Bonn/Linz, 4. April 2012 (ADN).  Der in Deutschland durch Korruption verursachte Schaden ist kaum realistisch zu bestimmen. Der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität im österreichischen Linz nennt eine Höchstsumme: 250 Milliarden Euro. Sie werde in diesem Jahr erreicht. Die niedrigste jährliche Schadensumme wird vom Bundeskriminalamt (BKA) mit 176 Millionen Euro veröffentlicht. Dazwischen liegt die Summe von fünf Milliarden Euro, die in dem Buch „Abgeschmiert – Wie Deutschland durch Korruption heruntergewirtschaftet wird“ enthalten ist.  Verfasser ist Frank Überall. In einem Interview mit der kritischen Internet-Seite „Nachdenkseiten“ erklärt er, dass höchsten jeder zehnte Korruptionsfall  überhaupt entdeckt wird. Mancher Experte meine sogar, nur jeder 20.  Offizielle Zahlen wie die vom BKA seien ohnehin sehr problematisch.

Nach den Worten von Überall hat sich Korruptionsethik allgemein etabliert. Käuflichkeit habe sich in nahezu allen Lebensbereichen eingenistet. Die Phänomene seien vielfälig. Die morgendliche Tasse Kaffee, deren Preis durch Kartellabsprachen künstlich überteuert sein könnte, gehört dazu. Ähnliches gilt für den Arzt-Besuch, beim Kauf von Lebensmitteln oder beim Telefonieren.  Ohne selbst zu bestechen, ist der Steuerzahler meist der Geschädigte. Zu solchen Beispielen zählen Schmiergeldern bei Bauprojekten, ergebene Lobby-Hörigkeit der Gesetzesmacher und Spenden-Tricksereien der Parteien, erläuterte Überall. ++ kr/mgn/04.04.12 – 97)

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