrund der gestiegenen sozialen Sicherheit werden wieder Kinder geboren. ++ (nh/mgn/27.11.13 – 325)

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Frankfurt am Main, 1. Februar 2013 (ADN).  Eine weiter wachsende Menschheit, die um schwindende Ressourcen konkurriert, lässt die Weltkarte der Konflikte unübersxchaubar werden. Das Resümee zu Beginn des Monats Februar in der „Frankfurter Allgemeinen“ tendiert zu tiefem Pessimismus. Bernhard Kohler watet in seinem Leitartikel tief  durch die globale Sumpf-Mixtur, deren Komponenten Krieg und Frieden nicht mehr voneinander trennbar scheinen. Seit sich auch die arabische Welt vom Eispanzer der Diktatur befreit habe, werde dem Westen schon beim Blick in den Süden schwindelig. „Im Chaos nach dem Zusammenbruch der autoritären Regimes trachten Volksgruppen, Stämme, Banden und Familienclans danach, ihre Einflusssphären zu vergrößern und sich ein möglichst großes Stück von dem Nachlass der vertriebenen Pharaonen zu sichern. Es tobt ein Kampf um Macht und Geld, bei dem alte Rechnungen beglichen und neue Feindschaften begründet werden.“ Und das alles nach dem angeblichen Ende des Zeitalters der Ideologien ? So endet die ziemlich planlose Selbstbefragung in der längst bekannten Erkenntnis, dass das seinen Frieden und Wohlstand genießende Europa essentielles Interesse daran habe, den Rest der Welt nicht in Krieg und Elend versinken zu lassen.  Als wesentliche Gründe dafür werden Rohstoffe, Absatzmärkte, Migration und Terrorismus genannt. Wem soll Deutschland angesichts dieser Wirrnis helfen, an die Macht zu kommen ? So lautet die ratlos gestellte rhethorische Frage.

Eine denkbar kurze Antwort wäre: niemandem ! Die Bundesrepublik Deutschland hat nämlich selbst ausreichend vor der eigenen Tür zu kehren. So fehlt ihr schon eine Grundvoraussetzung, mit solchen Erwägungen global hausieren zu gehen – ein Friedensvertrag. Er fehlt immer noch und das seit fast sieben Jahrzehnten. Bislang ist er 68 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen Siegern und Besiegten noch nicht zustande gekommen. Aus Vergesslichkeit oder mit Absicht – das allerdings lässt der Autor des Beitrags nicht nur völlig außer Betracht.  Es ist für ihn gar kein Aspekt, der zu würdigen wäre.  ++ (mr/mgn/01.02.13 – 026)

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